KI-Forschung will Informationstechnik vereinfachen-Computersteuerung über Sprache, Mimik und Gestik

KI-Forschung will Informationstechnik vereinfachen-Computersteuerung über Sprache, Mimik und Gestik

ID: 21214
(firmenpresse) - Bonn/Bremen/Saarbrücken - Die Ergebnisse der Forschung für Künstliche Intelligenz (KI) sind nicht immer leicht als solche zu erkennen. "Wenn Künstliche Intelligenz schliesslich funktioniert, dann wird es nicht mehr KI genannt, sondern Informatik, weil wir es dann verstehen", fasst Wilfried Brauer, Professor an der Technischen Universität München http://www.tum.de , ein Paradoxon des Forschungsgebietes zusammen. Heute begegnen uns überall Systeme, in denen KI steckt: Schrifterkennung im Taschencomputer, telefonische Reservierungssysteme für Kino- und Bahntickets, virtuelle Gegner bei PC-Spielen, Roboter, die Rasen mähen oder Fassaden. Für ein Lebewesen zeige sich Intelligenz darin, wie gut es sich in einer unbekannten Umwelt zurechtfinde, wie es auf unerwartete Situationen reagiere, beschreibt Professor Hans-Dieter Burkhard, Projektleiter an der Berliner Humboldt-Universität http://www2.informatik.hu-berlin.de , das Forschungsfeld. "Fussball ist in gewisser Weise so eine unbekannte Umwelt, da man nie genau weiss, was der Gegner als nächstes macht." Das Fernziel der Wissenschaftler ist es, Roboter zu erschaffen, die mit Menschen zusammen handeln können. Man denkt gar nicht an eine Maschine, die ein Problem besser lösen soll, sondern modelliert in der Maschine Verfahren, die für Menschen typisch sind, wenn sie Probleme lösen. "Technologien, die sich im Versuchsfeld Fussball bewähren, haben gute Aussichten, auch in anderen Einsatzfeldern wie Haushalt, Büro, Fabrik oder auf anderen Planeten eine gute Figur zu machen", sagt Ubbo Visser, Chef des Organisationskomitees der Robo-Cup-WM am Informatik-Zentrum Bremen.

Für Professor Wolfgang Wahlster steht der Begriff der "Usability" (Brauchbarkeit, Verwendbarkeit) im Fokus der KI-Forschung. "Wir kommen in der Informationstechnik bei Massenanwendungen nicht weiter, wenn wir nicht den Menschen in den Mittelpunkt der künftigen IT stellen. Im PC- und Notebook-Markt erreichen wir eine Sättigung, bleiben wir bei der konventionellen Windows-, Maus-, Tastaturbedienung." Damit bestätigt er auch eine Einschätzung von David Waltz vom NEC Research Institute in Princeton http://www.nec-labs.com . "Die derzeitigen seriellen Computer sind an Grenzen gestossen, jenseits derer ihre Schnelligkeit nicht mehr im Rahmen angemessener Kosten gesteigert werden kann." Wie also geht es weiter? In Japan, so Wahlster, spreche man bereits vom One-Button-Computer: "Ein und aus, alles andere geschieht über Sprache, Mimik und Gestik, für die man kein Handbuch studieren muss." Wahlster leitet das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz http://www.dfki.de (DFKI) in Saarbrücken und ist Schirmherr sowie Jury-Vorsitzender der Bonner Voice Days http://www.voicedays.de , die im Oktober zum dritten Mal stattfinden.



"Roboter, die uns in tiefsinnige Gespräche verwickeln, sind noch Science-Fiction", erläutert Professor Michael Kohlhase von der International University Bremen http://www.iu-bremen.de . "Es ist heute schon abzusehen, dass in den nächsten Jahren Sprachdialogsysteme beispielsweise im Auto, bei der intuitiven Bedienung intelligenter Haustechnik und beim mobilen Internet-Zugriff als eingebettete Softwaresysteme immer stärker auch in den Massenmarkt eindringen", sagt Wahlster und unterstreicht den Usability-Ansatz seiner KI-Betrachtung. Ständig gebe es neue sprachdialogbasierte Informationsangebote. Der Computer, die Maschine müsse im Kommunikationsverhalten dem Menschen entgegen kommen, ist Wahlster überzeugt. Die Benutzermodellierung und die Personalisierung von Softwaresystemen werde in den nächsten Jahren eine Schlüsselrolle spielen.

Das Ziel aus den Anfangstagen der Disziplin vor 50 Jahren, künstliche Intelligenzen im Rechner zu erschaffen, ist heute konkreten anwendungsorientierten Fragestellungen gewichen: KI-Systeme sollen mit menschenfreundlichen Dienstleistungen den Alltag unterstützen. Gerade einmal zwei Wörter benötigt Professor Aaron Sloman von der University of Birmingham http://www.bham.ac.uk , um dies zu umschreiben. Er nennt es schlicht "Produktive Bequemlichkeit". Aus Sicht von David Waltz können intelligente Maschinen nur dann entstehen, wenn die KI-Forschung Möglichkeiten findet, "ungeheure Mengen an Speicherplatz mit relevanter Information zu füllen." Hierzu bedarf es der Entwicklung von sensorischen Systemen, die erstmals das Lernen aus Erfahrung ermöglichen würde. "Die Möglichkeit einer künstlichen Intelligenz hängt davon ab, ob es gelingt, Systeme zu bauen, die nicht mehr im bisherigen Sinn programmiert werden müssen."
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  Wer bleibt durch Sponsoring tatsächlich in Erinnerung? comdao.net: Das neue Medium für die Networking-Wirtschaft sucht weitere Autoren
Bereitgestellt von Benutzer: cklemp
Datum: 29.06.2006 - 14:51 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 21214
Anzahl Zeichen: 0

Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: Gunnar Sohn

Kategorie:

Information & TK


Meldungsart: bitte
Versandart: bitte
Freigabedatum: 29.06.2006

Diese Pressemitteilung wurde bisher 1094 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"KI-Forschung will Informationstechnik vereinfachen-Computersteuerung über Sprache, Mimik und Gestik"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

medienbüro.sohn (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

Sascha Lobo und die halbautomatische Netzkommunikation ...
Facebook-Browser könnte soziale Netzwerke umpflügen Berlin/München, 27. Februar 2009, www.ne-na.de - Millionen Deutsche sind mittlerweile in sozialen Netzwerken wie XING, Wer-kennt-wen, Facebook oder StudiVZ organisiert, haben ein Profil und präsentieren sich auf irgendeine Art im Web, ob mi

Finanzbehörden müssen mit Mittelstand innovativer umgehen ...
Schnelle Verfahren zur Stundung von Steuern und Anpassung von Vorauszahlungen Berlin, 26. Februar 2009, www.ne-na.de – Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) www.bvmw.de fordert die Finanzbehörden und Sozialversicherungen zu einem flexiblen und innovativen Umgang mit kleinen un

Kritik von Abfallexperten: Novellierte Verpackungsverordnung zementiert Grünen Punkt ...
Müllkonzern, fördert Preisdumping und unseriöse Recyclingmethoden Berlin/Bonn, 25. Februar 2009, www.ne-na.de - Einige Medien berichteten am Anfang des Jahres von der wundersamen Wiederauferstehung des Grünen Punktes http://www.gruener-punkt.de. So soll der frühere Müllmonopolist Duales Sys


Weitere Mitteilungen von medienbüro.sohn


Wer bleibt durch Sponsoring tatsächlich in Erinnerung? ...
Lasst uns einfach mal laut denken… Bald ist es wieder soweit: Von 02.08 - 06.08.2006 findet der Beach Volleyball Grand Slam in Klagenfurt statt. Es ist ein sportliches Grossereignis in Österreich, das die Massen in Bewegung setzt. Das zeigt sich in einem touristischen Umsatz von 5.770.000 Eu

23-Jähriger Internetpionier betreut weltweit 3 Mio. Nutzer ...
Düsseldorf. Was Beepworld-Gründer David Finkenstädt einst spielerisch im Kinderzimmer begann, lockt mittlerweile Investoren auch aus Übersee auf den Plan: die cleveren Ideen der Düsseldorfer Internetfirma Beepworld GmbH. Der heute 23-jährige Geschäftsführer und Biologiestudent kann seit Ende

GROUP Technologies erweitert internationale Präsenz ...
Vertriebspartnerschaft mit Accel Frontline: GROUP Technologies erweitert internationale Präsenz Eisenach, 29. Juni 2006 - GROUP Technologies erweitert seine internationale Präsenz durch ein Vertriebsabkommen mit dem asiatischen IT-Dienstleister Accel Frontline Limited. Die iQ.Suite von GROU

lnfiniPath InfiniBand-Adapter für PCI-Express von QLogic ab sofort verfügbar ...
Industrieweit erster 1OX-MR-Infiniband-Adapter für Intel-basierte Clustersysteme DRESDEN, 28. Juni 2006. QLogic gab heute im Rahmen seiner Teilnahme an der International Supercomputing Conference 2006 in Dresden bekannt, dass die InfiniPath InfiniBand Adapter mit PCI-Express-Schnittstelle jetzt


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z