Neues Qualitätssiegel für Sanierungswillige in Baden-Württemberg
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(PresseBox) - Mehr Orientierung bei der Auswahl von Fachleuten: Der Fachverband Elektro- und Informationstechnik führt in Zusammenarbeit mit weiteren Klimagewerken und Zukunft Altbau „Leitlinie Handwerk“ ein.
Für den Erfolg einer energetischen Sanierung ist es entscheidend, ob sie fachgerecht geplant und durchgeführt wird. Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer sollten dafür mit qualifizierten Fachkräften zusammenzuarbeiten. Aus diesem Grund hat der Fachverband Elektro- und Informationstechnik gemeinsam mit den weiteren, an energetischen Sanierungen beteiligten Handwerksverbänden und dem vom Umweltministerium Baden-Württemberg geförderten Informationsprogramm Zukunft Altbau ein neues Qualitätssiegel erarbeitet: die „Leitlinie Handwerk“. Mit der neuen Leitlinie verpflichten sich Fachleute aus den sogenannten „Klimagewerken“, individuell, gewerkeübergreifend und neutral zu beraten. Außerdem weisen sie auf die Chancen einer Gebäudeenergieberatung hin, empfehlen energieeffiziente Gebäudestandards und erneuerbare Energien und bilden sich regelmäßig weiter. Im Jahr 2022 hat Baden-Württemberg die Solaranlagenpflicht für neue Nichtwohngebäude, Wohngebäude und größere Parkplatzflächen eingeführt. Seit 2023 gilt sie auch für bestehende Gebäude bei grundlegenden Dachsanierungen. Photovoltaik sollte aber grundsätzlich Teil jeder technischen Modernisierung von Gebäuden sein. Die Leitlinie Handwerk soll so zu einer besseren Sanierungsqualität beitragen und die erfolgreiche Umsetzung für Eigentümer gewährleisten. Ob ein Handwerksbetrieb der Elektro- und Informationstechnik nach der Leitlinie Handwerk arbeitet, erfahren Hauseigentümerinnen und -eigentümer unter: https://www.fv-eit-bw.de/verbandsthemen/energie/leitlinie-handwerk.html.
Für die hochwertige energetische Sanierung eines Wohnhauses ist eine umfassende Gebäudeenergieberatung und die fachgerechte Durchführung der vorgeschlagenen Maßnahmen zwingend notwendig. Nicht jede Sanierung genügt heute den Qualitätsansprüchen, die dabei gelten sollten. Der Fachverband Elektro- und Informationstechnik hat daher gemeinsam mit Zukunft Altbau und den sechs wichtigsten, weiteren Gewerken, die an energetischen Sanierungen beteiligt sind, eine Leitlinie erarbeitet, die bei energetischen Modernisierungsmaßnahmen gilt. Ziel der Leitlinie ist es, die Qualität der Sanierungen in Baden-Württemberg zu verbessern.
Besser sanieren mit Qualitätsregeln und gewerkespezifischen Vorgaben
Die Leitlinie Handwerk umfasst sechs Grundsätze, die übergreifend für alle Klimagewerke gelten, sowie individuelle technische Vorgaben für jedes einzelne Gewerk. „Mit der Leitlinie verpflichten sich Handwerkerinnen und Handwerker zunächst, ganzheitlich und branchenübergreifend zu beraten“, sagt Rainer Reichhold, Präsident des Baden-Württembergischen Handwerkstags (BWHT). Eine gute energetische Sanierungsberatung umfasst viele Bestandteile, etwa die Verbesserung von Kellerdecken, Wänden, Dach und Fenstern, Haus- und Gebäudetechnik sowie den Einsatz erneuerbarer Energien. „Auf dem Markt sind zahllose Systeme, Baustoffe und Produkte erhältlich sowie Anbieter auf Plattformen unterwegs – doch nur ökonomisch und ökologisch sinnvolle Lösungen mit individueller Beratung sollten zum Einsatz kommen“, so Reichhold.
„Für die Gewerke Elektro- und Informationstechnik gelten spezielle gewerkespezifische Kriterien. Bei der Leitlinie Handwerk sind besonders die Themen Modernisierung der Stromerzeugung, vernetzte Energie intelligent nutzen, perspektivisch strombasierte Wärme- und dezentrale Warmwasserbereitung, Verwendung effizienter Stromheizsysteme, Wartung, Instandhaltung und Ausführungsschnittstelle zu anderen Gewerken, wie beispielsweise die Luftdichtheit und Wärmebrückenfreiheit wichtig“, sagt Thomas Bürkle, Präsident des Fachverbands Elektro- und Informationstechnik Baden-Württemberg.
Neben der neutralen Beratung zielt die Leitlinie vor allem auf die sorgfältige Ausführung der Maßnahmen ab. Das gilt sowohl für alle Arbeitsschritte, die durch ein Gewerk umgesetzt werden, als auch für den passenden Anschluss von einem Gewerk zum anderen. Denn für ein optimales Ergebnis müssen alle Sanierungsmaßnahmen sinnvoll ineinandergreifen und ganzheitlich gedacht werden. Für den Fachverband Elektro- und Informationstechnik bedeutet das insbesondere bei Photovoltaik-Anlagen, regenerativen Heizsystemen, Energiespeichern, Sanierungen im Zusammenhang mit äußeren oder inneren Wärmedämmmaßnahmen u.v.m. eine frühzeitige Abstimmung mit den Schnittstellengewerken.
Zu der Vereinbarung gehört in der Regel auch, eine kostenpflichtige Beratung zu empfehlen, bei der ein geförderter, individueller Sanierungsfahrplan erstellt wird. Dort empfohlene Maßnahmen werden finanziell sehr gut gefördert, rechnen sich damit auch wirtschaftlich und sind gut für den Klimaschutz.
Die Fachleute verpflichten sich zudem, über Kosten und Einsparmöglichkeiten so transparent wie möglich aufzuklären, ebenso wie über geltende Gesetze und Verordnungen. Dazu gehört unter anderem das Erneuerbare-Wärme-Gesetz (EWärmeG) des Landes. „Unsere Mitgliedsbetriebe sollten ihr Wissen über die aktuellen Gesetzesänderungen und natürlich über die aktuellen technischen Entwicklungen durch regelmäßige Weiterbildungen auf dem aktuellen Stand halten“, fügt Bürkle hinzu. „Die Leitlinie Handwerk soll so für langfristig sinnvolle energetische Sanierungen sorgen.“
Viele Kooperationspartner aus dem Handwerk
Die Leitlinie Handwerk ist unter https://www.fv-eit-bw.de/verbandsthemen/energie/leitlinie-handwerk.html zu finden. Betriebe, die sich der Leitlinie Handwerk anschließen möchten, können dies über diese Website tun.
Neben Zukunft Altbau haben folgende baden-württembergische Verbände an der Erarbeitung der Leitlinie mitgewirkt: der Landesinnungsverband des Schornsteinfegerhandwerks, der Fachverband Sanitär-Heizung-Klima, der Fachverband der Stuckateure für Ausbau und Fassade, der Landesverband Holzbau – Verband des Zimmerer- und Holzbaugewerbes, der Fachverband Glas, Fenster, Fassade sowie der Landesinnungsverband des Dachdeckerhandwerks. Außerdem sind der Baden-Württembergische Handwerkstag (BWHT) und der Verband der regionalen Energie- und Klimaschutzagenturen Baden-Württemberg beteiligt.
Infokasten
Nur durch Allianzen lassen sich die Herausforderungen am Bau und bei der Sanierung stemmen. Der Fachverband Elektro- und Informationstechnik empfiehlt daher seinen Fachbetrieben den einmal jährlich stattfindenden „Energietag der Klimagewerke“. Die gewerkeübergreifende Vernetzungsveranstaltung findet das nächste Mal am 4. Juli 2023 in Stuttgart statt. Informationen gibt es hier: www.zukunftaltbau.de/energietag
Der Fachverband Elektro- und Informationstechnik Baden-Württemberg ist die Dachorganisation der 37 Elektro- bzw. Informationstechniker-Innungen im Land und vertritt als Arbeitgeber- und Wirtschaftsverband die Interessen von rund 7.500 Handwerksunternehmen der Elektrotechnik, der Informationstechnik und des Elektromaschinenbaus.
Die knapp 60.000 Beschäftigten der Branche erwirtschaften einen jährlichen Umsatz von mehr als sieben Milliarden Euro. Rund 5.500 junge Menschen werden derzeit in einem der attraktiven Ausbildungsberufe zum Facharbeiter ausgebildet.
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Die knapp 60.000 Beschäftigten der Branche erwirtschaften einen jährlichen Umsatz von mehr als sieben Milliarden Euro. Rund 5.500 junge Menschen werden derzeit in einem der attraktiven Ausbildungsberufe zum Facharbeiter ausgebildet.
Datum: 17.02.2023 - 10:18 Uhr
Sprache: Deutsch
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