Grüne Energie, heiße Gefahr: Wenn PV-Anlagen auf Feldern zur Brandquelle werden
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Die Wartung vieler Anlagen ist lückenhaft – das ist ein echtes Risiko für Natur, Menschen und Ernten. Dieser Beitrag zeigt, welche Fehler PV-Betreiber vermeiden sollten und wie sich Brände einfach verhindern lassen.
Brandgefahr durch Wartungsdefizite nimmt zu
Immer mehr Solaranlagen werden auf offenen Feldern errichtet. Im Idealfall liefern sie zuverlässig Strom, ohne dabei Schaden zu verursachen. Die Realität sieht jedoch anders aus. Technische Defekte, fehlende Wartung und äußere Einflüsse führen dazu, dass sich die Zahl der Brände auf Freiflächenanlagen deutlich erhöht. Betreiber, die auf eine lückenlose Pflege verzichten, schlittern schnell in Probleme. Insbesondere in den Sommermonaten, wenn die Felder trocken sind und die Temperaturen steigen, wachsen die Risiken enorm. Generell gibt es drei massive Gefahrenquellen, die dabei herausstechen.
1. Gefahr durch unsachgemäße Steckerverbindungen
Besonders kritisch sind falsch zusammengebaute oder schlecht gewartete Stecker. Werden Stecker nicht ordentlich verbunden oder verbaut, können sie sich massiv erhitzen. Während auf Dächern Stecker oft in der Luft hängen und sich Hitzeverteilung und Brandgefahr in Grenzen halten, sieht es auf Freiflächen anders aus: Hier kann wuchernde Vegetation direkt in Kontakt mit erhitzten Bauteilen kommen. Trockene Pflanzen werden so schnell zum Zündstoff. Es reichen schon Temperaturen von 160 bis 170 Grad – Werte, die an Steckerstellen problemlos vorkommen. Passiert das in der Nähe der Modulrückseiten, kann die brennbare Folie der Module das Feuer weitertragen und damit die gesamte Fläche erfassen. Die Gefahr ist zwar seltener, hängt jedoch klar mit der Qualität der Installation zusammen.
2. Schatten durch wuchernde Vegetation
Viel häufiger und zugleich weniger bekannt ist ein weiteres Risiko: Überwachsene Felder und nicht gemähte Vegetation. Wachsen Pflanzen über die Unterkante der Module, werfen sie kleine Schatten. Die Folge: In den betroffenen Zellen entstehen Hotspots, während die restliche Modulfläche normal arbeitet. Diese punktuellen Überhitzungen führen zu Temperaturen bis zu 160 Grad direkt an der Zelle. Solche Hotspots trocknen Pflanzenmaterial zusätzlich aus und können Brände im Extremfall schon allein durch die massive Hitze entfachen, besonders in Dürresommern oder bei Extremwetter, wie sie immer öfter auftreten. Somit wird fehlende Pflege schnell zum Sicherheitsrisiko.
3. Tierverbiss und ungenügender Kabelschutz
Ein ebenfalls oft unterschätztes Problem sind Wildtiere. Hasen, Marder oder auch Ziegen nach einer Beweidung verbeißen sich gerne in Kabeln. Fehlt ein robuster Schutz durch Rohre oder bissfeste Ummantelungen, sind Kurzschlüsse und Kabelbrände schnell die Folge.
Zwar erkennen Wechselrichter viele Isolationsfehler und schalten sich ab, doch damit ist das Problem nicht gelöst. Die defekte Stelle bleibt bestehen, Ströme können weiterfließen und Lichtbögen entstehen, die unweigerlich zu Bränden führen. Fälle aus der Praxis zeigen, dass genau diese Kombination aus Verbiss, Isolationsschaden und Funkenbildung Brände ausgelöst hat.
Wer Tierverbiss vermeiden will, muss auf hochwertige Kabelschutzsysteme achten und Wartungen engmaschig planen – besonders nach Mahd oder Beweidung mit Tieren. So wird nicht nur das Risiko gesenkt, sondern auch die Ertragssicherheit verbessert.
Zusätzliche Gefahr: Begrünte Flachdächer
Ein verwandtes, oft übersehenes Risiko besteht auch bei PV-Anlagen auf Flachdächern. Begrünte Dächer gelten als nachhaltige Bauweise, bergen jedoch ähnliche Gefahren wie Freiflächen. Wachsen Pflanzen ungehindert durch die Modulunterkonstruktion oder mangelt es an sauber verlegtem Vlies, können auch hier Hotspots entstehen. Temperaturen von über 140 Grad sind nachweislich möglich und begünstigen Brände auf städtischen Dächern.
Gerade weil dieses Thema bislang kaum auf dem Radar vieler Betreiber ist, sollte die Pflege von Flachdachanlagen genauso ernst genommen werden wie die von Freiflächen.
Fazit: Vorsorge ist der beste Brandschutz
Brände in PV-Anlagen entstehen meist nicht aus heiterem Himmel, sondern durch vermeidbare Fehler. Ob unsaubere Steckverbindungen, wuchernde Vegetation oder Tierverbiss – die Ursachen sind bekannt und mit konsequenter Wartung in den Griff zu bekommen. Wer in regelmäßige Pflege, Thermografie-Checks und Schutzmaßnahmen investiert, schützt nicht nur seine Anlage, sondern auch Felder, Ernten und Infrastruktur.
Über Daniel Pölzlbauer:
Daniel Pölzlbauer, Ingenieur für Erneuerbare Energien und Elektrotechnik, ist Geschäftsführer der EPP GmbH in Aspang, Niederösterreich. Mit über 17 Jahren Erfahrung bietet das Familienunternehmen hochwertige Photovoltaiklösungen, Energiespeichersysteme und moderne Elektrotechnik. Unter seiner Führung hat sich EPP mit mehr als 15.000 realisierten Projekten als führender Anbieter in der Region etabliert. Weitere Informationen unter: https://elektro-epp.at/
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Datum: 12.09.2025 - 09:44 Uhr
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