"Berliner Morgenpost": Partei der Autofreunde - Leitartikel von Dominik Bath zum FDP-Konzept für autofrendlichere Innenstädte und gegen mehr Fußgängerzonen und Fahrradstraßen
ID: 2117589

(ots) - Die FDP trifft, und zwar mitten ins deutsche Autofahrer-Herz. Kurz vor den Landtagswahlen in Brandenburg, Sachsen und Thüringen setzt sich die Partei für das ein, was viele Deutsche am liebsten haben - das eigene Auto. Und natürlich weiß auch die FDP, dass man im Eichsfeld oder der Lausitz mit neuen Fahrradspuren oder verkehrsberuhigten Straßen keine Wähler für sich gewinnt.
Die FDP schreibt in ihrem Papier "Fahrplan Zukunft - eine Politik für das Auto", man sollte aufhören mit einer ideologisch motivierten und einschränkenden Verkehrspolitik. Deutschland befinde sich am Scheideweg der Mobilität, die Politik müsse sich deshalb zum Auto bekennen. Kommunen sollten das Parken kostenlos machen, auch um mehr Kunden in die Innenstädte zu locken, finden die Liberalen. Sogar eine generelle Park-Flatrate hat es in das dreiseitige Konzept geschafft.
Wie es sich für die Autofreunde von der FDP gehört, positioniert man sich gegen ein generelles Tempolimit auf Autobahnen. Man will den Motorsport, insbesondere die Formel 1, stärken, den Verkehrsfluss mit Digitalisierung verbessern und sieht die Umwandlung von Straßen in Fußgängerzonen und Fahrradstraßen kritisch. Wobei man auch nicht behaupten kann, die Bundespolitik habe zuletzt gegen das Auto gehandelt. Vor allem die FDP-Minister im Kabinett bekennen sich stetig und gerne mit voller Lautstärke für Deutschlands stärkste Wirtschaftsbranche: Finanzminister Christian Lindner klammert sich an Pendlerpauschale und Dienstwagenprivileg. Verkehrsminister Volker Wissing wettert regelmäßig gegen das von der EU beschlossene Aus für neue Verbrenner ab 2035 und schrieb an Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen einen Brief, in dem er vor der Außerbetriebsetzung von Millionen Diesel-Autos warnt.
Geht es ums Auto, werden die Deutschen schnell emotional. Das Auto steht für deutsche Ingenieurskunst, Zuverlässigkeit und Qualität. Das Auto ist ein Teil der nationalen Identität. Deswegen regen Diskussionen um das Auto auch so schnell auf. Betrugssoftware und Umweltverschmutzung hin oder her. Die FDP weiß das. Teile des Papiers sind aber auch nicht gänzlich abwegig. Vor allem auf dem Land geht es nicht ohne Auto. Wer schnell zum Supermarkt in den nächstgrößeren Ort will, kann ansonsten einen Tagesausflug dafür einplanen. Ohne Auto auf dem Land - da ist man schnell aufgeschmissen. Und natürlich braucht es dafür auch entsprechende Straßen, eine gute Verkehrsplanung. Und klar, auch kostenlose Parkplätze überall wären für Autofahrer nicht schlecht. Andererseits: Wer mal in die Stadt fährt, möchte flanieren - und nicht nach zehn Metern gegen ein parkendes Auto laufen.
Die Liebe zum Auto darf daher nicht dazu führen, die Mobilitätspolitik für den Rest zu vergessen. Da hat auch die FDP noch einiges zu erledigen: Die Bahn ist ein Sanierungsfall, das Deutschlandticket ein Zankapfel, mit der Verlagerung von Gütern auf die Schiene klappt es nicht so recht - und, wenn es im ländlichen Raum einen Bahnanschluss gibt, könnte die Taktung der Züge besser sein und der Zubringerverkehr dahin erst recht.
Ohnehin dürfte sich die Frage, ob es Deutschland in die Mobilität der Zukunft schafft, nicht allein am Auto entscheiden. Was aber ganz sicher nicht hilft, ist, den ländlichen Raum gegen Großstädte auszuspielen, wo man sehr gut ohne Auto auskommt. Und auch ein dreiseitiges Konzeptpapier mit nur einer Idee dürfte das Land kaum voranbringen.
Pressekontakt:
BERLINER MORGENPOST
Telefon: 030/887277 - 878
bmcvd@morgenpost.de
Original-Content von: BERLINER MORGENPOST, übermittelt durch news aktuellWeitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 12.08.2024 - 20:16 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 2117589
Anzahl Zeichen: 3749
Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: ots
Stadt:
Berlin
Kategorie:
Politik & Gesellschaft
Diese Pressemitteilung wurde bisher 370 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
""Berliner Morgenpost": Partei der Autofreunde - Leitartikel von Dominik Bath zum FDP-Konzept für autofrendlichere Innenstädte und gegen mehr Fußgängerzonen und Fahrradstraßen"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
BERLINER MORGENPOST (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Die "Berliner Morgenpost" veröffentlicht folgende Information: +++ sofort frei zur Veröffentlichung bei Quellenangabe +++ Mehrheit der Berliner will nicht mehr Geld für Weihnachtsgeschenke ausgeben Berlin - Die meisten Berlinerinnen und Berliner wollen dieses Jahr Geschenke unter den
"Berliner Morgenpost": Mehrheit der Berliner will nicht mehr Geld für Weihnachtsgeschenke ausgeben ...
Die "Berliner Morgenpost" veröffentlicht folgende Information: +++ sofort frei zur Veröffentlichung bei Quellenangabe +++ Mehrheit der Berliner will nicht mehr Geld für Weihnachtsgeschenke ausgeben Berlin - Die meisten Berlinerinnen und Berliner wollen dieses Jahr Geschenke unter den
"Berliner Morgenpost": Mehrheit der Berliner will nicht mehr Geld für Weihnachtsgeschenke ausgeben ...
Die "Berliner Morgenpost" veröffentlicht folgende Information: +++ sofort frei zur Veröffentlichung bei Quellenangabe +++ Mehrheit der Berliner will nicht mehr Geld für Weihnachtsgeschenke ausgeben Berlin - Die meisten Berlinerinnen und Berliner wollen dieses Jahr Geschenke unter den
Weitere Mitteilungen von BERLINER MORGENPOST
"Berliner Morgenpost": Fehler im System - Kommentar von Wolfgang Mulke zu der Kluft, die zwischen armen und reichen Rentnern wächst ...
Das Rentensystem in Deutschland ist in Teilen ungerecht. Eine aktuelle Umfrage des Sozialverbands Deutschland (VDK) legt dies offen. Demnach nimmt in der älteren Generation die materielle Spaltung deutlich zu. Auf der einen Seite stehen die Rentner aus akademischen Berufen. Sie haben vergleichsweis
"Rhein-Neckar-Zeitung" (Heidelberg) zu: Wahlkampf von Kamala Harris ...
Seit Kamala Harris Präsident Joe Biden vor gut drei Wochen als demokratische Spitzenkandidatin abgelöst hat, hat sie sich noch nicht durch Inhalte profiliert. Bislang war dies auch nicht nötig. Denn Harris schürt geschickt die Euphorie, die an der demokratischen Basis durch Bidens Rückzug und d
"nd.DerTag": Zurück in die 70er Jahre - Kommentar zum neuen Pro-Auto-Programm der FDP ...
Überraschend ist der Vorstoß der FDP nicht. Sie ist als Partei bekannt, die sich für den Autoverkehr einsetzt und dies als Förderung der Freiheit jedes Einzelnen verkauft. Das jüngste Thesenpapier der FDP für autofreundliche Innenstädte passt zu ihrem Festhalten am Verbrenner und der strikten
SPD-Fraktionschef: Kultur des Friedens ist Aufgabe der Politik / Chance gegen Chauvinismus und Rassismus ...
Der SPD-Fraktionschef im Bundestag, Rolf Mützenich, sieht in der olympischen Botschaft einer "Kultur des Friedens" eine Chance zur Überwindung "tief verankerter Verhaltensmuster wie Chauvinismus und Rassismus". Der Begriff erinnere daran, "dass Kriege nicht allein das Resu




