Max Otte: "Die deutsch-französische Achse muss stehen"
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Professor für Betriebswirtschaft an der FH Worms und Währungsunion-Experte im Interview der Deutschen Welle

(PresseBox) - Otte auf die Frage, ob die von der französischen Regierung favorisierte europäische Wirtschaftsregierung der 16 Euro-Länder plausibel erscheint:
"Jetzt haben wir das Hilfspaket geschnürt und brauchen auf der anderen Seite politische Abstimmungsmechanismen. Da wäre eine Wirtschaftsregierung sicherlich nicht schlecht. Frau Merkel ziert sich noch etwas, aber wir müssen weiterkommen auf dem Weg zu mehr Koordination."
Otte zum Modell der Bundesregierung, die für eine Wirtschaftsregierung aller 27 EU-Staaten plädiert:
"Wir haben dieses heterogene Europa. Wahrscheinlich ist es ein Spiel auf Zeit. Letztlich müssen sogar weniger als 16 EU-Staaten voranschreiten. Die deutschfranzösische Achse muss stehen, denn ohne sie läuft in der EU gar nichts. Dann können sich sukzessive andere Länder anschließen. Die 27 halte ich erstmal für eine vorgeschobene taktische Position."
Otte zur Stabilität der Währungsunion:
"Die Europäische Währungsunion ist viel stabiler als die US-Dollar-Region. Der US-Wirtschaft geht es im Schnitt viel schlechter. Es ist letztlich ein Ablenkungsmanöver, denn die wahren Probleme liegen in Amerika und England. Die Europäische Währungsunion ist durch die starken Länder gestützt."
Otte zur Prognose von Ratingagenturen:
"Das ist absolut kontraproduktiv. Die Ratingagenturen spielen ein schlechtes Spiel. Man kann es, man sollte es politisch unterbinden. Man sollte eine europäische Ratingagentur gründen, sogar eine staatliche."
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Datum: 15.06.2010 - 14:58 Uhr
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