Letzter Umzug für sterbenskranke Menschen in Bethel / Gäste beziehen neues Hospiz Haus Zuversicht
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(ots) - "So, jetzt wird's ein bisschen frisch und windig", sagt Kim Weigang. Die junge Rettungssanitäterin rollt gerade mit ihrem Kollegen Jason Tabert eine sterbenskranke Frau auf einer elektrischen Krankentrage über die Türschwelle aus dem alten Haus Zuversicht. In dem Betheler Hospiz hat die ältere Dame nur wenige Tage verbracht. In eine warme Decke eingepackt und vom Personal liebevoll begleitet, zieht sie in das kürzlich eröffnete neue Haus Zuversicht um.
Sechs Hospiz-Gäste bewältigen an diesem Wintervormittag Ende Januar ihre wohl letzten größeren Ortswechsel. Schon vor ihrem Einzug ins alte Haus hatten sie und ihre Angehörigen dem notwendigen Umzug zugestimmt. Mit Gesprächen und einer genauen Vorbereitung haben die Mitarbeitenden des Hauses den sterbenden Menschen Bedenken und Ängste genommen. Ein Umzugsunternehmen hat Koffer und Taschen sowie jede Menge Kartons vom Altbau am Bethelweg in das neue, moderne Haus Zuversicht am Quellenhofweg geschafft. Nun packen Mitarbeitende und Ehrenamtliche letzte Gegenstände zusammen. Und die Rettungssanitäterinnen und -sanitäter des Unternehmens Biekra verlegen die Gäste per Krankentransport an den neuen Hospiz-Standort.
"Alle Gäste sind wohlbehalten angekommen - das ist das Wichtigste", resümiert Hospiz-Leiterin Yeliz Leisemann mittags erleichtert. Gut geklappt hat es auch, weil jeder Gast einen Paten oder eine Patin zur Seite gestellt bekommen hat. Wie zum Beispiel Stephanie Netzeband. Die Hospiz-Mitarbeiterin weicht während des Umzuges nicht von der Seite der ihr anvertrauten älteren Frau und spricht immer wieder mit ihr. "Ich habe ihre Sachen zusammengepackt, sie auf der Fahrt im Krankenwagen begleitet und in ihrem neuen Zimmer alles eingeräumt", berichtet Stephanie Netzeband. Neben der praktischen Unterstützung sei es wichtig, den Gästen Ruhe zu vermitteln. Auch Angehörige der sterbenskranken Menschen sind in das neue Haus Zuversicht gekommen, um ihre Liebsten dort in Empfang zu nehmen, ihnen etwas von der Aufregung zu nehmen und das Ankommen zu erleichtern.
Zu den ersten sechs Gästen des neuen Hospizes werden schon bald weitere hinzukommen. 16 Plätze stehen im neuen Haus Zuversicht zur Verfügung. Das alte Gebäude konnte nur bis zu zehn Menschen aufnehmen. Außerdem fehlte es dort an der nötigen Barrierefreiheit. So konnten Menschen wegen enger Türen nicht in Pflegebetten liegend aus ihren Zimmern herausgefahren werden. Und in den Gästezimmern des alten Hospizes waren keine Bäder vorhanden. Barrierefreiheit und Bäder sind aber für den Betrieb eines Hospizes mittlerweile gesetzlich vorgeschrieben. Ein Umbau kam nicht in Frage, weil durch einen Einbau zusätzlicher Bäder Plätze verlorengegangen wären.
Im neuen Hospiz machen jetzt alle, die beim Umzug anpacken, eine Mittagspause. Es gibt Kartoffelsuppe und Würstchen, zubereitet in der gemütlichen Wohnküche im Erdgeschoss des Hauses. Auch ein Gast sitzt mit am großen Tisch; die anderen speisen in ihren neuen Zimmern. Das Essen schmeckt köstlich. Und gibt den fleißigen Helferinnen und Helfern Kraft, an diesem Tag auch noch den Rest des Umzuges zu bewältigen.
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Datum: 12.02.2025 - 12:00 Uhr
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