Balkon-Solaranlagen sicher nutzen: Tipps von TÜV SÜD
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(ots) - Kleine Solaranlagen für den Balkon - auch Steckersolaranlagen genannt - werden immer beliebter. Kein Wunder: Mit vergleichsweise geringem Aufwand lässt sich damit eigener Strom erzeugen, die Stromrechnung senken und ein aktiver Beitrag zur Energiewende leisten. Doch welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, worauf sollte man beim Kauf achten und welche Sicherheitsaspekte sind wichtig? TÜV SÜD-Produktexperte Florian Hockel erklärt, wie Balkon-Solaranlagen sicher und effizient betrieben werden können.
Klein, aber wirkungsvoll - und inzwischen einfacher zu betreiben
Balkon-Solaranlagen bestehen in der Regel aus ein bis zwei Solarmodulen, einem Wechselrichter und einem Anschlusskabel mit Stecker. Die Geräte sind so konzipiert, dass sie vom Verbraucher selbst installiert und betrieben werden können - eine sogenannte Plug & Play-Lösung. "Im besten Fall decken sie bei sonnigem Wetter und eventuell zusätzlichen Speicherkomponenten einen Teil des Grundverbrauchs im Haushalt ab - zum Beispiel für den Kühlschrank, den Internetrouter oder Geräte im Standby-Betrieb", sagt Florian Hockel.
Seit Mai 2024 ist der Betrieb noch einfacher geworden: Mit dem Inkrafttreten des Solarpakets I entfällt die Meldepflicht beim Netzbetreiber. Lediglich die Registrierung im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur bleibt bestehen. Auch die technischen Anforderungen wurden angepasst: So sind rücklaufsichere Ferraris-Zähler nicht mehr zwingend erforderlich, sofern ein moderner digitaler Zähler vorhanden ist. Zudem wurde die maximal zulässige Einspeiseleistung von 600 auf 800 Watt erhöht - ein wichtiger Schritt zur Stärkung der Bürgerenergie.
Geringe Investition, spürbare Wirkung
Ein großer Vorteil von Balkon-Solaranlagen ist ihre Wirtschaftlichkeit: Funktionsfähige Komplettsets sind bereits für 400 bis 1.000 Euro erhältlich. Je nach Ausrichtung und Standort können damit zwischen 200 und 300 Kilowattstunden Strom pro Jahr erzeugt werden - das entspricht etwa zehn Prozent des durchschnittlichen Jahresverbrauchs eines Zwei-Personen-Haushalts. Bei steigenden Strompreisen amortisiert sich die Anschaffung oft schon nach fünf bis sieben Jahren. In einigen Städten und Bundesländern gibt es zudem Förderprogramme, die den Einstieg noch attraktiver machen.
Was vor dem Kauf zu beachten ist
TÜV SÜD empfiehlt, vor dem Kauf folgende Punkte zu prüfen:
- Standort: Balkon oder Terrasse sollten möglichst nach Süden ausgerichtet und möglichst schattenfrei sein. Ost- und Westausrichtung sind möglich, bringen aber weniger Ertrag.
- Zählertyp: Für die Einspeisung ist ein Zähler mit Rücklaufsperre oder ein Zweirichtungszähler erforderlich. Die meisten digitalen Stromzähler sind dafür geeignet.
- Stromanschluss: Technisch ist der Anschluss über eine normale Schuko-Steckdose oft möglich. TÜV SÜD empfiehlt jedoch aus Sicherheitsgründen den Einbau einer so genannten Energiesteckdose (Einspeisesteckdose) durch eine Elektrofachkraft.
- Leistung: In Deutschland dürfen derzeit bis zu 800 Watt eingespeist werden. Der Wechselrichter sollte der Norm VDE-AR-N 4105 entsprechen - darauf sollte beim Kauf unbedingt geachtet werden.
- Transparenz: Energiemessgeräte oder smarte Zwischenzähler machen die erzeugte Strommenge sichtbar - das motiviert und hilft, die Wirkung der Anlage besser zu verstehen.
Sicherheitsaspekte ernst nehmen
"Obwohl die Geräte relativ einfach zu installieren sind, sollte auf eine sichere Handhabung und hochwertige Technik geachtet werden", betont Florian Hockel. Besonders wichtig sind folgende Punkte:
- Netz- und Anlagenschutz (NA-Schutz): Bei einem Stromausfall muss sich der Wechselrichter automatisch vom Netz trennen, um Stromunfälle zu vermeiden.
- Witterungsbeständigkeit: Module, Kabel und Steckverbindungen müssen UV-beständig, wasserdicht und mechanisch stabil sein. Eine Schutzart von mindestens IP65 ist empfehlenswert.
- Feste Verankerung: Die Module müssen sicher montiert sein und dürfen bei Wind nicht verrutschen oder herabfallen. Geprüfte Montagesysteme und stabile Befestigungen sind hier Pflicht.
- Prüfzeichen: Alle Komponenten sollten eine CE-Kennzeichnung tragen. Unabhängige Prüfzeichen wie das GS-Zeichen oder das TÜV SÜD-Oktagon geben zusätzliche Sicherheit.
Prüfzeichen schaffen Vertrauen
TÜV SÜD prüft Balkon-Solaranlagen unter anderem auf elektrische Sicherheit, mechanische Belastbarkeit und Gebrauchstauglichkeit. Dabei werden sowohl die Materialqualität als auch das Langzeitverhalten unter realen Witterungsbedingungen getestet. "Verbraucherinnen und Verbraucher erkennen geprüfte Produkte am GS-Zeichen für Geprüfte Sicherheit oder am blauen TÜV SÜD-Oktagon", so Hockel. Auch eine verständliche Bedienungsanleitung und die Möglichkeit, Ersatzteile nachzubestellen, sprechen für ein hochwertiges Produkt.
Einfach anfangen - nachhaltig profitieren
Wer sich für ein geprüftes Stecker-Solargerät entscheidet, profitiert gleich mehrfach: Die Stromrechnung sinkt, die Umwelt wird geschont, und auch das Gefühl, selbst Teil der Energiewende zu sein, motiviert viele. TÜV SÜD empfiehlt, beim Kauf auf hochwertige Verarbeitung, normgerechte Ausstattung und aussagekräftige Prüfzeichen zu achten. So wird aus einer kleinen Anlage eine große Wirkung - für den eigenen Geldbeutel und das Klima.
Weitere Informationen gibt es HIER (https://www.tuvsud.com/de-de/branchen/energie/erneuerbare-energien/photovoltaikanlagen).
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TÜV SÜD AG
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Datum: 22.05.2025 - 10:00 Uhr
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