Absage an ein ausbalanciertes, faires System
ID: 216387
Beschlüssen der ARD Rundfunkräte
"Das Durchwinken der ARD-online-Expansion durch die Rundfunkräte
ist eine endgültige Absage an ein ausbalanciertes, faires System von
öffentlich-rechtlichen und privaten Medien", so
VDZ-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Fürstner zu den Genehmigungen durch
die Rundfunkräte von BR und MDR. Danach soll es möglich sein, dass
"DasErste.de" nun auf Handy, mit Apps auf iPhone und iPad, bei
Facebook, Youtube und Twitter empfangen werden kann. "Das hat nichts
mehr mit dem Profil eines öffentlich-rechtlichen Senders zu tun. Es
ist ein Freibrief, der eine gebührenfinanzierte Expansion der ARD zu
einem Medien-Haus bedeutet", so Fürstner.
Die Online-Expansion der öffentlich-rechtlichen Sender, voran der
ARD, wirft ein scharfes Licht auf die duale Medienwirklichkeit in
Deutschland: Auf der einen Seite stehen die öffentlich-rechtlichen
Anstalten, die nach neuen Verbreitungswegen suchen: Mit sieben
Milliarden Euro Gebühreneinnahmen können sie für ihre Angebote auf
allen nur denkbaren Verbreitungswegen aus dem Vollen schöpfen. Auf
der anderen Seite stehen die privatwirtschaftlichen Medien in einer
nie dagewesenen Umbruchsituation, deren Geschäftsmodelle die
Digitalisierung radikal verändert. "Hervorragende Zeitschriften und
Zeitungen zu machen, diese mit Werbung und einem moderaten Copy-Preis
zu finanzieren und zu vertreiben und die Kosten über Erlösketten
hereinzuholen, ist auf den zunehmend bedeutsamen Bereich der
digitalen Presse so nicht zu übertragen", so Wolfgang Fürstner.
Wie sollen sich private Online-Angebote von Sport-, Wirtschafts-
oder Börsenzeitschriften refinanzieren, wenn sich dieser Inhalt auch
gebührenfinanziert und frei neben den privatwirtschaftlich zu
refinanzierenden Medien im Netz befinden? ARD und Co erklären ihr
gesamtes Online-Angebote ganz unabhängig von Fernsehsendungen für
zulässig. Nicht einmal die Pflicht zur Kennzeichnung des
Sendungsbezugs soll greifen. Sie meinen, redaktionell selbstständige
pressemäßige Berichterstattung sei praktisch unbegrenzt zulässig.
"Die Demokratie benötigt privatwirtschaftliche, kritische Medien,
die diesen Staat kontrollieren, die informieren, unterhalten und
Werte vermitteln", unterstrich Fürstner. Das ist eine vom Grundgesetz
geschützte Aufgabe. Es ist daher an der Zeit zu fragen, ob wir uns
über den Preis im Klaren sind, den eine freiheitliche Gesellschaft
zahlen muss, wenn Zeitungen und Zeitschriften - über die Konkurrenz
durch die öffentlich-rechtlichen Sender hinaus - keine ausreichenden
Marktchancen mehr haben.
"Da die öffentlich-rechtlichen Sender derart überziehen, ist die
Landespolitik gefordert, endlich ihre Gesamt-Verantwortung für ein
ordnungspolitisches Gleichgewicht der Systeme wahrzunehmen", heißt es
bei den Zeitschriftenverlegern. Die Politik müsse dem
öffentlich-rechtlichen Rundfunk Regeln geben, die erlauben, dass
beide Systeme in einem fairen Wettbewerb nebeneinander existieren
können. "Andere Länder wie Spanien oder England sind hier schon
weiter und führen diese Diskussion viel offensiver als wir."
Fürstner betonte, dass bei einer derart überbordenden öffentlichen
Medienmacht die Frage erlaubt sein muss, ob es nicht an der Zeit ist,
einen der beiden Staatssender zu privatisieren. "Nur so verkommt der
ordnungspolitische Anspruch des dualen Systems nicht zu einer Hülse."
Pressekontakt:
Weitere Informationen:
Peter Klotzki,
Tel.: +49 (30) 72 62 98-162
E-Mail: p.klotzki@vdz.de
Internet: www.vdz.de
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 24.06.2010 - 12:48 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 216387
Anzahl Zeichen: 4003
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Berlin
Kategorie:
Politik & Gesellschaft
Diese Pressemitteilung wurde bisher 317 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Absage an ein ausbalanciertes, faires System"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
VDZ Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Pressesortiment mit fünfthöchster Flächenproduktivität aller Warengruppen | VDZ-Käufermarktforschung belegt hohes Kundenbindungs- und Umsatzpotenzial | Mehr Jahresumsatz als mit Apfelsaft oder Vollwaschmitteln | 1,3 Milliarden Zeitschriften über alle Verkaufsstellen in Deutschland Mit dem P
Leserumsätze sind die Lebensader der Zeitschriften ...
Klambt-Verleger Lars Joachim Rose unterstreicht auf dem VDZ Publishers' Summit die herausragende Bedeutung der Leserumsätze | 2,2 Mrd. Euro Vertriebsumsatz mit dem Lebensmittelhandel einer der Eckpfeiler | Fachpresse mit 360-Grad-Publishing und -Vermarktung auf Wachstumskurs | agiles Communi
Verleger fordern von Ampel-Koalition belastbare Bedingungen für gedruckte wie für digitale Zeitschriftenangebote ...
Publizistische und ökonomische Herausforderungen der Zeitschriftenmedien auf dem VDZ Publishers' Summit 2021 im Fokus | Gedruckte und digitale Zeitschriftenmedien gleichermaßen unverzichtbar | Regulierung der Plattformökonomie dringend erforderlich | Unabhängiger Journalismus als Bollwerk
Weitere Mitteilungen von VDZ Verband Deutscher Zeitschriftenverleger
Gunkel zur Finanzsituation in der Rentenversicherung ...
Die gesetzliche Rentenversicherung habe die Wirtschaftskrise bisher gut überstanden, sagte Alexander Gunkel, Vorsitzender des Bundesvorstandes der Deutschen Rentenversicherung Bund, in seinem Bericht an die heute in Frankfurt am Main tagende Bundesvertreterversammlung. Plus bei den Rentenfi
Rische zu den Bundesmitteln an die Rentenversicherung und einer Senkung der Verwaltungskosten ...
"Die Bundesmittel sind keine Subvention für die gesetzliche Rentenversicherung", sagte Herbert Rische, Präsident der Deutschen Rentenversicherung Bund, heute in seinem Bericht an die in Frankfurt am Main tagende Bundesvertreterversammlung. Mit den Bundeszuschüssen würden vielmehr L
Fahrzeugübergabe in der Feuerwehrtechnischen Zentrale Ronnenberg ...
Die Ausstattung der Feuerwehrtechnischen Zentrale Ronnenberg ist moderner geworden: Ein Wechselladerfahrzeug und ein Mehrzweckfahrzeug ergänzen nun den Bestand. Darüber hinaus sind die Arbeiten an der Simulationsstrecke des Kesselwagens abgeschlossen. Insgesamt hat die Region Hannover knapp 200.0
Kirsch: Maßstab muss der sozialverträgliche Umbau der Streitkräfte sein! / Vorstand des Deutschen BundeswehrVerbandes entwickelt Attraktivitätsagenda ...
Die Bundeswehr steht vor der größten Umwälzung seit ihrer Gründung; die härtesten Einschnitte in der Struktur der Streitkräfte werden sich durch die beabsichtigte drastische Reduzierung des Personals ergeben. Dazu erklärt der Vorsitzende des Deutschen BundeswehrVerbandes, Oberst Ulrich Ki




