Zum Europäischen Tag der Sprachen am 26. September: / Sprache unter Wasser: Stumm wie ein Fisch - oder doch nicht?
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(ots) - Sie knurren, grunzen oder bellen: Nicht alle Fische sind so schweigsam, wie das Sprichwort sagt. Auch in heimischen Aquarien sind einige verblüffend "gesprächige" Arten zu finden, erklärt der Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe (ZZF) zum Europäischen Tag der Sprachen am 26. September.
Unter Wasser kann mitunter sogar ein ordentlicher Geräuschpegel herrschen: Viele Fische haben Mechanismen entwickelt, um Schall zu erzeugen und damit zu kommunizieren. Der Knurrhahn etwa, ein Fisch aus den Schelfmeeren, trägt seinen Sound bereits im Namen. Bis zu zwei Drittel der Strahlenflosser könnten sich, schätzt eine 2022 im Fachjournal Ichthyology & Herpetology veröffentlichte Studie, mit Lauten verständigen.
In deutschen Haushalten stehen zwei Millionen Aquarien mit Zierfischen. "Auch einige der bei uns gehaltenen Fischarten können akustische Signale produzieren", weiß der wissenschaftliche Fachreferent Dr. Stefan K. Hetz vom Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe (ZZF). Die Töne seien für das menschliche Gehör nicht immer wahrnehmbar, aber für die Kommunikation sowohl mit Artgenossen als auch mit anderen Arten äußerst wichtig.
"Die Laute können entweder zur Abgrenzung des Territoriums eingesetzt werden, wie wir es auch bei anderen Tiergruppen kennen", erklärt Biologe Dr. Hetz. "Oder die Tiere nutzen sie, um potenzielle Partner von den eigenen Qualitäten zu überzeugen, wie beispielsweise Trichopsis vittata." Mit welchen Lauten diese Gattung ihre Weibchen verbal umwirbt, verrät schon ihr deutscher Name: Knurrender Gurami. "Fische haben im Gegensatz zu terrestrischen Wirbeltieren wie Säugern oder Amphibien keine Stimmbänder, durch die sie Luft zum Vibrieren bringen. Um zu kommunizieren, setzen sie verschiedene Körperteile und Organe ein. Dabei kommt die Schwimmblase - eigentlich für den Auftrieb zuständig - besonders oft zum Einsatz."
Der Knurrende Gurami erzeugt seine typischen Knurrlaute, indem der kleine Süßwasserfisch spezielle Sehnen und Knochen der Brustflossen übereinander reibt. Die luftgefüllte Schwimmblase verstärkt als Resonanzkörper die dabei erzeugten Töne. Diese Technik kann nicht nur beim Knurrenden Gurami für ordentlich Radau im Aquarium sorgen: Wenn etwa Danionella cerebrum auf der Schwimmblase trommelt, ist der nur etwa einen Zentimeter lange, eher an eine Mückenlarve erinnernde Karpfenfisch lauter als ein Elefant. Die Männchen ziehen mithilfe von Muskeln ihre fünfte Rippe nach vorne, beim Loslassen haut der Knorpel auf die Schwimmblase und erzeugt einen Knalleffekt, der in kurzer Entfernung mehr als 140 Dezibel erreichen kann.
Wer hätte gedacht, dass Piranhas nicht nur "beißfreudig", sondern auch Plappermäulchen sind? Bei Konfrontationen mit Artgenossen und Gegnern verschaffen sich die tropischen Räuber mit drei verschiedenen Lauten Gehör: Während Piranhas beim Kampf ums Futter eher ein trommelndes Geräusch erzeugen, ähnelt der Tonfall beim Vertreiben eines Konkurrenten einem Bellen. Das Schnappen nach einem Artgenossen begleiten sie akustisch durch einen mit dem Kiefer erzeugten Laut.
"Dass sich Delfine und Wale akustisch verständigen, ist weitgehend bekannt. Aber auch Fische haben eine Stimme, ihre Kommunikation unter Wasser geht über Körpersprache mit Farben und Flossen und elektrische Signale hinaus", fasst Dr. Hetz zusammen.
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Datum: 22.09.2025 - 11:18 Uhr
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