Maisdeckel für Biogas muss bleiben
ID: 2168804

(ots) - Mehr Bioenergie aus Mais - mehr Umweltschutz? Ganz so leicht ist es leider nicht: Monokulturen gefährden die Artenvielfalt. Zum Glück gibt es eine Alternative.
Landauf, landab wird in diesen Tagen der Mais gedrillt. Im vergangenen Jahr wurden deutschlandweit 2,5 Millionen Hektar Mais und damit etwas mehr als in den vorausgegangenen Jahren angebaut. Etwa eine Million Hektar davon dient der Produktion von Bioenergie, die neben Wind- und Wasserkraft, Geothermie und Solarenergie zu den fünf erneuerbaren Energien gehört. Mais ist zwar die wirtschaftlichste Kultur für die Produktion von Biogas, seine Monokulturen sind allerdings extrem artenarm. Die Deutsche Wildtier Stiftung und der Deutsche Jagdverband fordern daher von CDU/CSU und SPD, dass der sogenannte Maisdeckel bleibt - entgegen den Andeutungen im Koalitionsvertrag. Der Deckel begrenzt den Einsatz von Mais zur Biogasproduktion auf derzeit 30 Prozent. Die beiden Organisationen fordern zudem die Förderung alternativer Pflanzensubstrate für die Biogasgewinnung, wie zum Beispiel den Aufwuchs von mehrjährigen Wildpflanzenkulturen.
Klimaschutz und Artenschutz müssen Hand in Hand gehen
"Bioenergie ist eine wichtige Säule der Energiewende", sagt Dr. Andreas Kinser, Leiter Natur- und Artenschutz bei der Deutschen Wildtier Stiftung. "Gleichzeitig darf die Produktion von Pflanzenbiomasse nicht den Verlust der Artenvielfalt in den landwirtschaftlichen Lebensräumen beschleunigen", so Kinser weiter. "Wir dürfen Klimaschutz und Artenschutz nicht gegeneinander ausspielen. Beides geht auch Hand in Hand, etwa durch Biogas aus Wildpflanzen", sagte DJV-Vizepräsident Dr. Carsten Scholz.
Blühflächen: Kinderstube, Nahrungsquelle, Bodenschutz
Mehrjährige Wildpflanzenkulturen bieten in den sonst blütenarmen Frühjahrsmonaten die erste Nahrungsquelle für früh schwärmende Wildbienen und andere Insekten. Feldhasen und Bodenbrüter nutzen mehrjährige Blühflächen als Kinderstube, Nahrungsquelle und Versteck. Während der Mais und selbst einjährige Blühflächen gerade erst aufkeimen und mit Frühjahrstrockenheit zu kämpfen haben, nutzen mehrjährige Wildpflanzenbestände die Winterfeuchte im durch den Aufwuchs gut vor Austrocknung geschützten Boden.
Vielfalt statt Monokultur: Projekt "Bunte Biomasse"
Die Deutsche Wildtier Stiftung und der Deutsche Jagdverband e. V. haben von 2019 bis 2024 gemeinsam mit der Veolia Stiftung das Projekt "Bunte Biomasse" umgesetzt. Deutschlandweit wurden darin 550 Hektar mehrjährige Wildpflanzenmischungen zur Biomasseproduktion angelegt. Auf den Projektflächen wurden Spitzenerträge von über 45 Tonnen Frischmasse pro Hektar geerntet. Mittlerweile wird der Anbau von Wildpflanzenkulturen in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg im Rahmen der Agrarumweltmaßnahmen gefördert. Der Einsatz von Bunter Biomasse ist also ein Erfolgskonzept, das Energiewende und Biodiversitätsschutz gleichermaßen unterstützt - und auch künftig Teil einer verantwortungsvollen Energie-, Umwelt- und Agrarpolitik sein sollte.
Pressekontakt:
Jenifer Calvi
Pressereferentin Deutsche Wildtier Stiftung
Telefon 040-970 78 69 - 14
J.Calvi@DeutscheWildtierStiftung.de
www.DeutscheWildtierStiftung.de
Original-Content von: Deutsche Wildtier Stiftung, übermittelt durch news aktuellWeitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 30.04.2025 - 10:05 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 2168804
Anzahl Zeichen: 3488
Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: ots
Stadt:
Hamburg
Kategorie:
Umwelttechnologien
Diese Pressemitteilung wurde bisher 240 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Maisdeckel für Biogas muss bleiben"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Deutsche Wildtier Stiftung (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
In Mecklenburg-Vorpommern galt die Europäische Wildkatze seit rund 200 Jahren als verschollen. Nun konnte erstmals ein Vertreter dieser scheuen Art in Vorpommern genetisch nachgewiesen werden – auf den Flächen der Deutschen Wildtier Stiftung bei Strasburg. Es handelt sich um das derzeit nordöst
Am 20. Mai ist Weltbienentag ...
Der Name „Wildbienenhotel“ passt eigentlich nur bedingt: Denn anders als wir Menschen checken die summenden Bestäuber in ihr Hotel nicht ein, um sich wie im Urlaub zu entspannen. Stattdessen wird hier hart gearbeitet: Die Wildbienenweibchen bauen Nestkammern, tragen Blütenpollen und Nektar fü
Augen auf für den Artenschutz / Jetzt mitmachen und vom 15. bis 25. Mai Igel und Maulwürfe zählen ...
Der eine verrät sich durch sein Schnaufen, der andere durch frisch aufgeworfene Erdhaufen – und beide futtern gerne Regenwürmer: Igel und Maulwurf sind Deutschlands bekannteste Gartenbewohner. Aber wo sieht man sie überhaupt noch? Vom 15. bis 25. Mai gilt es, im eigenen Garten, auf Wiesen und i
Weitere Mitteilungen von Deutsche Wildtier Stiftung
Gemeinsam mit Kindern für die Zukunft / lavera Naturkosmetik, Life Terra und There For Trees starten Aufforstungsprojekt in der Schweiz ...
lavera Naturkosmetik, die Life Terra Stiftung und die Schweizer NGO There For Trees haben erstmals ein gemeinsames Pflanzprojekt zur Wiederherstellung von Waldökosystemen im Süden von Bern gestartet. Zusammen mit Schülerinnen und Schülern des Lorraine Schulhauses Bern und des Schulkreises Bümpl
Etappensieg im Kampf gegen Glyphosat: Zulassung von Roundup Future bleibt nach Widerspruch der Deutschen Umwelthilfe in wesentlichen Teilen ausgesetzt ...
Die Zulassung des Glyphosat-Pestizids Roundup Future bleibt in wesentlichen Teilen ausgesetzt. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat einen Antrag des Pestizidherstellers Monsanto Agrar Deutschland GmbH auf Anordnung der sofortigen Vollziehung der Zulassung für da
DGQ mit neuen Online-Trainings: Kompakter, praxisnaher Einstieg in drei Managementsysteme ...
- Umwelt-, Energie- und Arbeitsschutzmanagement für die konkrete Anwendung - Berücksichtigung von System-Schnittstellen durch einheitlichen Aufbau - Orientierung an Leitnormen ermöglicht integrierte Sichtweise Umwelt, Energie und Arbeitsschutz - mit E-Trainings zu diesen drei Bereichen er
Bioabfall ab 1. Mai sauberer sammeln: kompostierbare Beutel wichtige Helfer ...
Ab dem 1. Mai 2025 gelten in Deutschland strengere Kontrollwerte für Fremdstoffe in der Bioabfallsammlung. Wichtig für Bürgerinnen und Bürger: Zertifiziert industriell kompostierbare Bioabfall-Sammelbeutel bleiben trotz der neuen Vorgaben weiterhin erlaubt, sofern keine abweichenden Regelungen d




