Beschimpfungen, Bedrohungen und körperliche Angriffe - Gewalt am Arbeitsplatz und die Folgen
ID: 2165282

(ots) - Anmoderationsvorschlag: Gewalt bei der Arbeit ist vielerorts keine Seltenheit, so eine Umfrage der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung, DGUV. Dabei sind vor allem das Gesundheits- und Sozialwesen betroffen. Die Gewalt reicht von Beschimpfungen und Bedrohungen bis hin zu körperlichen Angriffen. Eine Langzeitfolge kann eine PTBS, also eine Posttraumatische Belastungsstörung, sein. Was man darunter versteht und wie sich das bei Betroffenen äußert, sagt uns jetzt mein Kollege Mario Hattwig.
Sprecher: Gewalt im Job können die meisten Betroffenen gut verarbeiten. Manchmal entwickelt sich aus so einer Erfahrung aber auch eine posttraumatische Belastungsstörung, kurz PTBS.
O-Ton 1 (Hannah Huxholl, 18 Sek.): "Ganz besonders kritisch ist es, wenn das Gewalterreignis von einer Person bewusst herbeigeführt wurde. Also zum Beispiel ein Überfall, den eine Kassiererin erlebt oder eine Notärztin, die in der Rettungsstelle mit einem Messer attackiert wird. Oder auch eine Pflegekraft, die sexualisierter Gewalt ausgesetzt ist."
Sprecher: Erklärt Hannah Huxholl, Psychologin bei der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung, DGUV. Eine PTBS kann Wochen oder auch Monate nach dem eigentlichen Ereignis auftreten, indem Betroffene immer wieder die traumatische Situation erleben - beispielsweise durch Erinnerungen oder Albträume. Auslöser können zum Beispiel Geräusche oder Gerüche sein.
O-Ton 2 (Hannah Huxholl, 18 Sek.): "Es entstehen auch Vermeidungssymptome. Das heißt, die Betroffenen weichen bestimmten Aktivitäten oder Situationen aus, versuchen das eben nicht zu erleben. Ganz häufig bleiben die Betroffenen in einem inneren Alarmzustand, können sehr schreckhaft und reizbar sein oder auch so etwas wie Schlafstörungen entwickeln. Insgesamt ist es ein sehr vielschichtiges Krankheitsbild."
Sprecher: Damit es gar nicht erst zu einer PTBS kommt, müssen sich Betroffene sofort nach dem Ereignis in ihrem sozialen Netz sicher und aufgehoben fühlen.
O-Ton 3 (Hannah Huxholl, 19 Sek.): "In einem Betrieb kann das zum Beispiel durch betriebliche psychologische Erstbetreuerinnen und Erstbetreuer sehr gut sichergestellt werden. Und ein weiterer Faktor ist, dass das soziale Umfeld, also auch zum Beispiel im Betrieb die Kolleginnen und Kollegen, das Geschehene nicht herunterspielen, sondern eben die Betroffenheit der Person anerkennen und auch danach handeln."
Sprecher: Neben Kolleginnen, Kollegen und den Führungskräften, ist auch die gesetzliche Unfallversicherung für Betroffene da - zum Beispiel durch das Psychotherapeutenverfahren.
O-Ton 4 (Hannah Huxholl, 22 Sek.): "Das stellt sicher, dass nach einem solchen Gewalterreignis die Betroffenen schnell professionelle Unterstützung bekommen. Ganz wichtig ist natürlich, der Betrieb muss den Unfall melden. Das ist verpflichtend, wenn Beschäftigte mehr als drei Tage arbeitsunfähig sind. Aber auch ohne diese drei Tage Arbeitsunfähigkeit kann eine Meldung mit dem Einverständnis der Betroffenen erfolgen."
Abmoderationsvorschlag: Beschimpfungen, Bedrohungen und körperliche Angriffe können alle Beschäftigten erleben, die bei der Arbeit in Kontakt mit anderen Menschen stehen - besonders betroffen sind Mitarbeitende im Gesundheits- oder Sozialwesen. Langzeitfolge so eines Erlebnisses kann eine Posttraumatische Belastungsstörung sein, die oft erst Wochen oder Monate später auftritt. Informationen für Arbeitgebende zur Prävention von Gewalt finden Sie auf der Homepage der Kampagne #GewaltAngehen der gesetzlichen Unfallversicherung.
Pressekontakt:
Stefan Boltz
Pressesprecher
Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.V. (DGUV)
presse@dguv.de
030-13001-1414
Original-Content von: Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV), übermittelt durch news aktuellWeitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 10.04.2025 - 10:52 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 2165282
Anzahl Zeichen: 3966
Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: ots
Stadt:
Berlin
Kategorie:
Gesundheitswesen - Medizin
Diese Pressemitteilung wurde bisher 269 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Beschimpfungen, Bedrohungen und körperliche Angriffe - Gewalt am Arbeitsplatz und die Folgen"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Mit dem Schwerpunkt auf psychische Gesundheit im Arbeitskontext widmet sich das 11. Präventionsforum, das heute in Berlin stattfindet, einem gesellschaftlich besonders relevanten Thema. Mehr als 200 Fachleute aus Politik, Sozialversicherung, Wissenschaft und Praxis diskutieren auf Einladung der Nat
Tag der Verkehrssicherheit: Gesetzliche Unfallversicherung warnt vor den Gefahren des toten Winkels ...
Im Straßenverkehr kommt es immer wieder zu gefährlichen Situationen, weil Menschen von Fahrzeugführenden nicht rechtzeitig gesehen werden. Ein zentrales Risiko ist dabei der tote Winkel - also jene Bereiche rund um ein Fahrzeug, die für Fahrende nur eingeschränkt oder gar nicht einsehbar sind.
Stabilität in unsicheren Zeiten: Prävention stärkt Resilienz von Wirtschaft und Gesellschaft ...
"Resilienz entsteht nicht erst in der Krise. Sie entsteht dort, wo Menschen geschützt, Risiken früh erkannt und verlässliche Strukturen aufgebaut werden", erklärt Dr. Stephan Fasshauer, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV), anlässlich des Forums
Weitere Mitteilungen von Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV)
Biogents setzt neue Maßstäbe in der Mückenbekämpfung / Effektivität und Effizienz ohne Kompromisse ...
Die Biogents AG mit Sitz in Regensburg entwickelt seit Jahren nachhaltige und innovative Lösungen zur Mückenbekämpfung. Mit der Vorstellung ihres neuen Brandings präsentiert das Unternehmen nicht nur ein frisches Design für Verpackungen und Markenauftritt, sondern unterstreicht auch seine klare
Mundgesund durch die Wechseljahre? / Aktuelle Umfrage zeigt Handlungs- und Informationsbedarf ...
Allein in Deutschland sind genau in diesem Moment etwa 9 Millionen Frauen von den Wechseljahren betroffen. Wie sie diese Phase erleben und welche Rolle die Mundgesundheit dabei spielt, hat Mundhygienespezialist TePe in einer repräsentativen Umfrage herausgefunden. Das Fazit: Es gibt deutlichen Hand
Zum Koalitionsvertrag: Deutsche fordern Runderneuerung des Gesundheitssystems / Forsa-Umfrage im Auftrag der mkk - meine krankenkasse ...
Vor der neuen Koalition liegt nun die große Aufgabe, das marode Gesundheitswesen zukunftsfest zu machen. Im Koalitionsvertrag nimmt die Gesundheitspolitik immerhin knapp neun Seiten ein. "Ich hoffe sehr, dass die Sorgen der Bürgerinnen und Bürger künftig mehr Gehör finden", sagt Andre
Telomere messen und verlängern: Zellgesundheit für mehr Langlebigkeit / Longevity und Anti-Aging ...
Wussten Sie, dass sich in jeder unserer Körperzellen ein Indikator für das biologische Alter befindet? Die sogenannten Telomere - winzige Schutzkappen am Ende unserer Chromosomen - spielen eine zentrale Rolle für Zellteilung, Gesundheit und Langlebigkeit. Telomere funktionieren wie die Plastik




