VDGH zieht Jahresbilanz und fordert MedTech-Strategie für Deutschland
ID: 2165319
Innovationskraft nutzen– Versorgung sichern
Stabilisierung – aber kein Wachstumsschub
Der deutsche Markt für In-vitro-Diagnostika (IVD) verzeichnete im Jahr 2024 ein Umsatzvolumen von 2,37 Milliarden Euro und damit ein leichtes Wachstum von 0,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Life-Science-Research-Markt erreichte in Deutschland einen Umsatz von 3,07 Milliarden Euro, blieb aber 0,3 Prozent unter dem Vorjahreswert. „Die Märkte stabilisieren sich über dem Niveau vor der Corona-Pandemie. Es fehlt jedoch an Wachstumsimpulsen in beiden Branchen“, fasst VDGH-Vorsitzender Ulrich Schmid die Entwicklung zusammen.
Ambivalente Stimmung – verliert Deutschland den Anschluss?
Die wirtschaftliche Lage wird von der Branche zunehmend zurückhaltend eingeschätzt: Nur noch gut ein Drittel der Unternehmen bewertet die eigene Situation als gut oder sehr gut – das Stimmungsbarometer verzeichnet einen Rückgang von vier Punkten gegenüber dem Vorjahr. Zwar rechnen 53 Prozent der Unternehmen mit steigenden Umsätzen, die Wachstumserwartungen lassen jedoch nach. Deutliche Zurückhaltung zeigt sich bei den Forschungsinvestitionen: Der Anteil der Unternehmen, die ihre F&E-Ausgaben steigern wollen, hat sich nahezu halbiert. „Stark gestiegener Aufwand bei der Zulassung von Produkten einerseits und restriktive Marktkonditionen andererseits stehen der Innovationskraft der IVD-Unternehmen entgegen“, sagt Schmid.
Die Bewertung des Heimatmarktes Deutschland im Vergleich zu den Auslandsmärkten fällt deutlich aus: Neun von zehn Unternehmen erwarten inzwischen eine bessere Marktentwicklung im Ausland.
IVDR 2.0 – ein europäischer Reformauftrag
Die europäische In-vitro-Diagnostika-Verordnung (IVDR) bleibt eines der zentralen Themen für die Branche. Fehlende Systemreife und ein Übermaß an Bürokratie gefährden die Versorgungssicherheit und die Innovationskraft der Industrie. Der VDGH hat konkrete Vorschläge für eine grundlegende Überarbeitung der Verordnung bereits adressiert. Auf EU-Ebene deutet sich inzwischen ein politisches Umdenken zugunsten einer verschlankten IVDR 2.0 an.
Nutzen der In-vitro-Diagnostik
Für die großen Themen der zukünftigen Gesundheitsversorgung – Fachkräftemangel, alternde Bevölkerung, starre Versorgungsstrukturen – bietet die Labordiagnostik gezielte Lösungsbeiträge an. Eine richtungsweisende Entwicklung ist die patientennahe Sofortdiagnostik (Point-of-Care-Testing) mit ihren Einsatzmöglichkeiten am Ort des Geschehens. „Point-of-Care-Testing bringt Diagnostik zum Patienten – ob in der Arztpraxis, im Rettungsdienst, im Pflegeheim oder im ländlichen Raum. Schnelle Entscheidungen und effiziente Behandlungsabläufe werden dadurch unterstützt“, erläutert VDGH-Geschäftsführer Dr. Martin Walger.
MedTech-Strategie für Deutschland: ressortübergreifend und zukunftsgerichtet
Der VDGH wirbt für eine nationale Medizintechnik-Strategie, die als gemeinsames Projekt von Gesundheits-, Forschungs- und Wirtschaftspolitik angelegt ist. Ziel ist ein koordinierter Maßnahmenkatalog zur Stärkung der Versorgungssicherheit und des Standortes Deutschland. „Mit 212.000 Beschäftigten und einer Bruttowertschöpfung von 19,6 Milliarden Euro ist die Medizintechnik der größte Bereich der industriellen Gesundheitswirtschaft“, sagt Walger. „Die MedTech-Branche, und mit ihr die IVD-Industrie, ist unentbehrlich für die Gesundheitsversorgung. Sie steht für medizinische Innovation, hochqualifizierte Arbeitsplätze und internationale Wettbewerbsfähigkeit.“
Der VDGH appelliert an die neue Bundesregierung, die Medizintechnik als Leitindustrie anzuerkennen und ihr Potenzial gezielt zu fördern.
Der Verband der Diagnostica-Industrie (VDGH) vertritt als Wirtschaftsverband die Inter-essen von mehr als 100 in Deutschland tätigen Unternehmen mit einem Gesamtumsatz von 5,5 Milliarden Euro im Jahr 2024. Sie stellen Untersuchungssysteme und Reagenzien zur Diagnose menschlicher Krankheiten her, mit denen ein Umsatz von mehr als 2,4 Milliarden Euro erzielt wird, sowie Instrumente, Reagenzien, Testsysteme und Verbrauchsmaterialien für die Forschung in den Lebenswissenschaften, mit denen ein Umsatz von 3,1 Milliarden Euro erwirtschaftet wird.
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Der Verband der Diagnostica-Industrie (VDGH) vertritt als Wirtschaftsverband die Inter-essen von mehr als 100 in Deutschland tätigen Unternehmen mit einem Gesamtumsatz von 5,5 Milliarden Euro im Jahr 2024. Sie stellen Untersuchungssysteme und Reagenzien zur Diagnose menschlicher Krankheiten her, mit denen ein Umsatz von mehr als 2,4 Milliarden Euro erzielt wird, sowie Instrumente, Reagenzien, Testsysteme und Verbrauchsmaterialien für die Forschung in den Lebenswissenschaften, mit denen ein Umsatz von 3,1 Milliarden Euro erwirtschaftet wird.
Datum: 10.04.2025 - 12:06 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 2165319
Anzahl Zeichen: 5077
Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: Torsten Kiesner
Stadt:
Berlin
Telefon: +49 (30) 200599-43
Kategorie:
Medizintechnik
Diese Pressemitteilung wurde bisher 322 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"VDGH zieht Jahresbilanz und fordert MedTech-Strategie für Deutschland"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
VDGH Verband der Diagnostica-Industrie e.V. (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Anlässlich des heute stattfindenden Koalitionsausschusses von CDU, CSU und SPD appelliert der Verband der Diagnostica-Industrie (VDGH) an die Bundesregierung, die geplante Budgetierung von Vorsorge- und Präventionsleistungen im GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz zu korrigieren. Aus Sicht des VD
Diagnostik-Branche stagniert / VDGH plädiert für Bürokratieabbau und Strukturreformen in der Gesundheitsversorgung ...
Die Diagnostikindustrie in Deutschland sieht sich einem wachsenden wirtschaftlichen und regulatorischen Druck ausgesetzt. Gleichzeitig gewinnen diagnostische Verfahren im Zuge aktueller gesundheitspolitischer Reformen für Prävention und Versorgung zunehmend an Bedeutung. Der Verband der Diagnostic
Auftakttreffen im BMG: "MedTech-Dialog für tiefgreifende Reformen nutzen" / Gemeinsame Pressemeldung von BVMed, SPECTARIS, VDGH und ZVEI ...
Mit dem gestrigen Auftakt des MedTech-Dialogs im Bundesgesundheitsministerium (BMG) mit Ministerin Nina Warken beginnt ein zentraler Prozess für die Weiterentwicklung der Medizintechnik in Deutschland. Die vier Branchenverbände BVMed, SPECTARIS, VDGH und ZVEI sehen darin die Chance, die strukturel
Weitere Mitteilungen von VDGH Verband der Diagnostica-Industrie e.V.
Spendenaufruf: Damit Blutüber die Feiertage nicht knapp wird ...
Die Osterfeiertage stehen vor der Tür und viele reisen in den wohlverdienten Urlaub oder zu ihren Familien. In den Blutspendezentren bleiben die Liegen regelmäßiger Spenderinnen und Spender dann oft leer, bei unverändert hohem Bedarf an Blutkonserven in den Kliniken und Notaufnahmen. „Es drohe
IWiG: Erfolg durch Beteiligung - Prozessmanagement mit Methode ...
Mitteilungen aus Bildung und Wissenschaft - Die Geheimnisse von Workflow-Management Prozesse analysieren, Schwachstellen erkennen, Lösungen finden – und das gemeinsam mit denen, die es am besten wissen: den Mitarbeitenden. Das Institut für Workflow-Management im Gesundheitswesen (IWiG) zeigt mit
Digitalisierung revolutioniert das Gesundheitswesen - praxistaugliche KI , Digital Twins für Medizintechnik und modernsten Patientenportale ...
PLANFOX Digital Health GmbH präsentiert die neuesten Innovationen im Bereich Patient Engagement und digitale Gesundheitstechnologien auf der DMEA Healthcare Messe in Berlin. Vom 8. bis 10. April können interessierte Fachbesucher auf Stand D-105 in Halle 4 die fortschrittlichen Lösungen der careMe
Kommunikations-Booster zwischen Klinik und Hausarztpraxis: Digitalisierung als Schlüssel für eine vernetzte Versorgung ...
Wie kann die Digitalisierung die Zusammenarbeit zwischen Kliniken und Hausarztpraxen verbessern? Wie gelingt es, Patientinnen und Patienten nach einem Krankenhausaufenthalt besser zu begleiten und zu versorgen? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt des eliPfad-Symposiums 2025, das am 02. April in Köln




