Neue Tempolimit-Studie belegt Klimaschutz-Effekt: Deutsche Umwelthilfe, Gewerkschaft der Polizei und Sozialverband VdK fordern Tempolimit noch vor den Neuwahlen
ID: 2142601

(ots) -
- Umweltbundesamt belegt enorme CO2-Einsparung durch Tempolimit auf Autobahnen und Tempo 80 auf Landstraßen von bis zu 11,7 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr
- Tempolimit reduziert außerdem drastisch die Zahl verletzter und getöteter Menschen im Straßenverkehr
- DUH, GdP und VdK fordern SPD und Grüne auf, generelles Tempolimit noch vor den Neuwahlen zu verordnen
Eine neu veröffentlichte Studie des Umweltbundesamts (UBA) belegt den enormen Klimaschutz-Effekt eines Tempolimits. Erstmals wurde darin auch offiziell die CO2-Einsparung von Tempo 100 auf Autobahnen berechnet. Für Geschwindigkeitsbegrenzungen von 130 bzw. 120 Stundenkilometern auf Autobahnen werden in Verbindung mit Tempo 80 auf Landstraßen bereits hohe Einsparpotenziale von 3,9 bzw. 6,8 Millionen Tonnen CO2 jährlich festgestellt. Tempo 100/80 spart sogar 11,7 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr.
Die Deutsche Umwelthilfe (DUH), die Gewerkschaft der Polizei (GdP) und der Sozialverband VdK fordern die amtierende Bundesregierung auf, noch vor den Neuwahlen ein generelles Tempolimit einzuführen und so nicht nur kostengünstig und sofort wirksam das Klima und gleichzeitig Menschenleben zu schützen, Einsatzkräfte zu entlasten sowie die Barrierefreiheit und Lebensqualität innerorts zu erhöhen. SPD und Grüne haben über den Verordnungsweg die Möglichkeit, dies auch ohne parlamentarische Mehrheit umzusetzen.
Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH: "Die Zeit der Ausreden ist vorbei. Die neue UBA-Studie zeigt eindrucksvoll, dass das Einsparpotenzial eines Tempolimits von 100/80/30 sogar noch höher ist als bisher angenommen. Mit einem solchen umfassenden Tempolimit kann der Verkehrssektor seine letztjährige Klimalücke beinahe schließen. Die noch amtierende Bundesregierung aus SPD und Grünen sollte jetzt ohne den Bremsklotz FDP und mit den neuen Zahlen im Rücken beweisen, dass sie Klimaschutz ernst meint und das Tempolimit einführen - ansonsten werden wir es mit unseren laufenden Klimaklagen durchsetzen. Wir rufen alle Bürgerinnen und Bürger auf, mit uns den Druck zu erhöhen und mit ihrer Stimme ein Tempolimit Jetzt einzufordern!"
Deutschland ist das einzige Industrieland ohne ein generelles Tempolimit auf Autobahnen. In den letzten Jahren haben zahlreiche europäische Länder ihre Geschwindigkeitsregelungen zum Schutz von Klima, Umwelt und Menschenleben nachgeschärft. So sanken etwa durch die Einführung von Tempo 30 in mehr als 200 französischen Städten die Unfallzahlen um 70 Prozent.
Michael Mertens, stellvertretender Bundesvorsitzender der GdP: "Ein Tempolimit ist nicht nur eine Frage des Klimaschutzes, sondern auch des Arbeitsschutzes. Unsere Kolleg:innen, die täglich auf den Straßen unterwegs sind, verdienen maximale Sicherheit. Ein generelles Tempolimit würde die Unfallgefahr erheblich reduzieren und einen entscheidenden Beitrag für den Schutz aller Verkehrsteilnehmenden leisten."
Verena Bentele, Präsidentin des VdK: "Berechnungen des Umweltbundesamtes belegen auch für Tempo 30 innerorts relevante CO2-Einsparungen. Wir als Sozialverband VdK setzen uns nicht nur deshalb dafür ein, das Tempo in den Städten und Dörfern stärker zu begrenzen. Innerörtlicher Verkehr hat durch seine Emissionen von Lärm, Feinstaub und Giften eine Vielzahl negativer gesundheitlicher Auswirkungen. Besonders betroffen sind davon Anwohner von Hauptverkehrsstraßen und dies sind tendenziell ärmere Menschen. Außerdem trägt eine geringere Geschwindigkeit innerorts dazu bei, schwächere Verkehrsteilnehmer besser zu schützen und die Barrierefreiheit des öffentlichen Raums zu stärken. Der Sozialverband VdK setzt sich für eine sozialverträgliche Mobilitätswende ein, die auch Tempolimits einschließt."
Hintergrund:
Allein bis 2030 klafft im Verkehrsbereich eine Lücke von mindestens 180 Millionen Tonnen CO2. Ein Tempolimit könnte ein Drittel dieser Klimalücke schließen. Dazu hatte die DUH bereits im Januar 2023 eigene Berechnungen veröffentlicht, die bei Tempo 100 auf Autobahnen und Tempo 80 außerorts ein Einsparpotenzial von mehr als 11 Millionen Tonnen jährlich festgestellt. Die neuen UBA-Zahlen zeigen nun ein noch höheres Einsparpotenzial.
Ein von der DUH initiiertes Aktionsbündnis setzt sich seit 2019 für ein Tempolimit ein. Dazu gehören: Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), Changing Cities, DUH, FUSS e. V. - Fachverband Fußverkehr Deutschland, Gewerkschaft der Polizei, Greenpeace, Hannovair, Initiative für sichere Straßen, Klimaschutz im Bundestag, Naturschutzbund Deutschland (NABU), Verbund Service und Fahrrad (VSF), Sozialverband VdK Deutschland (VdK), Verkehrsclub Deutschland (VCD), Verkehrsunfall-Opferhilfe Deutschland.
Links:
- Zur Studie des Umweltbundesamts: https://ots.de/JIXvGV
- Zur DUH-Petition: https://www.duh.de/mitmachen/tempolimit-jetzt/
Pressekontakt:
Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer
0171 3649170, resch@duh.de
Pressestelle Bundesvorstand GdP
030 399921-113, gdp-pressestelle@gdp.de
Verena Bentele, Präsidentin VdK
030 92 10 580-400, presse@vdk.de
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Datum: 19.12.2024 - 10:10 Uhr
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