Stadtentwicklungssenator Christian Gaebler, SPD, drängt auf mehr Tempo beim Kampf gegen leerstehende "Geisterhäuser"
ID: 2165662

(ots) - Stadtentwicklungssenator Christian Gaebler, SPD, drängt auf mehr Tempo beim Kampf gegen leerstehende "Geisterhäuser". Mehr als zwei Jahre nach Beginn eines entsprechenden Pilotprojekts ist in keinem der drei beteiligten Bezirke ein Treuhänder eingesetzt. Die Bezirksämter von Tempelhof-Schöneberg, Mitte und Steglitz-Zehlendorf begründen das mit Bedenken an der gesetzlichen Grundlage des Projekts.
Stadtentwicklungssenator Christian Gaebler (SPD) sagte rbb24: "Es gibt zum Einsatz des Treuhänders ein Gesetz als Grundlage, wir haben den Bezirken mitgeteilt, dass wir ihre Bedenken nicht teilen und dass wir erwarten, dass sie so handeln, wie wir als die zuständige Fachverwaltung das Gesetz auch auslegen. Mein Eindruck ist, dass es den Bezirksämtern momentan wichtiger ist, kleinteilige Finanzströme zu regeln oder sich auf ihren rechtlichen Einschätzungen auszuruhen als das Problem zu lösen, und dann sage ich: Dann bin ich irgendwann mit meinem Latein am Ende. Entweder die Bezirke kommen endlich in die Pötte, oder wir sind dann raus."
Grundsätzlich ist Wohnungsleerstand verboten. Laut Zweckentfremdungsverbotsgesetz ist er nur in den Fällen erlaubt, die von der jeweiligen bezirklichen Behörde geprüft und genehmigt worden sind. Sofern Eigentümer gegen das Gesetz verstoßen, können die Bezirke Zwangs- und Bußgelder verhängen und darauf drängen, dass die Wohnungen vermietet oder wieder bewohnbar gemacht werden. Manche Eigentümer gingen aber in der Vergangenheit gerichtlich gegen die bezirklichen Maßnahmen vor oder verzögerten die Umsetzung. Deshalb forderten die Bezirke Unterstützung vom Senat. 2018 wurde den Bezirken die Möglichkeit gegeben, in Fällen von Wohnungsleerstand einen "Treuhänder" einzusetzen. Dieser soll anstelle des Eigentümers handeln und dafür sorgen, dass in die leerstehenden Wohnungen wieder Mieter einziehen oder aber - bei jahrelangem Leerstand - die Wohnungen zunächst wieder bewohnbar gemacht werden. Der Eigentümer muss dann die Kosten dieses Verfahrens zurückerstatten. Ende 2022 einigte man sich dann mit den Bezirken auf ein entsprechendes "Treuhänder-Pilotprojekt". Es geht dabei um drei Häuser, die schon Jahre leerstehen - in der Kameruner Straße in Mitte, in der Odenwaldstraße in Tempelhof-Schöneberg und am Gardeschützenweg in Steglitz-Zehlendorf.
Da dies juristisches Neuland ist, ging der Senat von Anfang an davon aus, dass Eigentümer gegen die Einsetzung eines Treuhänders klagen würden. Auch mit diesem Klagerisiko begründen die drei Bezirke ihre Bedenken gegenüber dem Treuhändereinsatz.
Senator Gaebler will das nicht mehr akzeptieren: "Seit anderthalb Jahren drehen wir uns im Kreis, weil alles hinterfragt wird, auch die Grundidee: Wir müssen an einer Stelle durchexerzieren, um nach möglichen Klagen durch ein Gerichtsurteil eine rechtliche Einschätzung zu haben: Was muss man machen, um einen Treuhänder wirksam einsetzen zu können und gegen Geisterhäuser und Leerstand wirksam vorgehen zu können?"
Der Senat hatte zudem den Bezirken zugesichert, für die Gerichtskosten geradezustehen und ihnen die Kosten des Treuhänder-Einsatzes rückwirkend zu erstatten.
Senator Gaebler: "Bei Tempelhof-Schöneberg waren wir schon sehr weit und hofften, dass hier ein Treuhänder eingesetzt werden könnte. Der Bezirk hat ja schon mit der Ersatzvornahme begonnen, aber auch da verzettelt sich der Bezirk mit rechtlichen Erwägungen, die aber aus unserer Sicht nicht aus dem Gesetz abzuleiten sind, das haben wir ihm jetzt auch mitgeteilt. Ich erwarte, dass der Bezirk kurzfristig zu einem vernünftigen Arbeiten zurückkommt und konstruktiv zielgerichtet an der Umsetzung des gemeinsamen Plans arbeitet und sich nicht auf Nebenkriegsschauplätze begibt."
Pressekontakt:
Rundfunk Berlin-Brandenburg
rbb24 Inforadio
Chef/Chefin vom Dienst
Tel.: 030 - 97993 - 37400
Mail: info@inforadio.de
Original-Content von: rbb - Rundfunk Berlin-Brandenburg, übermittelt durch news aktuellWeitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 11.04.2025 - 15:44 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 2165662
Anzahl Zeichen: 4145
Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: ots
Stadt:
Berlin
Kategorie:
Kommune
Diese Pressemitteilung wurde bisher 541 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Stadtentwicklungssenator Christian Gaebler, SPD, drängt auf mehr Tempo beim Kampf gegen leerstehende "Geisterhäuser""
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
rbb - Rundfunk Berlin-Brandenburg (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Pflegeheimbetreiber, die weniger als das vertraglich mit den Pflegekassen vereinbarte Personal anstellen, werden finanziell kaum zur Verantwortung gezogen. Die AOK Nordost fordert gemeinsam mit dem GKV-Spitzenverband, dass künftig zu viel gezahlte Gelder für Personal vollständig zurückgezahlt we
rbb QUEER geht am 14. Juli in die neunte Runde ...
Unter dem Titel rbb QUEER präsentiert das rbb Fernsehen seit 2018 eine eigene Filmreihe jenseits der Hetero-Norm. Die Zuschauer:innen erwartet diesen Sommer wieder großes Kino mit berührenden Liebesgeschichten, ergreifenden Dramen und preisgekrönten Festival-Highlights. Vom 14. Juli bis 18. Augu
rbb-exklusiv: Ex-Digitalstaatssekretär: Senatskanzlei prüft Anspruch auf Übergangsgeld ...
Die Berliner Senatskanzlei prüft aktuell, ob Matthias Hundt (CDU) Anspruch auf Übergangsgeld in Höhe von gut 50.000 Euro hat. Bei der Prüfung geht es auch um die Frage, der Rücknahme seiner Ernennung zum Staatssekretär am 18. März 2026. Das teilte die Senatskanzlei der Redaktion rbb24 Reche
Weitere Mitteilungen von rbb - Rundfunk Berlin-Brandenburg
Mack: Der funktionierende Staat fängt auf kommunaler Ebene an ...
Koalitionsvertrag eröffnet Kommunen hoffnungsvollen Blick auf die kommenden Jahre Zu dem gestern vorgelegten Koalitionsvertrag zwischen CDU/CSU und SPD erklärt der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Kommunalpolitik der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Klaus Mack: Mit dem Koalitionsvertrag machen CD
Ribnitz-Damgarten stellt sich zukunftssicher auf: Kernbausteine für eine langfristige Perspektive von Stadt und Region ...
Das Bernsteinresort Pütnitz ist neben einem Mobilitäts- und Energiekonzept zentral für die nachhaltige Zukunft von Ribnitz-Damgarten. Ribnitz-Damgarten sichert seine Zukunftsfähigkeit - ökologisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich. Das Bernsteinresort Pütnitz stärkt die Attraktivität der
Koalitionsvertrag: Ein bisschen Licht, aber auch reichlich Schatten ...
Zu den Ergebnissen der Koalitionsverhandlungen von CDU/CSU & SPD erklärt der Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbandes der Personaldienstleister (GVP), Florian Swyter: "CDU/CSU und SPD haben sich auf einen Koalitionsvertrag geeinigt. Das ist gut so, denn Deutschland braucht angesichts d
BdB-Transformationskongress "Wurzeln & Visionen: Stadtgrün der Zukunft" / Grüner Bunker St. Pauli ...
Am 3. und 4. Juli 2025 lädt der Bund deutscher Baumschulen (BdB) e.V. zum Transformationskongress "Wurzeln & Visionen: Stadtgrün der Zukunft" ein. Der Kongress findet in einem der Leuchtturmprojekte für Stadtgrün in Deutschland statt: Dem Grünen Bunker St. Pauli. Der Klimawandel




