"Die Menschen wollen keine grüne Augenwischerei, sondern grüne Lösungen"
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Hermann Scheer, Bertrand Piccard und Felix Finkbeiner beim Deutsche Welle Global Media Forum in Bonn / Staatsminister Werner Hoyer dankt Yvo de Boer

(PresseBox) - Der Staatsminister im Auswärtigen Amt Werner Hoyer (MdB) hat dem scheidenden Generalsekretär des UNFCCC, Yvo de Boer, für seinen "Footprint", den er während seiner vierjährigen Tätigkeit an der Spitze des Weltklimarats hinterlassen habe, gedankt. Auf dem Deutsche Welle Global Media Forum in Bonn sagte Hoyer, die Herausforderungen des Klimawandels müssten grenzüberschreitend und interdisziplinär angenommen werden. Umweltpolitik sei heute zugleich Außen- und Sicherheitspolitik. Thema der diesjährigen Konferenz vom 21. bis 23. Juni: "THE HEAT IS ON - Klimawandel und die Medien". Die Umweltministerkonferenz Anfang Mai auf dem Petersberg bei Bonn habe in mehreren Ländern konkrete Maßnahmen zum Klimaschutz zur Folge gehabt. Hoyer betonte, ein stabiles Klima sei "essenziell für die Wirtschaft". Der Staatsminister rief die Journalisten auf, verstärkt über die Risiken und Chancen des Klimawandels zu berichten. Hoyer: "Freie Medien sind dafür unverzichtbar." In diesem Zusammenhang seien Fortbildungsmaßnahmen für Journalisten wichtig, wie sie beispielsweise die Akademie der Deutschen Welle Partnern in vielen Ländern anbiete.
Yvo de Boer brachte seine Hoffnung zum Ausdruck, dass die Konferenz im November in Cancún, Mexiko, das Potenzial habe, die Absprachen von Kopenhagen umzusetzen. An die Journalisten appellierte er, diese Prozesse weiter kritisch zu begleiten.
Hermann Scheer (MdB, Präsident Eurosolar) sagte: "Die Menschen wollen keine grüne Augenwischerei, sondern grüne Lösungen." In den Medien gebe es zu viele Berichte über die Probleme des Klimawandels und zu wenige über Perspektiven und Lösungen, um einer "No future"-Haltung begegnen zu können. Scheer forderte, den Blick mehr auf die vielen erfolgreichen lokalen Aktivitäten zu richten, die in vielen Ländern zum Klimaschutz angestoßen würden. Deutschland müsse auch künftig Vorreiter sein, denn deutsche Initiativen seien "Vorbild für 40 bis 50 andere Staaten" geworden.
Der Schweizer Abenteurer Bertrand Piccard stellte sein Projekt "Solar Impulse" vor. Piccard plant, die Welt in einem Solarflugzeug zu umrunden. In der Klimadebatte fehle der Pioniergeist: "Statt über Probleme und Kosten zu reden, müssen wir über Lösungen und gesellschaftlichen Gewinn sprechen." Schon die heute verfügbare Technik ermögliche es, "50 Prozent der fossilen Energieträger, die wir täglich verschwenden, einzusparen". Die Medien hätten nicht mehr nur die Aufgabe zu informieren. "Sie müssen auch ermutigen und teilhaben am Bewusstseinswandel", so Piccard.
Der zwölfjährige Felix Finkbeiner, der die Initiative "Plant for the Planet" ins Leben gerufen hat, plädierte dafür, Kinder und Jugendliche in die Klimadebatte einzubeziehen. "Es geht nicht allein darum, den Polarbär zu retten - es geht um unsere Zukunft." Finkbeiner kündigte an, Bundeskanzlerin Angela Merkel einen Drei-Punkte-Plan zu überreichen: "Erstens: Karbon ins Museum. Zweitens: Klimagerechtigkeit. Drittens: Bäume pflanzen."
An der dritten Auflage des Deutsche Welle Global Media Forum nehmen rund 1500 Teilnehmer aus 95 Ländern teil. Mitveranstalter ist die Stiftung Internationale Begegnung der Sparkasse in Bonn. Unterstützt wird die Konferenz zudem vom Auswärtigen Amt, dem Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes NRW, dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung, der Stadt Bonn, DHL, KSB Aktiengesellschaft und Faber-Castell.
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Datum: 21.06.2010 - 14:06 Uhr
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