"ttt - titel thesen temperamente" (MDR) / am Sonntag, 19. Januar 2025, um 23:05 Uhr im Ersten
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(ots) - Die geplanten Themen:
Schwerpunkt: Chemnitz feiert die Eröffnung als europäische Kulturhauptstadt 2025
"Chemnitz ist deutlich mehr als Nischel und Platte", so wird Sven Schulze, der Bürgermeister von Chemnitz, kurz vor der Eröffnung des Kulturhauptstadtjahres zitiert. Damit verbunden ist die Hoffnung, dass die Stadt durch das Kulturhauptstadtjahr ihr Image aufbessern kann. Der "Nischel" ist das nicht zu übersehende, kolossale Monument von Karl Marx und bildbestimmend mitten im Stadtzentrum. Und das markierte rechte Image von Chemnitz hat mit den ausländerfeindlichen Ausschreitungen im August 2018 zu tun, nach der tödlichen Messerattacke auf einen jungen Deutschen durch einen Asylbewerber.
Am 18. Januar wird das Kulturstadtjahr mit einer großen Party in der ganzen Stadt eröffnet. "ttt" ist mit Moderatorin Siham El-Maimouni unterwegs. Wir treffen Danny Weigelt, einen von über 600 Freiwilligen für "Chemnitz 25", der uns seine Stadt zeigt. Wir sprechen mit der Generaldirektorin der Kunstsammlungen Chemnitz, Florence Thurmes, über den weltberühmten Chemnitzer Maler Karl Schmidt-Rottluff und begegnen dem Fotografen Martin Maleschka, der beim Projekt #3000 Garagen mitwirkt. Auch hier geht es um Bürgerbeteiligung und Dialog, das zentrale Anliegen von "Chemnitz 25". (Autoren: Jens-Uwe Korsowsky, Dennis Wagner, Anna Neuhaus)
Was bedeutet das: Faktencheck-Aus beim Social Media-Konzern Meta?
Mit weltweit rund 3,29 Milliarden täglichen Nutzern ist Meta der Gigant unter den Social Media-Konzernen. Was bedeutet die Ankündigung des Firmengründers Mark Zuckerberg, in den USA künftig auf Faktenchecker zu verzichten, für Deutschland und Europa? Für Zuckerberg sind Faktenchecks Zensur. Ist er also ein Held der Meinungsfreiheit? Oder geht es ihm vielmehr darum, wirtschaftliche Nachteile für seinen Milliardenkonzern zu verhindern? Und welche Möglichkeiten hat die EU, Fake News im Netz zu verhindern? Mimikama-Faktenchecker André Wolf fordert eine neue, europäische Social Media-Plattform. Digitaljournalistin Ingrid Brodnik befürchtet, dass die EU dem wirtschaftlichen Druck der USA nichts entgegensetzen kann. Professor Volker Boehme-Neßler, Jurist für Medienrecht, hält die Entscheidung Zuckerbergs für richtig: In einer Demokratie müssten Meinungsunterschiede von den Bürgerinnen und Bürgern ausgetragen werden, Korrekturen durch Community Notes seien ausreichend. Fest steht: Schon seit Jahren wissen wir, welche Gefahren von Falschmeldungen im Netz ausgehen, sowohl für den Einzelnen als auch für die Demokratie. Die bisherigen Versuche, das Netz zu regulieren, sind bei weitem nicht ausreichend. Kommt es jetzt zum Showdown zwischen den US-Konzernen und der EU? (Autorin: Petra Böhm)
Schockfotograf oder Visionär? Nachruf auf Oliviero Toscani
Am 13. Januar verstarb der italienische Fotograf Oliviero Toscani. In Nachrufen wurde er als "Schockfotograf" bezeichnet, als Mann, der mit seinen Fotos "provozieren" wollte. Im kollektiven Gedächtnis haben sich vor allem seine Werbekampagnen für die Modemarke Benetton festgesetzt: Bilder, die einen sterbenden AIDS-Kranken zeigen, eine Nonne, die einen Priester küsst oder ein blutverschmiertes Neugeborenes - allesamt Motive, die nichts mit Mode zu tun haben, seinem Auftraggeber aber einen weltweiten Bekanntheitsschub verschafften. Toscani brachte harte politische Elemente in die Werbefotografie, die bis dahin eher auf Glamour, gefällige Oberflächen und positive Botschaften setzte. Ging es ihm darum, ein Maximum an Aufmerksamkeit zu generieren? Wollte er, der schon als Jugendlicher fotografierte, der in Zürich Kunst und Design studierte und die Wirkmacht von Bildern kannte, die Menschen aufrütteln? An ihre Empathie und Solidarität appellieren bei Themen wie Rassismus oder Magersucht? Obwohl sie verstörend wirken, schwingt bei vielen Bildern auch ein zärtlicher Blick mit. Was trieb diesen Mann an? Was lag ihm wirklich am Herzen? Auf Selbstporträts zog er Grimassen und gab ihnen den Titel "Ich bin nicht objektiv". War er ein Visionär, der die Modefotografie für immer verändert hat? Was ist von ihm geblieben? Was ist heute noch relevant? "ttt" hat mit der Professorin für Modejournalismus, Diana Weis, und mit dem Schweizer Museumsdirektor, Kurator, und Toscani-Kenner Christian Brändle gesprochen. (Autorin: Hilka Sinning)
Moderation: Siham El-Maimouni
"ttt - titel thesen temperamente" ist am Sendetag ab 20:00 Uhr in der ARD Mediathek verfügbar.
Redaktion: Jens-Uwe Korsowsky | Matthias Morgenthaler (MDR)
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Datum: 17.01.2025 - 13:22 Uhr
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