Anpfiff zur Fussball-WM in Afrika - Rote Karte gegen Kinderarbeit
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Anpfiff zur Fussball-WM in Afrika - Rote Karte gegen Kinderarbeit
Anlaesslich des internationalen Tages gegen Kinderarbeit am 12. Juni 2010 erklaert die zustaendige Berichterstatterin der SPD-Bundestagsfraktion Karin Roth:
In den kommenden vier Wochen schaut die ganze Welt nach Suedafrika. Die erste Fussball-Weltmeisterschaft auf afrikanischem Boden ist aber auch eine grosse Chance fuer die Entwicklung des gesamten Kontinents. Dazu zaehlt auch die wirksame Bekaempfung der Kinderarbeit, die vor allem in Afrika suedlich der Sahara in den vergangenen Jahren zugenommen hat.
Weltweit muessen 215 Millionen Kinder arbeiten, davon allein 65 Millionen in Afrika suedlich der Sahara. Damit muss rund jedes vierte Kind zum Ueberleben der eigenen Familie beitragen. Das ist ein untragbarer Zustand. Um dies zu aendern, muss Deutschland Massnahmen verstaerken, die dazu beitragen, die Kinderarbeit zu stoppen. Ein wichtiger Schritt waere, bei der Vergabe von oeffentlichen Auftraegen unter anderem zur Beschaffung von Guetern fuer alle Buerger einsehbar nachzuweisen, dass die Einhaltung der ILO-Kernarbeitsnormen mit dem Verbot von Kinderarbeit eingehalten wurden.
Zehn Jahre nach der Verabschiedung muss die Internationale Konvention gegen die schlimmsten Formen der Kinderarbeit endlich weltweit gelten. Die internationale Gemeinschaft muss den Kampf gegen die Ausbeutung von Kindern vorantreiben und dafuer sorgen, dass die 1999 verabschiedete ILO-Konvention 182 gegen die schlimmsten Formen der Kinderarbeit endlich weltweit gilt und beachtet wird.
Millionen von Kindern arbeiten anstatt in die Schule zu gehen, weil ihre Eltern bereits nicht zur Schule gegangen sind. Auch wenn arme Eltern ahnen, wie wichtig Bildung fuer ihre Kinder ist, die Huerden fuer einen Schulbesuch sind gross: schlecht ausgebildete Lehrer, Schulgebuehren oder einfach fehlende Schulen. Also schicken arme Eltern auch ihre Kinder zur Arbeit statt in die Schule.
Die Bundesregierung muss hier endlich Farbe bekennen und gemeinsam mit den Partnerlaendern wirksame Konzepte zur Bekaempfung der Kinderarbeit entwickeln. Dazu gehoert neben der Verbesserung der Einkommenssituation der Eltern vor allem das Thema Bildung. Denn eines ist klar: Durch die Beseitigung von Kinderarbeit wird Kindern ueberhaupt erst die Moeglichkeit geschaffen, sich ueber Bildung eine eigene wirtschaftliche Existenz fuer spaeter aufzubauen.
Die SPD-Bundestagsfraktion fordert deshalb die Bundesregierung auf, sich in den Verhandlungen mit den Entwicklungslaendern fuer die Einfuehrung einer allgemeinen Schulpflicht einzusetzen.
Ausserdem muessen sich die weltweit taetigen Unternehmen weitaus staerker als bisher auf die Selbstverpflichtungen gegen Kinderarbeit im Rahmen der UN-Initiative Global Compact und der OECD-Leitsaetze verpflichten.
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Datum: 10.06.2010 - 23:04 Uhr
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