Wir brauchen eine Vision für unser Land / Kommentar von Dennis Rink zum Zustand Deutschlands
ID: 2124060

(ots) - Wohin führt unsere Reise? Befindet sich Deutschland wirklich im Sinkflug? Und was bedeutet das für uns? Umfragen bestätigen regelmäßig, dass wir Deutsche uns diese Frage immer häufiger stellen - und dass wir Sorgen haben. Können wir hier noch sicher leben? Bleibt die Demokratie die sattelfeste Grundlage unserer Gesellschaft? Was wird aus unserem Wohlstand?
Diese Unsicherheit ist giftig. Sie liegt seit einiger Zeit wie ein Film über unserem Land. Sie spaltet. Sie fördert Politikverdrossenheit. Sie unterhöhlt demokratische Grundfeste. Und sie ist leider absolut nachvollziehbar. Gesellschaft und Wirtschaft haben sich schon immer gewandelt. Erinnern wir uns daran, welche Veränderungen die Industrialisierung für die Menschen mit sich gebracht hat. Gerade verändert sich noch viel mehr. Die Digitalisierung erfasst ganze Branchen, lässt Berufsbilder verschwinden, bricht mit Routinen, schafft Neues. Das strapaziert eine Gesellschaft. Zumal die Schlagzahl dieser Neuerungen zunimmt. Wir müssen uns diesem Wandel aber stellen. Er ist, und das ist keine Phrase, auch eine Chance.
Wir leben in einem Land mit unzähligen Möglichkeiten. Dass das nicht selbstverständlich ist, zeigt ein Blick in den überwiegenden Teil der Welt. In jedem Transformationsprozess braucht es aber auch eine Vision. Wo wollen wir hin? Wer wollen wir sein? Genau das fehlt Deutschland.
Denn jeder Wandel braucht Führung. Einen Punkt, an dem wir uns orientieren können, der uns durch den Nebel Richtung Ziel führt. Das Problem: Das hat Angela Merkel selten getan. Und das tut erst recht nicht Olaf Scholz. Es ist natürlich die Aufgabe einer Bundesregierung, dem Land mit ihrer politischen Agenda ein Profil zu geben. Das geht aber nicht, wenn man der Wirtschaft, als einstigem Prunkstück Deutschlands, Stück für Stück Knüppel zwischen die Speichen wirft. Das geht auch nicht, wenn man auf drängende gesellschaftliche Fragen wie die Asyl- und Migrationspolitik keine Antwort findet. Das geht auch nicht, wenn man als Ampel nur reagiert statt agiert. Und ein Kanzler, der nur führt, wenn es nicht mehr anders geht, ist eben nicht der, der einem verunsicherten Land den Weg durch den Nebel zeigt.
Was bedeutet das aber jetzt? Deutschland braucht ein Ziel und ein Profil. Wollen wir eine führende Industrienation bleiben, zu der andere Länder aufschauen - dann brauchen wir einen wirklichen Abbau von Bürokratie und eine entschlossene Konzentration auf zukunftsträchtige Industrie- und Gewerbezweige, inklusive der notwendigen Investitionen. Wollen wir Vorreiter bei Themen wie Klimaschutz, Nachhaltigkeit oder Verkehrswende sein - dann brauchen wir steuerliche Förderungen und eine durchdachte Strategie für Industrie und Bevölkerung. Wollen wir auf Bildung, Schulen und den Nachwuchs setzen - dann brauchen wir mehr Lehrer, bessere Ausstattungen und vor allem ein stringenteres Schulsystem, obwohl Bildung Ländersache ist. Das alles muss aber jemand machen.
Olaf Scholz tut das nicht. Friedrich Merz wird das nicht tun. Denn Führung lebt auch von Persönlichkeiten. Schauen wir nach Amerika. Im Prinzip haben die Demokraten nur den Kandidaten gewechselt - und die USA erleben einen Aufschwung der Hoffnung. Weil Kamala Harris für etwas steht. Sie hat ein klares Bild der Zukunft Amerikas und weiß um die Bedeutung ihrer Wirtschaft. Ein Teil der Wahrheit bleibt auch, dass wesentliche Punkte in ihrem Programm vage bleiben und ihre Auftritte in diesem von Donald Trump unter der Gürtellinie geführten Wahlkampf mehr inhaltliche Aspekte brauchen. Aber nicht wenige von uns haben sich bestimmt schon bei diesem Gedanken ertappt: Vielleicht brauchen wir auch eine Kamala Harris.
Wir leben in einem wundervollen Land mit vielen Möglichkeiten. Es ist mir ein Rätsel, wonach sich die Menschen im Osten sehnen, die die AfD oder das Bündnis Sahra Wagenknecht wählen. Lassen Sie uns die Chancen, die die Zukunft bietet, ergreifen. Wir dürfen nicht überall Probleme sehen. Dafür muss auch die Politik endlich Antworten und Lösungen liefern. Packen wir es an.
Pressekontakt:
Allgemeine Zeitung Mainz
Zentraler Newsdesk
Telefon: 06131/485946
desk-zentral@vrm.de
Original-Content von: Allgemeine Zeitung Mainz, übermittelt durch news aktuellWeitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 16.09.2024 - 07:00 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 2124060
Anzahl Zeichen: 4394
Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: ots
Stadt:
Mainz
Kategorie:
Politik & Gesellschaft
Diese Pressemitteilung wurde bisher 334 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Wir brauchen eine Vision für unser Land / Kommentar von Dennis Rink zum Zustand Deutschlands"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Allgemeine Zeitung Mainz (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Der Politikwissenschaftler Prof. Dr. Karl-Rudolf Korte hält einen Austritt der FDP aus der Berliner Ampelkoalition für möglich. "Die Ergebnisse der FDP bei den vergangenen Landtagswahlen befinden sich im kaum noch messbaren Bereich", sagt Korte im neuen Podcast der VRM "Korte &
Es bleibt ein Störgefühl / Kommentar von Jens Kleindienst zum Karlsruher AfD-Urteil ...
Als demokratisch gewählter Vertretung des Volkes kommt dem Bundestag "bei der Gestaltung seiner inneren Organisation und des Geschäftsgangs ein weiter Spielraum zu". So hat es das Bundesverfassungsgericht jetzt bekräftigt - und sich damit selbst große Zurückhaltung auferlegt. Einzige
Scholz kann Kanzler - aber viel zu selten / Kommentar von Dennis Rink zur Generaldebatte im Bundestag ...
Olaf Scholz kann Kanzler. Aber nur, wenn er mit dem Rücken zur Wand steht. Das war so bei seiner historischen Doppel-Wumms-Rede vor fast zwei Jahren. Das war so bei der Generaldebatte 2023 - und nun wieder. Der sonst so wortkarge und emotionslose Sozialdemokrat wurde bei den Themen Asyl und Migrati
Weitere Mitteilungen von Allgemeine Zeitung Mainz
Zentralasien - Für Deutschland steht in der Region viel auf dem Spiel ...
Usbekistans Präsident Schawkat Mirsijojew hat sein Land auf einen Reformkurs gelenkt, den es zu unterstützen gilt. Indes gibt es mit Kasachstans Staatschef Qassym-Schomart Toqajew einige ernste Themen zu besprechen. So bekennt sich der für Deutschland wichtige Energielieferant zwar offiziell zu d
Infrastruktur - Gebt der Pkw-Maut eine zweite Chance ...
Es gibt eine Möglichkeit, relativ kurzfristig für Entlastung zu sorgen. (...) Wäre die unter Schmerzen beschlossene Pkw-Maut nicht zum teuren Desaster geworden, hätte man mit den erwarteten Milliarden bereits viele Brücken sanieren können. Die versprochene "Ausländermaut", die den d
Stuttgarter Nachrichten: Kommentar zum Migrationsabkommen mit Usbekistan ...
Deutschland müsse sich aussuchen können, wer im Land bleiben darf und wer nicht. Das ist die Vorgabe des Kanzlers. Die Migrationsabkommen sind einerseits ein gutes Mittel, um Fachkräfte zu gewinnen. Es geht um Menschen, die Deutschland in Zeiten des demografischen Wandels dringend braucht. Gleich
Kölner Völkerechtler Kreß kritisiert USA und Großbritannien: "Doppelstandards" ...
Der Kölner Straf- und Völkerrechtler Clauß Kreß hat die USA und Großbritannien eindringlich zur Abkehr von doppelten Standards bei der Verfolgung staatlicher Verbrechen aufgerufen. "In Fensterreden halten auch die USA und Großbritannien das Völkerstrafrecht hoch", sagte Kreß der KÃ




