Dieter Nuhr: "Ein Nomade auf der ewigen Durchreise“

Dieter Nuhr: "Ein Nomade auf der ewigen Durchreise“

ID: 2025879

Premiere: Dieter Nuhr stellt seine Werke in Afrika aus



Dirk Geuer, Claudia Jerger, Prof. Abdoulaye Baila Ndiaye, S.E. Botschafter Sönke Siemon, Dieter NuhrDirk Geuer, Claudia Jerger, Prof. Abdoulaye Baila Ndiaye, S.E. Botschafter Sönke Siemon, Dieter Nuhr

(firmenpresse) - Feierliche Eröffnung: Großer Auflauf im IFAN Nationalmuseum - Musée Thédore Monod d’Art africain - in Dakar, Senegal – einem der bedeutendsten Museen Westafrikas. Der Deutsche Botschafter Sönke Siemon eröffnete vor rund 200 Gästen die Ausstellung „Von Fernen umgeben / Entouré de Lointains“ von Dieter Nuhr. In der von der Brost-Stiftung geförderten Bilderschau werden über 40 Unikate des deutschen Künstlers gezeigt – vorwiegend großformatige Landschaften und ausgewählte Portraits.

Dr. El Hadji Malick Ndiaye, Kurator der Ausstellung und des „Institut fondamental d'Afrique Noire“ (IFAN) sowie künstlerischer Leiter der Biennale in Dakar 2022 , betonte in seiner Eröffnungsrede: „Dieter Nuhrs Kunst ist tief geprägt von Reisen, Begegnung und Entdeckung. Denn der Künstler ist ein Vermesser der Welt, ein Nomade auf der ewigen Durchreise. Sein fotografisches Werk ist ein Spiegelbild dieser Mobilität.“ Anschließend sprachen Dieter Nuhr und Professor Chérif Daha Ba, Direktor der Abteilung für Hochschulbildung im Ministerium.

Nuhr erklärte: „Meine Bilder stammen im Wesentlichen aus fernen Welten. Es ist schön, dass sie in meinen Ausstellungen selber in die Ferne reisen. Sie werden mit Bildern aus meiner Heimat, dem Rhein-Ruhr-Gebiet kombiniert. So vermischen sich nah und fern. Eine Ausstellung meiner Bilder zeigt die Welt im Verschwimmen der Erinnerung. Meine Bilder sind Bestandsaufnahmen einer in unseren Köpfen verlöschenden Wirklichkeit, sie halten fest, was nicht aufzuhalten ist. Sie stellen dem Nützlichkeitsterror der Welt (und neuerdings auch in der Kunst …) die Subjektivität der individuellen Weltsicht entgegen.“ Er fügt hinzu: „Ich werde hier im Senegal wieder neue Bilder einsammeln, die dann, nach Verarbeitung, selbst wieder auf Reise gehen. So schließt sich der Kreis und öffnet sich wieder …“

Das Ausstellungsprojekt erfolgt in Kooperation mit der Brost-Stiftung, der Association for Art in Public, Dirk Geuer (AAP), dem Institut fondamental d’Afrique noire Cheikh Anta Diop (IFAN Ch. A. Diop) in Dakar sowie der YOU-Stiftung. Schirmherr der Ausstellung ist: Seine Exzellenz der deutsche Botschafter Sönke Siemon.



Unter den Gästen waren Professor Abdoulaye Baila Ndiaye, Direktor des IFAN, Claudia Jerger, YOU Stiftung, Theodor Proffe, stellvertretender Missionsleiter der deutschen Botschaft, Prof. Ibrahima Diagne, Leiter des Instituts für Fremdsprachen, Universität Cheikh Anta Diop, Dakar, Dirk Geuer, Association for Art in Public.

Fremde und Vertrautheit, Ferne und Nähe

Der Künstler Dieter Nuhr beschäftigt sich in seinen Arbeiten mit den Themen Fremde und Vertrautheit, Ferne und Nähe. Die Motive findet er überall auf der Welt. Dabei spielt das Ruhrgebiet, eine der größten Industrieregionen Europas, wo Nuhr geboren und aufgewachsen ist, eine übergeordnete Rolle. Jetzt reisen Nuhrs Arbeiten vom Ruhrgebiet in die Welt, und demnächst von der Welt zurück ins Ruhrgebiet. Denn: Nuhr beabsichtigt, im Senegal auf Motivsuche zu gehen.

Während Dieter Nuhr in den 1990er-Jahren noch mit Pinsel und Ölfarbe arbeitete und später zur Fotografie wechselte, fügt er heute malerische und fotografische Elemente mit den Mitteln moderner Technik zusammen. Dabei programmiert er digitale Pinsel, mit denen er in mehreren Schritten und Farbschichten die ursprüngliche Fotografie, die in den meisten Fällen eine Landschafts- oder Architekturaufnahme zeigt, überlagert und teilweise auch überdeckt.

Nuhrs Bilder wachsen so aus malerischen Strukturen heraus und verlieren, obwohl sie zu hundert Prozent aus Fotodaten bestehen, den Charakter einer bloßen Abbildung. Das Fotografierte verliert sich, löst sich in weiten Teilen auf, um dann in einem malerischen Prozess neu konstruiert zu werden. Damit bringt er das mit zeitlichem und räumlichem Abstand zunehmend Weltentrückte in der Erinnerung zum Ausdruck. Am Ende entstehen malerisch wirkende Kompositionen, die mit klassischer Fotografie nur noch wenig zu tun haben. Nuhrs Bilder sind Werke, die eher Gemälden ähneln, entstanden mit den handwerklichen Mitteln des 21. Jahrhunderts. Eben das macht sie so faszinierend.

Die Motive findet der Künstler überall auf der Welt. Fast hundert Länder hat er bereits bereist und ihre Landschaften, Bauwerke und Bewohner mit der Linse eingefangen. In der Ausstellung sind nun teils großformatige Bilder mit Motiven u.a. aus Ländern wie Brasilien, Indien, Peru, Bolivien und Marokko einer Reihe von Aufnahmen aus seinem Heimatland Deutschland gegenübergestellt. Dabei spielt das Ruhrgebiet, eine der größten Industrieregionen Europas, wo Nuhr geboren und aufgewachsen ist, eine übergeordnete Rolle. Hier findet sich die für diese Region typische Industriearchitektur in seinen Bildkompositionen wieder.

Professor Bodo Hombach, Vorstand der Brost-Stiftung, bilanziert: „Nuhrs Arbeiten verstehen sich als Dokumente eines lebenslangen Unterwegsseins.“ Er fährt fort: „Sie erkunden den größtmöglichen Lebensraum. Er hat ihn auf Reisen in fast hundert Ländern erfahren. Dabei interessiert ihn die dem Vergessen ausgelieferte Erinnerung. Sie hat Asyl und neue Zukunft in seinen Bildern. Das fotografisch Festgehaltene ist also nicht Erstarrung. Im Gegenteil. Das Eigentliche beginnt nach dem Druck auf den Auslöser.“

Zur Ausstellungsreihe hat die Brost-Stiftung einen umfassenden Katalog mit einem Grußwort von Professor Bodo Hombach herausgegeben. Dem Katalog liegt zudem ein Beitrag von El Hadji Malick Ndiaye über Dieter Nuhrs Kunst bei.

Über den Künstler

Dieter Nuhr, 1960 in Wesel, Deutschland, geboren, lebt und arbeitet in Düsseldorf (Deutschland) und Spanien. Seit vielen Jahren zählt er zu den erfolgreichsten Satirikern Deutschlands, doch seine Arbeit als bildender Künstler währt noch länger. Von 1981 bis 1987 studierte er Kunst (Malerei) an der Universität Essen, der ehemaligen Folkwangschule. Weitere Infos unter: https://www.geuer-geuer-art.de/dieter-nuhr/

Über die Ausstellung

Die Präsentation der Arbeiten von Dieter Nuhr in Dakar ist die dritte Station der Wanderausstellung mit dem Titel „Von Fernen umgeben“. Der Auftakt der international konzipierten Ausstellungsreihe fand im Osthaus Museum Hagen statt, dem weltweit ersten Museum für zeitgenössische Kunst. Zweite Station war - parallel zur 59. Internationalen Kunstbiennale Venedig – die berühmte, direkt am Markusplatz gelegene Biblioteca Nazionale Marciana. Jetzt feiert das Musée Thédore Monod d’Art Africain in Dakar, der Hauptstadt von Senegal, Dieter Nuhrs Werke.

Über den Veranstaltungsort

Das 1936 gegründete und im Herzen der senegalesischen Hauptstadt Dakar gelegene Musée Théodore Monod d'Art Africain (Museum für afrikanische Kunst) ist eines der ältesten Kunstmuseen Westafrikas. Benannt wurde es nach dem französischen Natur- und Afrikaforscher Thédore André Monod, dem ehemaligen Direktor des IFAN (Institut Fondamental d'Afrique Noire), dem das Museum angegliedert ist. In dem Museum haben bereits bedeutende, international arbeitende Künstler wie u.a. Heinz Mack ausgestellt. Übrigens: Auch die Mack-Ausstellung wurde von der Association for Art in Public, Dirk Geuer unterstützt.
Als eines der renommiertesten Forschungszentren für afrikanische Kultur beherbergt das Museum mit fast 10.000 Kunstwerken aus 20 afrikanischen Ländern eine der bedeutendsten Sammlungen des frankophonen Afrikas in der Welt. Das Museum ist Veranstalter der Biennale für zeitgenössische afrikanische Kunst (Dak'Art Festival).

Die Brost-Stiftung

Nach dem Willen der Stifterin Anneliese Brost fördert die Brost-Stiftung Projekte im Bereich von Kunst und Kultur, Jugend- und Altenhilfe, Volks- und Berufsbildung. Der Förderschwerpunkt umfasst das Ruhrgebiet, dessen Identität gestärkt werden soll. So erwachsen aus der Heimat von Anneliese und Erich Brost wertvolle Anstöße weit über das Ruhrgebiet hinaus. https://broststiftung.ruhr/

Allgemeine Informationen
Dieter Nuhr – Von Fernen umgeben / Entouré de Lointains
bis 17. Dezember 2022
Musée Thédore Monod d’Art africain
Place Soweto – BP 206 Dakar, Sénégal
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag, von 9:00 bis 17:00 Uhr


Foto _DSC3504 (v.l.n.r.): Dirk Geuer, Claudia Jerger, Prof. Abdoulaye Baila Ndiaye, S.E. Botschafter Sönke Siemon, Dieter Nuhr, Dr. El Hadji Malick Ndiaye, Prof. Chérif Daha Ba.
Foto_DSC 3548 (v.l.n.r.): Prof. Ibrahima Diagne, Leiter des Instituts für Fremdsprachen, Universität Cheikh Anta Diop, Dakar, und Dieter Nuhr
Foto_DSC3631 (v.l.n.r.): Dirk Geuer, Association for Art in Public, Dr. El Hadji Malick Ndiaye, Kurator Musée Théodore-Monod d'art africain
Credits
Foto: Mr Loum, © Association for Art in Public
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Datum: 06.12.2022 - 12:43 Uhr
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