Naturschutz und Naturerlebnisse für Schutzgebiete: Gemeinsam ein sozio-ökonomisches Monitoring ent

Naturschutz und Naturerlebnisse für Schutzgebiete: Gemeinsam ein sozio-ökonomisches Monitoring entwickeln

ID: 2181694

(ots) - Wie verbindet man Naturschutz und Tourismus in sensiblen Schutzgebieten? Im deutsch-polnischen Projekt "MoPA" entstehen innovative Ansätze für nachhaltige Besucherlenkung und sozio-ökonomisches Monitoring - ein Balanceakt zwischen Schutz und Erlebnis im Unteren Odertal.

Es gibt mehr als 20 Schutzgebiete in der Euroregion Pomerania, die sich einerseits in unterschiedlichen Nationalparks, aber auch in verschiedenen Ländern befinden. Blickt man aus der Sicht der Natur auf das System, so bildet es ein großes Ganzes mit ökologischen Verbindungen und Abhängigkeiten.

Da Interessenskonflikte zwischen Naturschutz, Wirtschafts- und Siedlungsentwicklung festgestellt wurden, ist es notwendig Methoden zu entwickeln, mit denen sich vergleichbare Daten sammeln lassen können. In deutsch-polnischer Zusammenarbeit will das Projekt "MoPA" bestehende Monitoringverfahren für Schutzgebiete der Euroregion Pomerania vereinfachen und durch sozio-ökonomische Methoden ergänzen.

Für eine Ortsbegehung treffen wir auf der polnischen Seite in dem Örtchen Widuchowa auf Norman Ebert, dem Projektkoordinator von der Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde und auf den Leadpartner des Projektes Wojtek Zbaraszewski von der Westpommerschen TU, Stettin. Treffpunkt ist gegenüber vom Supermarkt, ein leicht zu findender Ort in dem sonst komplett ruhigen Dörfchen.

Nach ein paar weiteren Minuten Autofahrt und einem Spaziergang von 10 Minuten gelangen wir zu einer imposanten Aussichtsplattform, die uns unfassbar schöne Blicke über das Untere Odertal ermöglicht. Neben den vier Universitäten, die an dem Projekt beteiligt sind, gibt es weitere Partner in dem Projekt, die viele Informationen und Erfahrung einbringen. Dirk Treichel, Leiter des Nationalparks Unteres Odertal erklärt, das wichtigste beim Naturschutz sei es gar nichts zu tun. Genau das ist aber das Problem, wenn verschiedene Interessen zusammenkommen und Bedürfnisse der Bevölkerung, mit denen der Natur vereinbart werden müssen, dann ist gar nichts tun nicht mehr möglich.



Wojtek Zbaraszewski erklärt "ein wichtiges Element des Projektes ist die Erarbeitung einer vereinfachten Methode zur Abschätzung regionalökonomischer Effekte des Tourismus in Schutzgebieten". Und das heißt speziell bei Norman Ebert: "Wir gucken uns ganz konkret Naturerlebnissorte an, die im Zusammenhang sind mit Infrastrukturen. Die Besucherlenkung ist entscheidend für die Schutzgebiete, weil gerade bei den Nationalparken das Hauptziel ja ist, die Natur zu schützen und die Werte der Natur und das kann nur passieren, wenn sie nicht übernutzt wird durch Tourismus."

Herr Igor Szakowski, Leiter der Verwaltung für den polnischen Landschaftsschutzpark Unteres Odertal hat für uns Kanus organisiert und so können wir das Bindeglied der beiden Länder, die Oder, auch noch erfahren. Eine alte Schleuse bei Gryfino ist das Ziel des kurzen Paddelausflugs. Zum Aussichtssturm in Mescherin schaffen wir es nur noch mit dem Auto, um daran vorbeizufahren, der Turm ist solch ein Naturerlebnisort, von dem Norman Ebert gesprochen hatte. Hierhin kann man Besucher gut lenken, während andere Gebiete dann eher geschützt sind und sich dort die Natur ungestört entwickeln kann.

Mehr Infos zum MoPA-Projekt finden Sie hier: https://mopa.zut.edu.pl

Projektbeschreibung:

Die Kohäsionspolitik hat klare Ziele für den Förderzeitraum 2021-2027 definiert: Ein durch Innovation intelligentes Europa, ein grüneres, CO2-emissionsarmes Europa, ein stärker vernetztes Europa, ein sozialeres Europa und ein bürgernäheres Europa. Nachhaltige Herausforderungen rücken in den Fokus der Gesellschaft, insbesondere in Deutschland und seinen Nachbarländern. Im Rahmen des Projekts "EU4regions" werden hochwertige multimediale und journalistische Informationen zur Kohäsionspolitik produziert und anschließend breit gestreut. Innerhalb von 12 Monaten wird über Interreg-Projekte aus West- und Ostdeutschland und den Nachbarländern/-regionen berichtet, um lokale Herausforderungen aufzuzeigen. Die betroffenen Länder sind Polen, die Tschechische Republik, Österreich, die Schweiz, Frankreich, die Niederlande und Dänemark. Unser thematischer Schwerpunkt ist die Nachhaltigkeit, wobei wir Nachhaltigkeit als Ganzes verstehen. Obwohl Klimafragen im Mittelpunkt stehen, werden sie durch wirtschaftliche und soziale Aspekte ergänzt. Ziel ist es, zu zeigen, wie sich die EU-Kohäsionspolitik auf Regionen und Menschen auswirkt.

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Datum: 30.06.2025 - 13:35 Uhr
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