Postbank Wohnatlas 2025: Immobilienpreise in Deutschland sinken 2024 weniger stark als zuvor
ID: 2161999

(ots) - Expert*innen des HWWI analysieren die Kaufpreise für Eigentumswohnungen im Bestand
Durchschnittskosten für Wohneigentum real um 2,8 Prozent gefallen
Größte Metropolen besonders vom Preisrückgang betroffen
Der Abwärtstrend bei den Immobilienpreisen in Deutschland hat sich im Jahr 2024 fortgesetzt, aber deutlich abgeschwächt: Im Durchschnitt aller Landkreise und kreisfreien Städte sanken die Kosten für Eigentumswohnungen im Bestand gegenüber dem Vorjahr real, also unter Berücksichtigung der Inflationsrate von 2,2 Prozent, um 2,8 Prozent. Im Jahr 2023 lagen die Preise real noch 10,1 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Dies sind zentrale Ergebnisse der Studie "Postbank Wohnatlas 2025". Die Untersuchung führten Expert*innen des Hamburger Weltwirtschaftsinstituts (HWWI) im Auftrag der Postbank durch. Ihre Berechnungen zeigen, in welchen Regionen die Preise besonders stark gefallen bzw. gestiegen sind und wie hoch der durchschnittliche Quadratmeterpreis im Jahr 2024 war.
"In vielen Regionen Deutschlands sind die Immobilienpreise gesunken, da die Nachfrage trotz gestiegener Reallöhne leicht nachgelassen hat - eine Folge hoher Zinsen, unsicherer Förderbedingungen und steigender Lebenshaltungs-, Bau- und Renovierungskosten", sagt Manuel Beermann, Leiter Produktmanagement Immobilien der Privatkundenbank in Deutschland. "Da wir nur von einer Preisdelle ausgehen, auf die wieder steigende Kaufpreise für Wohnimmobilien folgen, kann sich eine Investition jetzt lohnen. Dies gilt mit Blick auf die sehr geringe Bautätigkeit und der daraus folgenden Angebotsknappheit umso mehr. Ob sich die Finanzierung einer Immobilie tatsächlich rechnet, hängt im Einzelfall von der Finanzkraft des Käufers oder der Käuferin und der Lage des Objekts ab."
Überdurchschnittlicher Preisrückgang in den Big 7 und den Landkreisen
Die sieben größten deutschen Städte ("Big 7") waren vom Preisrückgang gegenüber dem Vorjahr besonders betroffen. Dort sanken 2024 die Kaufpreise für Eigentumswohnungen im Durchschnitt über alle sieben Metropolen real um 3,1 Prozent. Im Durchschnitt über alle sonstigen Großstädte gingen die Preise real um 2,2 Prozent zurück, in den Mittelstädten waren es real minus 2,8 Prozent und in den Landkreisen minus 2,9 Prozent.
"Nach mehreren Jahren besonders starken Wachstums sind die Immobilienmärkte in den Metropolregionen nach wie vor überhitzt. In den beliebten Großstädten und ihrem Umland sind die Bereinigungen inzwischen besonders deutlich zu spüren. Trotzdem bewegen sich die Preise für Eigentumswohnungen beispielsweise im Großraum München oder Hamburg derzeit noch auf einem sehr hohen Niveau, das nicht immer gerechtfertigt ist", sagt Beermann.
Unter den Bundesländern fiel der durchschnittliche Preisrückgang in Sachsen über alle Landkreise und kreisfreien Städte mit real minus 4,4 Prozent am stärksten aus. Auch in Bayern (-3,9 Prozent), Hessen (-3,7 Prozent), Baden-Württemberg (-3,5 Prozent) und Rheinland-Pfalz (-3,4 Prozent) wurde Wohneigentum im Durchschnitt aller Regionen des jeweiligen Bundeslandes deutlich günstiger. In Thüringen stiegen die Immobilienpreise dagegen leicht um 0,2 Prozent. Betrachtet man die Landkreise und kreisfreien Städte, so sanken die Kaufpreise inflationsbereinigt am stärksten im brandenburgischen Kreis Dahme-Spreewald (-17,5 Prozent) und im thüringischen Kreis Saalfeld-Rudolstadt (-12,7 Prozent). Gegen den Trend gab es vereinzelt auch deutliche Preissteigerungen gegenüber dem Vorjahr. Am höchsten waren sie im thüringischen Kreis Altenburger Land (+57,5 Prozent) und in der kreisfreien Stadt Dessau-Roßlau (+17,3 Prozent) in Sachsen-Anhalt.
Metropolen und ihr Umland bleiben teuer
Den höchsten realen Preisrückgang gegenüber dem Vorjahr unter den sieben größten deutschen Städten verzeichnete Stuttgart mit minus 5,6 Prozent. Auch in München sanken die Preise für Eigentumswohnungen im Bestand, und zwar real um durchschnittlich 3,5 Prozent. Dennoch bleibt die bayerische Landeshauptstadt ein teures Pflaster. Nirgendwo sonst in Deutschland mussten Kaufinteressierte im vergangenen Jahr mehr für den Quadratmeter bezahlen - im Schnitt 8.787 Euro. Zweitteuerste Stadt unter den Big 7 war Hamburg mit durchschnittlich 6.191 Euro vor Frankfurt am Main mit 6.160 Euro pro Quadratmeter.
Kostspielige Metropolen
Durchschnittliche Quadratmeterpreise für Eigentumswohnungen im Bestand in den sieben größten deutschen Städten
Quadratmeterpreis 2024 in Euro / Kaufpreisveränderung 2023-2024 in Prozent (inflationsbereinigt)
1. München 8.787 Euro/qm; -3,5 %
2. Hamburg 6.191 Euro/qm; -2,8 %
3. Frankfurt am Main 6.160 Euro/qm; -2,5 %
4. Berlin 5.742 Euro/qm; -3,3 %
5. Düsseldorf 5.006 Euro/qm; -2,2 %
6. Köln 4.881 Euro/qm; -1,8 %
7. Stuttgart 4.699 Euro/qm; -5,6 %
Quellen: VALUE AG (empirica-systeme Marktdatenbank), Statistisches Bundesamt, Berechnungen HWWI
Auch im Umland der Big 7 sind die Kaufpreise inflationsbereinigt fast überall gesunken. Die stärksten realen Preisrückgänge im Speckgürtel der Metropolen verzeichneten die Landkreise Dahme-Spreewald (-17,5 Prozent) und Oder-Spree (-9,9 Prozent) bei Berlin sowie der Landkreis Starnberg im Umland von München mit ebenfalls minus 9,9 Prozent. Vereinzelt sind die Preise aber auch gestiegen: Im Landkreis Barnim bei Berlin um 2,5 Prozent und in Duisburg, das zur Metropolregion Düsseldorf gehört, um 0,6 Prozent. Insgesamt bleiben die Preise in und um Metropolen auf hohem Niveau, insbesondere in und um München.
Auch Ferienregionen von Preisrückgang betroffen
Auch die beliebten Ferienregionen an der Nord- und Ostseeküste und dem Alpenrand waren im Jahr 2024 fast überall von sinkenden Quadratmeterpreisen betroffen. Trotzdem bleiben die Immobilienkosten dort wie auch in weiten Teilen Süddeutschlands auf hohem Niveau. Das gilt besonders für den Kreis Nordfriesland, zu dem die beliebten Ferieninseln Sylt, Föhr und Amrum gehören. Hier kostete der Quadratmeter im Bestand 2024 durchschnittlich 8.331 Euro - der zweithöchste Wert in ganz Deutschland. Doch auch in Nordfriesland sanken die Preise im Vergleich zum Vorjahr real um minus 8,1 Prozent. Den geringsten Preisrückgang unter den zehn Regionen mit den höchsten Quadratmeterpreisen verzeichnete der Landkreis Aurich: In der niedersächsischen Ferienregion, zu der die Inseln Juist, Norderney und Baltrum gehören, sanken die Preise für Eigentumswohnungen im Jahr 2024 real nur um minus 1,9 Prozent. Vereinzelt stiegen die Immobilienkosten an der Küste auch: im Kreis Wesermarsch real um 8,7 Prozent, im Kreis Wittmund um 3 Prozent, im Kreis Cuxhaven um 2,6 Prozent (alle Niedersachsen) und im Kreis Schleswig-Flensburg (Schleswig-Holstein) um 7,6 Prozent.
Top 10 der teuersten Regionen
Durchschnittliche Quadratmeterpreise für Eigentumswohnungen im Bestand in deutschen Landkreisen und kreisfreien Städten
Quadratmeter-Preis 2024 in Euro / Kaufpreisveränderung in Prozent (inflationsbereinigt)
1. München, Stadt 8.787 Euro/qm; -3,5 %
2. Nordfriesland, Lkr. 8.331 Euro/qm; -8,1 %
3. Miesbach, Lkr. 7.829 Euro/qm; -6,2 %
4. München, Lkr. 6.708 Euro/qm; -4,7 %
5. Starnberg, Lkr. 6.630 Euro/qm; -9,9 %
6. Aurich, Lkr. 6.230 Euro/qm; -1,9 %
7. Hamburg, Stadt 6.191 Euro/qm; -2,8 %
8. Frankfurt am Main, Stadt 6.160 Euro/qm; -2,5 %
9. Garmisch-Partenkirchen, Lkr. 6.132 Euro/qm; -4,9 %
10. Ebersberg, Lkr. 5.751 Euro/qm; -4,1 %
Quellen: VALUE AG (empirica-systeme Marktdatenbank), Statistisches Bundesamt, Berechnungen HWWI
Besonders günstig sind die Kaufpreise nach wie vor in den meisten Regionen Mitteldeutschlands. Im Durchschnitt kostete eine Bestandswohnung 2024 über alle sächsischen Landkreise und kreisfreien Städte 1.743 Euro pro Quadratmeter. In Thüringen waren es im Schnitt 1.613 Euro und in Sachsen-Anhalt nur 1.448 Euro. Die günstigste Region für Immobilienkäufer*innen war 2024 der Vogtlandkreis in Sachsen. Dort kostete Wohneigentum durchschnittlich nur 917 Euro pro Quadratmeter. Auch im thüringischen Landkreis Greiz (951 Euro) und im sächsischen Erzgebirgskreis (995 Euro) lagen die Quadratmeterpreise im vergangenen Jahr im dreistelligen Bereich.
Hintergrundinformationen zum Postbank Wohnatlas 2025
Der Postbank Wohnatlas ist eine jährlich erscheinende, mehrteilige Studienreihe, die den deutschen Immobilienmarkt unter verschiedenen Aspekten regional bis auf Kreisebene beleuchtet. Für die vorliegende Preisanalyse, die den ersten Studienteil des diesjährigen Wohnatlas darstellt, wurde unter der Leitung von Diplom-Volkswirtin Dörte Nitt-Drießelmann, Senior Researcherin beim Hamburger WeltWirtschaftsInstitut (HWWI), die Immobilienpreisentwicklung in den 400 deutschen Landkreisen und kreisfreien Städten untersucht.
Pressekontakt:
Postbank
Oliver Rittmaier
+49 228 920 12126
oliver.rittmaier@db.com
Original-Content von: Postbank, übermittelt durch news aktuellWeitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 28.03.2025 - 10:15 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 2161999
Anzahl Zeichen: 9493
Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: ots
Stadt:
Bonn
Kategorie:
Banken
Diese Pressemitteilung wurde bisher 549 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Postbank Wohnatlas 2025: Immobilienpreise in Deutschland sinken 2024 weniger stark als zuvor"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Postbank (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
- 77 Prozent der Eltern sehen sich als gutes Vorbild bei der Internetnutzung - 54 Prozent der Kinder erhalten ihr erstes Smartphone im Alter von 9 bis 12 Jahren TikTok, Instagram und Youtube üben eine große Anziehungskraft auf Minderjährige aus: 47 Prozent der unter 18-Jährigen verbringen nach
Postbank Wohnatlas 2026: Ranking der Regionen: Wo Wohnungskäufer gute Chancen auf Wertzuwachs haben ...
HWWI berechnet, wo sich gute Investitionschancen finden lassen In 284 von 400 Regionen vergünstigte sich der Wohnungskauf im Vergleich zur Miete 51 Regionen sind für Immobilieninvestitionen besonders interessant Die Bedingungen für Kaufende von Eigentumswohnungen aus dem Bestand haben sich hie
Deutsche sind weniger online - vor allem unter 40-Jährige wollen noch kürzertreten ...
- Rund 67 Stunden pro Woche im Internet, davon mehr als ein Drittel mit dem Smartphone - Messenger, Suchmaschinen und Social Media werden am häufigsten genutzt Die Deutschen verbringen viel Zeit im Internet, steuern ihre Aktivitäten aber bewusster. Mehr als 67 Stunden pro Woche ist jeder Bundesb
Weitere Mitteilungen von Postbank
DeFi Technologies kündigt eine Aktionärsversammlung zur Erörterung der Finanzergebnisse für 2024 an ...
(das „Unternehmen" oder „DeFi Technologies") (CBOE CA: DEFI (https://c212.net/c/link/?t=0&l=de&o=4391751-1&h=2603183273&u=https%3A%2F%2Fc212.net%2Fc%2Flink%2F%3Ft%3D0%26l%3Den%26o%3D4391751-1%26h%3D12167689%26u%3Dhttps%253A%252F%252Fwww.neo.inc%252Fen%252Flive%252Fsecur
Cognizant setzt Neuro-KI-Plattform ein, um die Einführung von KI in Unternehmen in Zusammenarbeit mit NVIDIA zu beschleunigen ...
Cognizant wird Lösungen für wichtige Wachstumsbereiche anbieten, darunter KI-Agenten für Unternehmen, maßgeschneiderte große Sprachmodelle für die Industrie und eine Infrastruktur mit NVIDIA AI. Cognizant (NASDAQ: CTSH) kündigte Fortschritte auf der Grundlage von NVIDIA AI an, die den branch
Rockwell Automation präsentiert hochmoderne Prozesssteuerungstechnologie auf der Hannover Messe 2025 ...
Vorstellung des neuen Prozessmoduls von GEA zeigt, wie die enge Zusammenarbeit von vier führenden Unternehmen in eine klassenführende Plug-and-Produce-Technologie mündet März 2025 /PRNewswire/ -- Rockwell Automation, Inc. (NYSE: ROK), das weltweit größte Unternehmen für industrielle Automat
FAIRFAMILY gewinnt FT1000-Auszeichnung der Financial Times als eines der wachstumsstärksten Unternehmen Europas 2025 ...
Das Hamburger Unternehmen FAIRFAMILY wurde in das aktuelle FT1000-Ranking der Financial Times und Statista aufgenommen – die Liste der 1.000 am schnellsten wachsenden Unternehmen in Europa. In der deutschen Rangliste belegt FAIRFAMILY den vierten Platz, europaweit erreicht das Unternehmen Platz 37




