100.000. Niere in Deutschland transplantiert / Seit 1963 wurde Empfängerinnen und Empfängern einer Spenderniere ein Vielfaches an Lebensjahren geschenkt
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(ots) - Die 100.000. Nierenübertragung fand Anfang Juli in einem der 43 Transplantationszentren statt - knapp 62 Jahre, nachdem die Übertragung einer Niere im Berliner Klinikum Steglitz am 27. November 1963 den Beginn der hiesigen Transplantationsmedizin einläutete.
"Diese besondere Zahl steht für 100.000 neue Lebenschancen, die in den vergangenen sechs Jahrzehnten schwer kranken Menschen überwiegend nach postmortaler, aber auch nach Lebendspende geschenkt wurden", erklärt Dr. Axel Rahmel, Medizinischer Vorstand der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO). "Wir möchten diesen Meilenstein zum Anlass nehmen, um allen Spenderinnen und Spendern sowie deren Angehörigen zu danken, die diese Transplantationen überhaupt möglich gemacht haben."
Spendernieren schenken viele neue Lebensjahre
Die Nierentransplantation stellt heute ein erfolgreiches und etabliertes Verfahren für Patienten und Patientinnen dar, deren Nieren nur eingeschränkt funktionieren oder in absehbarer Zeit versagen. Ein Jahr nach der Transplantation sind mehr als 90 Prozent der verpflanzten Nieren noch funktionstüchtig. Es gibt Nierenempfänger, die sogar mehrere Jahrzehnte mit dem Spenderorgan leben - so wie Eberhard Schollmeyer, der vor 40 Jahren eine neue Niere erhielt: "Seit vier Jahrzehnten lebe ich voller Dankbarkeit gegenüber meinem Spender, der mir meine Lebensqualität zurückgegeben hat. Vier Jahrzehnte, in denen ich dank der Spenderniere studieren, eine Familie gründen und Freude erleben durfte, meinem Beruf und meinen Hobbies nachgehen konnte - diese erhaltene Zeit ist das wertvollste Geschenk, das ein Mensch einem anderen vermachen kann."
Zu welchen sportlichen Höchstleistungen diese geschenkten Lebensjahre Transplantierte beflügeln können, werden im August dieses Jahres eindrücklich die World Transplant Games in Dresden demonstrieren. Die teilnehmenden Athletinnen und Athleten aus mehr als 60 Ländern, unter ihnen in den letzten Jahren auch Eberhard Schollmeyer, zeigen auf großer Bühne: Organspende bedeutet nicht nur überleben, sondern leben mit allen seinen Möglichkeiten und Facetten - bis hin zu sportlichen Höchstleistungen.
Trotz aller Erfolge herrscht nach wie vor ein Mangel an Spendernieren
DSO-Vorstand Rahmel weist aber auch darauf hin, dass der Erfolgszahl von mittlerweile 100.000 erfolgten Nierentransplantationen nach wie vor ein wesentlich höherer Bedarf an Spendernieren gegenübersteht. Allein im vergangenen Jahr umfasste die entsprechende Warteliste zum Stichtag 31. Dezember 6.397 als transplantabel gemeldete Patientinnen und Patienten, gleichzeitig gab es aber nur 2.075 Nierentransplantationen. Diese 6.397 gemeldeten Patienten sind mit 77 Prozent auch Großteil aller 8.260 Schwerkranken auf den Wartelisten für ein Spenderorgan.
"Es ist mittlerweile keine Seltenheit, dass Patienten 8 oder 10 Jahre auf eine Nierenspende warten", so Rahmel. Und leider ist das nur die Spitze des Eisbergs: Experten gehen davon aus, dass von den bundesweit rund 100.000 Dialysepatienten etwa ein Drittel ebenfalls von einer Transplantation profitieren würde. Die Dialyse ist eine künstliche Blutwäsche, mit deren Hilfe die Wartezeit bis zu einer möglichen Nierentransplantation überbrückt werden kann.
Bundesweit wurden in den ersten sechs Monates des Jahres 793 Nieren nach postmortaler Spende transplantiert, 6.203 Patientinnen und Patienten standen Ende Juni als transplantabel gemeldet auf der Warteliste für eine Niere. "Für viele von ihnen ist die Transplantation die einzige Chance, um länger und besser zu leben", betont Rahmel.
Die DSO ist die bundesweite Koordinierungsstelle für die postmortale Organspende in Deutschland und unterstützt die rund 1.200 Entnahmekrankenhäuser bei der Durchführung von Organspenden. Auch die Begleitung von Angehörigen während und nach einer Organspende ist der DSO ein wichtiges Anliegen.
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Datum: 23.07.2025 - 16:13 Uhr
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