BearingPoint veröffentlicht erstmals Sustainable Retail Observatory: So nachhaltig kaufen Deutsche wirklich ein
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(ots) - Miete statt Kauf, Second-Hand aus dem Kleiderschrank statt fabrikneu von der Stange, regionale Ernte statt weltumspannende Lieferwege. Nachhaltiger Konsum im Food- und Non-Food-Sektor ist sowohl in der Vertriebskommunikation als auch in der umwelt- und gesellschaftspolitischen Debatte mit zahlreichen Schlagworten belegt. Doch werden diese Handlungsoptionen von Konsumentinnen und Konsumenten auch wirklich eingefordert und am Point of Sale zum relevanten Faktor? Und wie unterscheidet sich das Konsumverhalten in Deutschland vom europäischen Durchschnitt? BearingPoint legt zu diesen Fragen mit dem Sustainable Retail Observatory umfassende eigene Daten und Schlussfolgerungen vor.
Während Bürgerinnen und Bürger von den Vorteilen eines nachhaltigen Einzelhandels überzeugt sind, bleiben Endkundinnen und -kunden oft preissensibel. Seit Jahren ist eine Diskrepanz zwischen den in Umfragen geäußerten Absichten und dem tatsächlichen Kaufverhalten zu beobachten. Diese Entfremdung hat dazu geführt, dass viele Marken bzw. Hersteller den Umfang ihrer nachhaltigen Initiativen einschränken, ohne eine Ausweitung in Betracht zu ziehen.
Um die Beweggründe der Verbraucherinnen und Verbraucher besser zu verstehen, hat die Management- und Technologieberatung BearingPoint in Zusammenarbeit mit dem französischen Meinungsforschungsinstitut ODOXA im Herbst 2024 eine europaweite Befragung durchgeführt. Der besondere Fokus auf die deutsche Kundschaft im Vergleich zu anderen europäischen Ländern wie dem Vereinigten Königreich, Frankreich, den Niederlanden und Italien zeigt, dass und wo in Deutschland noch Potenzial für nachhaltigere Konsumentscheidungen besteht.
Vertrauen und Selbstwirksamkeit: Deutsche Konsumentinnen und Konsumenten im Vergleich
Mit Blick auf die Frage nach der Relevanz von Nachhaltigkeitskriterien zeigen die vorliegenden Umfrageergebnisse, dass 59% der Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland Nachhaltigkeitsaspekte bei ihren Kaufentscheidungen berücksichtigen. Mit diesem Wert liegt die Bundesrepublik deutlich unterhalb des europäischen Durchschnittswerts von 66%. Auch die Selbstwirksamkeit bei Entscheidungen für nachhaltigen Konsum wird in Deutschland geringer eingeschätzt: Während im europäischen Fünf-Länder-Durchschnitt knapp drei Viertel (72%) der Befragten in dem Bewusstsein konsumieren, mit ihren Entscheidungen Einfluss auf Fragen der Nachhaltigkeit nehmen zu können, sind es in Deutschland 67%.
Genau im europäischen Durchschnitt liegen hingegen die Werte beim Thema Vertrauen. So schenken in Deutschland sowie europaweit 64% der Verbraucherinnen und Verbraucher dem Einzelhandel und den Marken ihr Vertrauen, wenn es um die Umsetzung von Nachhaltigkeitsmaßnahmen geht.
Second-Hand: immer öfter erste Wahl
Angetrieben durch die Debatte um Arbeitsbedingungen in Niedriglohnländern und angesichts der Fragilität globaler Lieferketten hat sich auch der Blick auf das Thema Second-Hand gewandelt. Es sind längst nicht nur rationale wirtschaftliche Gründe, aus denen in der für die Studie durchgeführten Umfrage 67% der Deutschen angeben, sich aktiv für Gebrauchtwaren zu entscheiden. Das Ausschöpfen von Reparaturpotenzialen ist in Deutschland (74%) wie auch europaweit (77%) ebenfalls verstärkt zu beobachten. Gleichzeitig nimmt der Neukauf von Produkten proportional ab. 20 % der befragten Konsumentinnen und Konsumenten gaben 2024 an, den Neukauf von Produkten seltener getätigt zu haben als noch im Jahr zuvor. Diese beiden Trends stehen laut den Studienautoren für mehr als nur für Sparsamkeit und ein wachsendes Bewusstsein für die Endlichkeit bestimmter Ressourcen.
Unterstützt durch beliebte Second-Hand-Plattformen im digitalen Raum ist die steigende Nachfrage nach langlebigen Produkten zugleich Ausweis eines Lebensgefühls und des Wunsches, sich mit Gleichgesinnten zu vernetzen. In Deutschland sind die Verbraucherinnen und Verbraucher in den Sektoren Spielzeug/Spiele und Heimwerken/Garten am wenigsten bereit, neue Produkte zu kaufen, in Sektoren also, wo der Gemeinschaftsgedanke und soziale Aspekte des Austauschs und der Vernetzung wesentlich für das Produkterlebnis sind.
In Deutschland längst mehr als eine Geschmackssache: Nachhaltigkeit im Food-Sektor
Nachhaltige Speise- und Getränkeverpackungen, sprich Großgebinde oder Mehrwegsysteme, sind bei 80% der deutschen Verbraucherinnen und Verbrauchern erste Wahl beim Lebensmitteleinkauf - und damit noch beliebter als im europäischen Durchschnitt (73%). Die deutschen Konsumentinnen und Konsumenten liegen zudem bei Bio-Produkten, regionalem Einkauf und beim Verzicht auf tierische Produkte über dem europäischen Durchschnitt. Bio-Lebensmittel sind grundsätzlich in Europa weit verbreitet, drei von vier Verbraucherinnen und Verbrauchern greifen zu diesen Produkten, Deutschland liegt dem Durchschnitt mit 78% noch etwas voraus. Die kurze Lieferkette ist die am weitesten entwickelte Praxis, mit 84% in Deutschland und 89% in Italien und einem zunehmenden Wachstum. Einige europäische Länder wie die Niederlande oder das Vereinigte Königreich hinken hierbei noch hinterher. Insgesamt noch wenig weit verbreitet hingegen ist der Verzicht auf den Verzehr von tierischen Produkten: nur 28% der Befragten in Deutschland geben an, weniger oder gar keine tierischen Produkte zu konsumieren (Europa 27%).
Nikolaos Sioulvegas, Partner bei BearingPoint und Retail-Experte, kommentiert: "Die Ergebnisse unserer Studie zeigen deutlich, dass Konsumentinnen und Konsumenten in Deutschland zunehmend nachhaltige Kaufentscheidungen treffen, insbesondere ist eine Zunahme beim Kauf von Second-Hand-Produkten und Bio-Produkten zu beobachten. Vertrauen in die Nachhaltigkeitsversprechen von Marken wird dabei zu einem entscheidenden Faktor. Die Anforderungen der Verbraucherinnen und Verbraucher verändern sich, und Unternehmen im Einzelhandel müssen ihre Strategien entsprechend anpassen, um nicht nur Produkte anzubieten, sondern auch ein glaubwürdiges Engagement für Nachhaltigkeit zu zeigen. Diese Entwicklung stellt eine bedeutende Chance für Marken dar, sich langfristig zu positionieren und eine starke Bindung zu ihren Kundinnen und Kunden aufzubauen."
Die vollständigen Studienergebnisse stehen hier zur Verfügung: https://ots.de/yPwuFE
Über die Studie
Bei der vorliegenden Untersuchung handelt es sich um die erste Ausgabe des von der Management- und Technologieberatung BearingPoint in Zusammenarbeit mit dem französischen Meinungsforschungsinstitut ODOXA realisierten Sustainable Retail Observatory. Für die Studie wurden die Verbraucherpraktiken in Deutschland, im Vereinigten Königreich, Frankreich, den Niederlanden und Italien genauer unter die Lupe genommen. Insgesamt 4.000 Personen wurden hierfür im Herbst 2024 zu ihren Verbraucherpraktiken befragt.
Über BearingPoint
BearingPoint ist eine unabhängige Management- und Technologieberatung mit europäischen Wurzeln und globaler Reichweite. Das Unternehmen agiert in drei Geschäftsbereichen: Consulting, Products und Capital. Consulting umfasst das klassische Beratungsgeschäft mit dem Dienstleistungsportfolio People & Strategy, Customer & Growth, Finance & Risk, Operations sowie Technology. Im Bereich Products bietet BearingPoint Kunden IP-basierte Managed Services für geschäftskritische Prozesse. Capital deckt die Aktivitäten im Bereich M&A, Ventures, und Investments von BearingPoint ab.
Zu BearingPoints Kunden gehören viele der weltweit führenden Unternehmen und Organisationen. Das globale Netzwerk von BearingPoint mit mehr als 10.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unterstützt Kunden in über 70 Ländern und engagiert sich gemeinsam mit ihnen für einen messbaren und langfristigen Geschäftserfolg.
BearingPoint ist eine zertifizierte B Corporation, die hohe soziale und ökologische Standards erfüllt.
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Homepage: www.bearingpoint.com
LinkedIn: www.linkedin.com/company/bearingpoint
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Datum: 12.03.2025 - 07:15 Uhr
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