„Wir brauchen Solidarität mit allen Leidenden“ / Antrittsbesuch des EKD-Auslandsbischofs im Heiligen Land
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(ots) - „Schmerz und Trauer sind hier mit den Händen zu greifen“, sagt der Auslandsbischof der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Frank Kopania, nach seinem Antrittsbesuch im Heiligen Land vom 7. bis 12. August. „Es ist die Trauer um geliebte Menschen, aber auch einfach der Schmerz dauerhafter Angst, Unsicherheit, Bedrohung, der Schmerz eines Lebens in Unfrieden.“
Kopania, der das Amt des Auslandsbischofs am 1. Juli angetreten hat, wählte das Heilige Land bewusst als Ziel seiner ersten Auslandsreise: „Gerade hier wollte ich Präsenz zeigen und Solidarität mit allen, die unter den aktuellen Umständen leiden, jenseits von Abgrenzungen oder Kategorisierungen.“
Teil des Programms war ein Besuch der Gedenkstätte des Nova-Festivals, bei dem am 7. Oktober 2023 mehr als 360 Menschen beim Terrorangriff der Hamas getötet wurden. „Überall die Gesichter der getöteten jungen Menschen, Gedenkorte, die Angehörige aus ihrem Schmerz heraus geschaffen haben und im Hintergrund die Detonationen laufender Kämpfe in Gaza. Diese Gleichzeitigkeit des Leides ist kaum zu fassen“, so Bischof Kopania.
Ihm sei es ein zentrales Anliegen, Spaltung und dem Gegeneinander-Ausspielen von Leid entgegenzutreten: „Das Leid des einen wird nicht kleiner, wenn wir das Leid des anderen anerkennen. Hinhören, hinsehen und Raum geben für die Geschichten vieler, auch wenn sie einander das Recht absprechen, eröffnet erst den Blick auf die ganze Tragweite der Situation.“
Während seines Aufenthalts traf der Auslandsbischof führende Vertreter der christlichen Kirchen im Heiligen Land, darunter den anglikanischen Erzbischof, Dr. Hosam Naoum, den Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Jordanien und dem Heiligen Land, Dr. Sani Ibrahim Azar, sowie den Abt der benediktinischen Dormitio-Abtei, Dr. Nikodemus Schnabel. Thema war unter anderem die Lage der christlichen Gemeinden im Heiligen Land. „So divers die Lebensrealitäten von Christinnen und Christen – davon die meisten Palästinenser – im Heiligen Land sind, so besorgniserregend sind die Schilderungen der Herausforderungen, mit denen sie konfrontiert sind“, so Kopania.
Besonders beeindruckt zeigte sich der Bischof durch die Menschen, die trotz der Situation immer wieder Wege zum Frieden suchen, so auch beim Gespräch mit dem Präsidenten der Europäischen Rabbinerkonferenz, Pinchas Goldschmidt. Kopania betont: „Im interreligiösen Austausch steckt eine große Kraft. Ich habe hier ein respektvolles Begegnen erlebt, Allianzen über vermeintliche Grenzen hinweg und die Erfahrung, dass der Glaube immer wieder neue Kraft verleiht.“
Darüber hinaus traf der Bischof Vertreterinnen und Vertreter des Lutherischen Weltbundes, des Deutschen Vertretungsbüros in Ramallah und besuchte unter anderem das Studienzentrum von „Studium in Israel“.
Ein geplanter Solidaritätsbesuch in Taybeh, einem christlichen Dorf in der Westbank, das unter anhaltender Gewalt militanter Siedler leidet, musste wegen einem Brand auf der Zufahrtsstraße verschoben werden. Der Propst von Jerusalem, Joachim Lenz, wird den Besuch zeitnah nachholen.
Hannover, 12. August 2025
Pressestelle der EKD
Lisa Schaube
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Datum: 12.08.2025 - 13:00 Uhr
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