Teils winzig, meist wählerisch und oft bedroht / Fünf Fakten über Wildbienen zum Weltbienentag am 20. Mai
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(ots) - In Deutschland sind derzeit 604 Wildbienenarten nachgewiesen. Aber wie sehen die wilden Verwandten der Honigbiene aus? Produzieren sie auch Honig? Und können sie stechen?
Woran erkennt man Wildbienen?
Wildbienen können sehr unterschiedlich aussehen. Manche sind nur wenige Millimeter groß, andere sind dicke Brummer. Manche sind bunt, andere schwarz gefärbt. Die meisten Wildbienenarten haben eine pelzige Behaarung. Oft besitzen die Weibchen an den Hinterbeinen oder unter dem Bauch spezielle Vorrichtungen für den Pollentransport - hier finden sich besonders feine oder gegabelte Haare, an denen viel Pollen hängen bleibt. Aber es gibt auch Wildbienenarten ohne auffällige Behaarung. Kuckucksbienen, parasitische Bienen, die keinen eigenen Pollen sammeln, sind kaum behaart und auffällig gelb- oder rot-schwarz gefärbt. Sie können leicht mit Wespen verwechselt werden. Auch die Maskenbienen - mit ihren auffälligen weißen Gesichtsmasken und oft weniger als einem Zentimeter Körperlänge - werden häufig eher für eine kleine Wespe oder gar fliegende Ameise als für eine Biene gehalten. Die kleinste deutsche Biene, die Steppenbiene, ist nur drei bis vier Millimeter lang und spärlich behaart. Sie kommt nur noch an wenigen Sandstandorten in der Oberrheinebene, zum Beispiel in den Sandhausener Dünen in Baden-Württemberg vor.
Produzieren Wildbienen Honig?
Nein. Anders als die Honigbiene, die im Sommer Honig als Wintervorrat für das ganze Volk produziert, leben Wildbienen meist solitär - also allein - und benötigen daher keine großen Vorräte. Eine Ausnahme sind Hummelvölker, die für ihre Nachkommen Vorräte anlegen können.
Können Wildbienen stechen?
Ja. Die Weibchen besitzen einen Wehrstachel, mit dem sie sich im äußersten Notfall verteidigen können. Aber: Wildbienen sind äußerst friedfertig und bei den meisten Arten ist dieser Stachel so fein, dass er unsere Haut nicht durchdringen kann. Eine Ausnahme sind Hummeln - die auch zu den Wildbienen zählen. Doch auch ihr Stich hat in der Regel nicht die Wirkung eines Honigbienenstichs. Gereizte Hummeln senden zudem zunächst Warnsignale aus, bevor sie zustechen: Sie brummen sehr laut und präsentieren dem Angreifer ihren Stachel.
Kommen Wildbienen auch in Städten vor?
Ja, sogar relativ häufig. Mehr als die Hälfte aller in Deutschland vorkommenden Wildbienenarten - darunter viele bedrohte und hoch spezialisierte - kommen in Städten gut zurecht. Denn die Vielfalt in Parks und Grünflächen, in Gärten und auf Balkonen erhöht die Chance, dass selbst anspruchsvolle Arten dort die passenden Blüten und Nistplätze finden.
Was machen Wildbienen im Winter?
Die meisten Wildbienen sterben im Herbst. In den Wochen zuvor haben sie noch emsig Pollen und Nektar gesammelt, damit ihre Nester mit dem Nachwuchs für das nächste Jahr versorgt sind. In hohlen Pflanzenstängeln, selbst gegrabenen Gängen in der Erde oder in Totholz ruht dann die nächste Generation - gut versorgt mit einem Vorrat aus Nektar und Pollen. Die fertigen Bienen kommen im Frühjahr aus dem Nest und der Kreislauf beginnt von vorn. Bei den Hummeln überwintern nur die jungen Königinnen. Mit einer reich gefüllten Nektarblase suchen sie sich ein geschütztes Versteck im Erdboden, im Laubhaufen oder in einer Mauerritze. Dank körpereigener Frostschutzmittel oder durch Dehydrierung überstehen sie je nach Art und Entwicklungsstadium problemlos Temperaturen von -10 bis -20 °C.
Mehr Infos zu den wilden Verwandten der Honigbiene finden Sie hier: www.wildbiene.org
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Datum: 16.05.2025 - 08:30 Uhr
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