Fristende zur Anbindung der Pflege an die Telematik-Infrastruktur / BAGFW-Umfrage zeigt erschreckende Diskrepanz zwischen Engagement und faktischer Realität
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(ots) - Heute endet die Frist für die Anbindung aller stationären und ambulanten Pflegeeinrichtungen an die Telematikinfrastruktur (TI). Doch nur ein kleiner Teil der Einrichtungen ist tatsächlich angeschlossen. Dass dies nicht am mangelnden Interesse liegt, zeigen die Ergebnisse der aktuellen Umfrage der BAGFW. Knapp 90 Prozent der befragten Einrichtungen haben sich bereits aktiv auf den Weg in die Telematikinfrastruktur gemacht.
Eine aktuelle Umfrage der BAGFW unter 1460 Einrichtungen zeigt: Die Gründe für diese erschreckende Diskrepanz zwischen Engagement und faktischer Realität am Stichtag 1. Juli liegen häufig bei überlasteten Softwarefirmen und ausufernder Bürokratie.
Komplexe bürokratische Verfahren
Der gesamte Prozess - von der Antragstellung über das Postident-Verfahren bis zur Rechnungslegung - ist unübersichtlich, von einem hohen Verwaltungsaufwand geprägt und für viele Pflegeeinrichtungen kaum im Blick zu behalten. Die Vielzahl unterschiedlicher Nachweise und Identifikationsvorgänge und die unpraktikablen Zahlungsmöglichkeiten erschweren den Onboardingprozess unverhältnismäßig. Die Pflegeeinrichtungen berichten von monatelangen Wartezeiten bis zum Erhalt der notwendigen Institutionskarten. Insgesamt bindet diese Verfahrensweise in hohem Maße zusätzlich Zeit und Personal, was den ohnehin bereits knappen Personalschlüssel weiter belastet. Als BAGFW fordern wir: Einen einfachen Zugang zur TI zentral und digital über ein einfaches Online-Portal mit einer einmaligen Registrierung ("once only") zur Beschaffung und Verwaltung aller notwendigen Komponenten.
Softwareanbieter und TI-Dienstleister überlastet
Als großes Hemmnis beschreibt ein Großteil der Pflegeeinrichtungen Schwierigkeiten in der Anbindung durch TI-Dienstleister und Softwareanbieter. Die befragten Pflegeeinrichtungen schildern erschöpfte Kapazitäten auf Seiten der Softwarefirmen und sind gezwungen, lange Wartezeiten bis zur Installation des TI-Anschlusses in Kauf zu nehmen. Bei technischen Problemen gibt es oftmals große Schwierigkeiten, eine auskunftsfähige Ansprechperson im Support zu erreichen. Zusätzlich herrscht Intransparenz bei den Kosten - die Angebote zum TI-Anschluss sind für Pflegeeinrichtungen weder nachvollziehbar noch überprüfbar, liegen häufig aber weit jenseits der möglichen Refinanzierung. Für eine gelingende Anbindung aller Pflegeeinrichtungen an die TI fordert die BAGFW daher mit Nachdruck gesetzliche Regulierungen, die eine TI-Anbindung innerhalb der Refinanzierung ermöglichen.
Die BAGFW ist zutiefst davon überzeugt, dass die Digitalisierung insgesamt - und die TI-Anbindung im Besonderen - einen echten Mehrwert für die Pflege mit sich bringen wird. Um die hohe Motivation der Pflegeeinrichtungen auf diesem langen Weg zu erhalten, braucht es neben einem vereinfachten und schnellen Zugang zur TI jedoch dringend mehr Anwendungsbereiche für die Pflege.
Die Umfrage-Auswertung sehen Sie hier (https://www.bagfw.de/fileadmin/user_upload/Veroeffentlichungen/20250626_BAGFW-Umfrage_TI-Anschluss.pdf).
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Katrin Goßens
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Datum: 01.07.2025 - 08:00 Uhr
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