Primärversorgung im Fokus: Neues PORT Gesundheitszentrum setzt innovative Ideen um

Primärversorgung im Fokus: Neues PORT Gesundheitszentrum setzt innovative Ideen um

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(ots) - Mit einem Festakt in Anwesenheit von Manne Lucha MdL, Minister für Soziales, Gesundheit und Integration des Landes Baden-Württemberg, hat der Bosch Health Campus am 9. Juli 2025 das PORT Gesundheitszentrum in Stuttgart eröffnet. Das Zentrum setzt zentrale Forderungen für eine bessere Gesundheitsversorgung in Deutschland um, indem es präventive und Beratungsleistungen mit ambulanten und stationären Leistungen verbindet.

Es zeichnet sich ab, dass immer weniger Hausärztinnen und Hausärzte zur Verfügung stehen bei immer mehr Patientinnen und Patienten. Die zunehmenden Versorgungslücken sind mittlerweile nicht mehr nur auf dem Land, sondern auch in den Städten spürbar. Wie eine Antwort auf den Ärztemangel langfristig aussehen kann, lässt sich jetzt im neu eröffneten PORT Gesundheitszentrum am Bosch Health Campus erleben.

Bedarfsgerechte Begleitung und mehr Gesundheitskompetenz

Auf 350 Quadratmetern arbeiten in modern ausgestatteten Räumen ein Allgemeinmediziner, zwei akademisch qualifizierte Pflegeexpertinnen (Community Health Nurses), Medizinische Fachangestellte und Therapeut:innen in einem multiprofessionellen Team zusammen. Ihr Angebot ist auf den regionalen Bedarf im urbanen Raum angepasst und richtet sich hier vor allem an die Vielzahl älterer, chronisch und mehrfach erkrankter Menschen.

"Wir sind davon überzeugt, dass viele Menschen gar nicht so häufig zum Arzt oder ins Krankenhaus müssten, wenn sie kontinuierlich fachkundig betreut wären und zudem besser über ihre Erkrankungen Bescheid wüssten. Im PORT Zentrum bieten wir eine niederschwellige Beratung an - bei Bedarf auch in Form von Hausbesuchen - und stärken die Gesundheitskompetenz der Menschen durch Präventions- und Gesundheitskurse", erläutert Prof. Dr. Mark Dominik Alscher, Geschäftsführer des Bosch Health Campus. Langfristig sind hierfür auch verstärkt digitale Angebote geplant.

Verzahnung von ambulanter und stationärer Versorgung



Eine weitere Besonderheit wurde bei der Eröffnungsfeier sichtbar: Das ambulante PORT Zentrum liegt im Robert Bosch Krankenhaus, Standort City. Die räumliche Nähe erleichtert die enge Verzahnung von stationärer und ambulanter Versorgung - die insbesondere im Hinblick auf die Krankenhausreform als Schlüssel für eine Verbesserung der angespannten Lage im Gesundheitssystem gilt. "Wir arbeiten eng mit der Geriatrischen Abteilung, der Mobilen Geriatrischen Rehabilitation und dem Demenz-Delir-Konsiliardienst zusammen", erklärte der Leiter des PORT-Zentrums Mike Teske. "Das führt dazu, dass Übergänge aus dem Krankenhaus in die häusliche Versorgung besser begleitet werden können - etwa durch abgestimmte Versorgungspläne und die frühzeitige Einbindung der Community Health Nurses. Patient:innen erhalten dadurch mehr Sicherheit und Kontinuität, das stationäre Personal profitiert durch klare Ansprechpartner:innen."

Die Anschubfinanzierung des PORT Gesundheitszentrums hat das zum Bosch Health Campus gehörende Robert Bosch Centrum für Innovationen im Gesundheitswesen aus Mitteln der Robert Bosch Stiftung übernommen und unterstützt auch weiterhin - insbesondere das Community Health Nursing und die multiprofessionelle und intersektorale Zusammenarbeit.

Minister Lucha begrüßt Engagement

"Das PORT Gesundheitszentrum am Bosch Health Campus in Stuttgart ist ein Meilenstein für die innovative, patientenorientierte Versorgung in Baden-Württemberg. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels benötigen wir einen niederschwelligen, bedarfsgerechten Zugang in das Gesundheitssystem im Rahmen einer auf den regionalen Bedarf angepassten Primärversorgung - idealerweise in Primärversorgungszentren, wie sie vom Land gefördert werden, oder in PORT Gesundheitszentren. An diesen Zentren beeindruckt mich, wie Community Health Nurses und andere Fachkräfte Hand in Hand arbeiten, um Patientinnen und Patienten individuell zu begleiten und deren Gesundheitskompetenz zu stärken. So sieht die Zukunft der Primärversorgung aus: wohnortnah, multiprofessionell und empathisch. Ich wünsche dem PORT Gesundheitszentrum viel Erfolg und danke allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihr vorbildhaftes Engagement", sagte Minister Lucha bei der Eröffnung.

Er informierte sich beim Rundgang darüber, welchen Beitrag die Community Health Nurses im neuen PORT Gesundheitszentrum in der Pflege und Beratung heute schon leisten. Bis sie, wie in anderen Ländern wie Finnland längst üblich, weitere Aufgaben übernehmen können, müssen in Deutschland erst noch die rechtlichen Rahmenbedingungen geschaffen werden. "Baden-Württemberg setzt sich deshalb schon seit längerem auf Bundesebene für die Einführung des neuen Berufsbilds der Community Health Nurse ein", sagte Minister Lucha. "Hier muss noch ein Umdenken stattfinden - weg von der Arztzentrierung hin zu einer Aufwertung der nicht-ärztlichen Fachkräfte" ergänzte Alscher. Mit dem geplanten Pflegekompetenzgesetz könnten erste Weichen gestellt werden.

Das PORT Gesundheitszentrum ist ab sofort für jedermann geöffnet und vergibt auch kurzfristig Termine.

Der Hintergrund zu PORT

Die Idee zu den PORT Gesundheitszentren (Patientenorientierte Zentren zur Primär- und Langzeitversorgung) stammt von der Robert Bosch Stiftung, die 2017 das Förderprogramm "PORT - Patientenorientierte Zentren zur Primär- und Langzeitversorgung" aufgelegt hat, mit dem seither bundesweit 12 Gesundheitseinrichtungen gefördert werden. In allen Zentren arbeiten multiprofessionelle Teams aus Gesundheits-, Sozial- und anderen Berufen eng zusammen und ermöglichen eine umfassende Grundversorgung aus einer Hand.

Weitere Informationen: www.port-gesundheitszentrum.de

Über den Bosch Health Campus

Der Bosch Health Campus vereint alle Institutionen und Förderaktivitäten der Robert Bosch Stiftung im Bereich Gesundheit mit den vier Säulen Behandeln, Forschen, Bilden und Fördern. Mit seinen interdisziplinär vernetzten Einrichtungen und mehr als 3000 Mitarbeitenden hat es sich der Bosch Health Campus zur Aufgabe gemacht, innovative Lösungen für die großen Herausforderungen des Gesundheitswesens anzubieten.

Zum Bosch Health Campus gehören das Robert Bosch Krankenhaus, das Dr. Margarete Fischer-Bosch Institut für Klinische Pharmakologie, das Robert Bosch Centrum für Tumorerkrankungen, das Robert Bosch Centrum für Integrative Medizin und Gesundheit, das Institut für Geschichte der Medizin, der Bosch Digital Innovation Hub (ehemals Koordinierungsstelle Telemedizin Baden- Württemberg), das Irmgard Bosch Bildungszentrum, das Robert Bosch Centrum für Innovationen im Gesundheitswesen.

Mehr unter www.bosch-health-campus.com

Kontakt:

Bosch Health Campus
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Dr. Cornelia Varwig
presse@bosch-health-campus.com
+49 711 8101-3638


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