Rahmenbedingungen im Befristungsrecht neu justieren: Keine sachgrundlose Befristung mehr
ID: 207900
Rahmenbedingungen im Befristungsrecht neu justieren: Keine sachgrundlose Befristung mehr
Anlaesslich der Einbringung eines SPD-Antrags zur Abschaffung der sachgrundlosen Befristung in den Bundestag erklaert die
arbeits- und sozialpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion Anette Kramme:
Die SPD-Bundestagsfraktion wird den Antrag "Langfristige Perspektive statt sachgrundlose Befristung" am Donnerstag in erster Lesung in den Bundestag einbringen. Er hat das Ziel, alle Formen der sachgrundlosen Befristung aus dem Teilzeit- und Befristungsgesetz zu streichen. Mit sachgrundlosen Befristungen wird Beschaeftigten eine langfristige Perspektive verweigert.
Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer brauchen jedoch ein Mindestmass an Sicherheit, um sich gesellschaftlich zu engagieren oder eine Familie zu gruenden.
Nur ein gesichertes Arbeitsverhaeltnis bietet ein geeignetes Fundament, um gute Arbeitsbedingungen einfordern zu koennen. Wer auf eine Entfristung oder einen Anschlussvertrag hofft, wird eher nicht auf die Bezahlung seiner Ueberstunden bestehen und scheut sich, auch andere ihm zustehenden Rechte wahrzunehmen.
Nachweislich schneiden durchweg alle relevanten Arbeitsbedingungen, insbesondere Lohnhoehe sowie Aufstiegs- und Weiterbildungsmoeglichkeiten bei befristeten Beschaeftigten deutlich schlechter ab als bei Unbefristeten.
Die Zahl der Befristeten ist stark gestiegen, und gleichzeitig nimmt die Zahl der Unbefristeten ab. Dies ist eine falsche Entwicklung, die den Kuendigungsschutz aushoehlt. Fast jeder zehnte Beschaeftigte arbeitet inzwischen in einem befristeten Arbeitsverhaeltnis; knapp jeder zweite neu abgeschlossene Vertrag ist inzwischen nur noch befristet (Statistisches Bundesamt).
Die sachgrundlose Befristung ist bis zu einer Hoechstdauer von zwei Jahren zugelassen. Sie wurde Ende 2000 auf Neueinstellungen beschraenkt. Durch eine Vielzahl an Studien ist inzwischen belegt, dass befristete Beschaeftigung die Beschaeftigungsaussichten weder verbessert noch verschlechtert.
Nur noch bei jeder dritten offenen Stelle handelt es sich um einen regulaeren, sozialversicherungspflichtigen Vollzeitjob.
Auch die sachgrundlose Befristung fuer Aeltere hat in Untersuchungen schlecht abgeschnitten. Sie hat nachweislich keinerlei Einfluss auf die Einstellungspraxis in den Unternehmen. Es gibt daher auch keine sachliche Rechtfertigung die Befristungsmoeglichkeit fuer Aeltere und fuer neugegruendeten Unternehmen bestehen zu lassen. Beschaeftigte muessen ihr Leben planen koennen. Flexible Beschaeftigung ist weiter moeglich. Es gibt eine breite Palette von Sachgruenden, die eine Befristung rechtfertigen. Dank einer Vielzahl von gesetzlichen Befristungsgruenden koennen Unternehmens-Beduerfnisse nach nur voruebergehender Beschaeftigung abgedeckt werden, und das Teilzeit- und Befristungsgesetz nennt zudem nur Beispiele.
Durch ihre zunehmende Ausbreitung hat sich die sachgrundlose Befristung zu einem Abbau des Kuendigungsschutzes durch die Hintertuer entwickelt. Diese Entwicklung muss gestoppt werden.
© 2010 SPD-Bundestagsfraktion - Internet: http://www.spdfraktion.de
Bereitgestellt von Benutzer: pressrelations
Datum: 08.06.2010 - 12:47 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 207900
Anzahl Zeichen: 3386
pressrelations.de – ihr Partner für die Veröffentlichung von Pressemitteilungen und Presseterminen, Medienbeobachtung und Medienresonanzanalysen
Diese Pressemitteilung wurde bisher 317 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Rahmenbedingungen im Befristungsrecht neu justieren: Keine sachgrundlose Befristung mehr"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
SPD-Bundestagsfraktion (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Der Deutsche Bundestag hat heute dem seit 1994 geltenden Bundespolizeigesetz einen lange überfälligen Modernisierungsschub gegeben. Wir stärken damit die Bundespolizei, geben ihr zeitgemäße Befugnisse an die Hand und machen unsere Bahnhöfe zu sichereren Orten. So setzen wir die modernste Techn
Reform der Notfallversorgung: Hilfe gezielt steuern ...
Christos Pantazis, gesundheitspolitischer Sprecher: Tanja Machalet, zuständige Berichterstatterin: Am späten Donnerstag hat der Deutsche Bundestag den Gesetzentwurf für eine grundlegende Reform der Notfallversorgung beraten. Damit schaffen wir eine bessere Orientierung für Patientinnen und Pat
Die eigentliche Reformarbeit beginnt jetzt ...
Der Bundestag hat am Freitag das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz beschlossen. Angesichts der angespannten Finanzlage war entschlossenes Handeln notwendig. Unser Ziel war dabei klar: die Beitragssätze zu stabilisieren, Versicherte und Arbeitgeber vor weiteren Belastungen zu schützen und gleic
Weitere Mitteilungen von SPD-Bundestagsfraktion
Koalition verhindert Beratung des Internet-Sperrgesetzes ...
Anlaesslich der heutigen Absetzung der Antraege zur Aufhebung des Zugangserschwerungsgesetzes und der Sachstandsberichterstattung zum Loeschgesetz durch das BMJ erklaert der netzpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion Lars Klingbeil: Trotz vorheriger Absprache unter allen Fraktionen habe
Deutsche Ausfuhren im April 2010: + 19,2% zum April 2009 ...
WIESBADEN - Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anhand vorläufiger Ergebnisse mitteilt, wurden im April 2010 von Deutschland Waren im Wert von 75,3 Milliarden Euro ausgeführt und Waren im Wert von 61,9 Milliarden Euro eingeführt. Die deutschen Ausfuhren waren damit im April 2010 um 19,2%
9,6% weniger Wohnungen im Jahr 2009 fertig gestellt ...
WIESBADEN - Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, wurden im Jahr 2009 in Deutschland 159 000 Wohnungen fertig gestellt. Das waren 9,6% oder 17 000 Wohnungen weniger als im Vorjahr 2008. Auch in den Jahren 2008 (- 16,5%) und 2007 (- 15,5%) wurden weniger Wohnungen gegenüber dem jewei
ADAC: Rücksichtslose Raserei an der Tagesordnung ...
Stichprobe "Tempomessungen vor Schulen" Mehr als 60 Prozent der gemessenen Fahrzeuge zu schnell Um die Sicherheit von Kindern auf ihrem Schulweg steht es nicht zum Besten. Dies haben Geschwindigkeitsmessungen des ADAC vor 25 Schulen in zehn Bundesländern ergeben. Dabei wurde die zu




