Welttierschutztag am 4. Oktober: Von Hund bis Goldfisch: Warum Qualzucht alle Heimtiere betrifft
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(ots) - Wer Qualzucht hört, denkt meistens an röchelnde Modehunde oder Katzen mit Knickohren, die viele Prominente gern auf Social Media oder roten Teppichen präsentieren. Allerdings leiden andere Tierarten ebenso unter angezüchteten Merkmalen, die für sie schmerzhaft oder lebenslang belastend sein können. Zum Welttierschutztag macht der Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands (ZZF) darauf aufmerksam, dass übersteigerte Zuchtziele auch bei Fischen, Vögeln, Reptilien und Kleinsäugern mitunter massive gesundheitliche Probleme zur Folge haben können.
Als Qual- oder auch Extremzucht wird die selektive Zucht auf bestimmte, oft extreme äußere Merkmale bei Tieren bezeichnet, obwohl diese Übertypisierungen zu Schmerzen, Schäden oder Verhaltensstörungen führen können. "Aber wer Tiere liebt, dem sollten ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden immer wichtiger als das Aussehen sein", betont ZZF-Präsident Norbert Holthenrich.
Denn nicht alles, was auf den ersten Blick spektakulär aussieht, ist auch gut für das Tier. So sind etwa Goldfische mit fehlender Rückenflosse ("Eierfische") oder mit umgebildeten Schwanzflossen beim Schwimmen stark beeinträchtigt. Auch bei kugelförmigen "Ballonmollys", die verkürzte Wirbelsäulen aufweisen, ist eine artgemäße Fortbewegung nicht mehr möglich. Bei sogenannten Positur-Kanarien bedingt die gezielte Veränderung der Körperhaltung, dass sich die Vögel nur mit Anstrengung auf den Beinen halten können.
In der Terraristik stellen bei Bartagamen die nahezu schuppenlosen "Silkbacks" eine bedenkliche Zuchtform dar: Diese Tiere sind durch fehlende Schuppen besonders empfindlich gegenüber Verletzungen und UV-Licht. Und nicht zuletzt gelten auch bei Kleinsäugern einige Zuchtformen von Widderkaninchen mit deformierten Gehörgängen, Nacktratten oder Ratten mit genetisch bedingter Veranlagung zur Fettleibigkeit ("Fat-Rat") als Qualzucht.
"Jede Tierart ist auf ihre Weise faszinierend und alle Heimtiere haben einen ganz eigenen Charakter, den Tierfreunde entdecken können. Der Wunsch nach dem Besonderen kann erhebliche Leiden, Schmerzen und Schäden für die Tiere zur Folge haben", macht Norbert Holthenrich deutlich. Eine weitere Folge der gesundheitlichen Einschränkungen sind häufige Tierarztbesuche - mit hohen Kosten, die Tierhaltende oft unterschätzen.
"Wer überlegt, mit Heimtieren zu leben, hat die Chance, bewusst zu handeln und einen wichtigen Beitrag zum Tierwohl zu leisten." Der ZZF-Präsident appelliert daher an Halterinnen und Halter, sich vor der Anschaffung eines Heimtieres umfassend über dessen Bedürfnisse, aber auch über potenzielle Qualzucht-Merkmale zu informieren. Bei der Beratung spielen vor allem Zoofachhandel, Tierärzte und seriöse Züchter eine wichtige Rolle: Sie können fundiert über problematische Merkmale aufklären und Alternativen aufzeigen.
"Wer sich für ein Heimtier entscheidet, übernimmt ein Tierleben lang Verantwortung. Am Welttierschutztag sollten wir uns bewusst machen: Echte Tierliebe zeigt sich nicht in extremen Formen oder Farben, sondern im respektvollen Umgang mit den natürlichen Bedürfnissen von Heimtieren", so Holthenrich.
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Datum: 01.10.2025 - 09:00 Uhr
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