Zensus 2022: Singlehaushalte zahlen um 6,2 % höhere Mieten pro Quadratmeter als Haushalte mit mehre

Zensus 2022: Singlehaushalte zahlen um 6,2 % höhere Mieten pro Quadratmeter als Haushalte mit mehreren Personen

ID: 2164835

(ots) -
- In Großstädten zahlen Singlehaushalte durchschnittlich 7,7 % mehr Miete pro Quadratmeter als Haushalte mit mehreren Personen
- 52 % der Haushalte in Großstädten sind Alleinlebende
- Zahl der Singlehaushalte insgesamt gegenüber 2011 um ein Viertel gestiegen

Der Trend geht zum Singlehaushalt: Mehr Menschen in Deutschland leben allein und zahlen durchschnittlich eine höhere Quadratmetermiete für ihre Wohnung. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach Ergebnissen des Zensus 2022 mitteilt, lag die durchschnittliche Nettokaltmiete von Einpersonenhaushalten am 15. Mai 2022 bei 7,53 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Haushalte mit zwei oder mehr Personen zahlten durchschnittlich 7,09 Euro. Bei Singlehaushalten war die Quadratmetermiete demnach um 6,2 % höher als bei Haushalten mit mehreren Personen. Für alle Haushalte in Deutschland insgesamt lag die Nettokaltmiete im Schnitt bei 7,34 Euro pro Quadratmeter. Die durchschnittliche Nettokaltmiete bildet die durchschnittlichen Bestandsmieten sämtlicher Mietverhältnisse in Deutschland ab - auch solche, die schon sehr lange bestehen. Zum Vergleich von Wohnungen unterschiedlicher Größe ist die Nettokaltmiete pro Quadratmeter Wohnfläche ein geeignetes Maß.

42 % der Singlehaushalte wohnen in Wohnungen unter 60 Quadratmetern

Ein möglicher Grund für die höheren Quadratmetermieten von Singlehaushalten: Alleinlebende wohnen in kleineren Wohnungen, die im Verhältnis zur Wohnfläche häufig teurer sind. Während 2022 knapp ein Viertel (23 %) aller Haushalte in Wohnungen mit einer Größe unter 60 Quadratmeter wohnte, sind es bei Singlehaushalten 42 %. Zum Vergleich: Bereits 2011 lebten knapp 23 % aller Haushalte in solchen kleineren Wohnungen, bei Singlehaushalten waren es damals 45 %. Die durchschnittliche Nettokaltmiete für Haushalte in Wohnungen unter 60 Quadratmeter lag im Jahr 2022 bei 8,01 Euro und damit 15,6 % höher als bei Haushalten in Wohnungen mit 60 oder mehr Quadratmetern (6,93 Euro).



Singlehaushalte zahlen in Großstädten durchschnittlich 7,7 % mehr Miete pro Quadratmeter als Haushalte mit mehreren Personen

Für Alleinlebende in Großstädten machen sich die hohen Mieten pro Quadratmeter besonders bemerkbar: Während Singlehaushalte in Großstädten ab 100 000 Einwohnerinnen und Einwohnern durchschnittlich 8,40 Euro zahlten, waren es bei Haushalten mit mehr als einer Person 7,83 Euro pro Quadratmeter. Singlehaushalte zahlten in Großstädten demnach um 7,7 % höhere Quadratmetermieten als Mehrpersonenhaushalte.

Mehr als die Hälfte der Haushalte in Großstädten sind Singlehaushalte

Insbesondere in großen Städten sind Singlehaushalte weit verbreitet. In Großstädten mit mehr als 100 000 Einwohnerinnen und Einwohnern waren mehr als die Hälfte (52 %) der Haushalte im Jahr 2022 Singlehaushalte (2011: 46 %). In mittelgroßen Städten (50 000 bis unter 100 000 Einwohnerinnen und Einwohnern) lag der Anteil bei 46 % (2011: 39 %). In kleinen Gemeinden (unter 10 000 Einwohnerinnen und Einwohnern) hingegen betrug der Anteil der Singlehaushalte 2022 gut ein Drittel (35 %) - 2011 waren es dort noch 28 %.

Zahl der Singlehaushalte steigt um ein Viertel, Zahl kleiner Wohnungen um 5,5 %

Ein Faktor, der hohe Quadratmetermieten für kleinere Wohnungen begünstigt: Die Nachfrage nach Single-Wohnungen steigt deutlich, das Angebot nur geringfügig. Die Zahl der Singlehaushalte hat sich zwischen 2011 und 2022 um ein Viertel (25,0 %) erhöht. Waren es im Jahr 2011 noch rund 14,0 Millionen Singlehaushalte, lag die Zahl elf Jahre später bei 17,4 Millionen. Auch ihr Anteil an allen Haushalten ist gestiegen: von 37 % im Jahr 2011 auf 43 % im Jahr 2022. Dagegen hat die Zahl kleiner Wohnungen mit weniger als 60 Quadratmetern Wohnfläche lediglich um 5,5 % zugenommen, von 9,5 Millionen (2011) auf 10,0 Millionen (2022). Der Anteil kleiner Wohnungen hat sich im Vergleich mit 2011 nicht verändert: Knapp ein Viertel (23 %) aller Wohnungen in Deutschland hatte 2011 und 2022 eine Wohnfläche von unter 60 Quadratmetern.

Methodische Hinweise:

Die Ergebnisse stammen aus dem Zensus 2022 und Zensus 2011.

Ergebnisse zur Miete umfassen die monatliche Nettokaltmiete der Wohnung in Euro pro Wohnfläche in Quadratmetern. Diese ist die vertraglich vereinbarte Miete ohne Betriebskosten und Heizkosten-/Warmwasserpauschale. Gegebenenfalls zusammen mit der Wohnung vermietete Garagen oder Stellplätze sind nicht eingerechnet. Mietfrei überlassene Wohnungen werden bei der durchschnittlichen Nettokaltmiete nicht berücksichtigt.

Die Haushaltsgröße gibt die Anzahl der in einem privaten Haushalt lebenden Personen an. Personen in Gemeinschaftsunterkünften sind hier nicht enthalten, sondern nur Personen mit eigener Haushaltsführung. Ein privater Haushalt besteht aus mindestens einer Person. Zugrunde gelegt wird das "Konzept des gemeinsamen Wohnens": Alle Personen, die, unabhängig von ihrem Wohnstatus (alleinige Wohnung, Haupt- oder Nebenwohnung), gemeinsam in einer Wohnung leben, gelten als Mitglieder desselben privaten Haushalts, sodass es einen privaten Haushalt pro belegte Wohnung gibt.

Weitere Informationen:

Diese und weitere Ergebnisse zum Zensus 2022 und zum Zensus 2011 sind unter ergebnisse.zensus2022.de und auf www.zensus2022.de verfügbar.

Diese Pressemitteilung ist, gegebenenfalls ergänzt mit weiteren Informationen und Verlinkungen zum Thema, veröffentlicht unter www.destatis.de/pressemitteilungen.

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