Gaza: Gesundheitszentren von medico-Partner zerstört
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(ots) - Am Morgen des 22. und 24. September hat die israelische Armee Gesundheitseinrichtungen der medico-Partnerorganisation Palestinian Medical Relief Society (PMRS) im Gazastreifen angegriffen. Dabei wurde das zweistöckige Al Samer Gesundheitszentrum am 22.9. vollständig zerstört. Es war eine der letzten noch funktionierenden Gesundheitseinrichtungen in Gaza-Stadt und behandelte bis zuletzt 700 bis 1.000 Patient:innen täglich. Der Bombenangriff am 24.9. zerstörte außerdem das bereits zuvor beschädigte Zentrum für nicht übertagbare Krankheiten der PMRS im Stadtteil Tel al-Hawa weiter. Vor dem Krieg war es ein mehrstöckiger Komplex mit hochspezialisierten Gesundheitsdiensten und einer einzigartigen Labordiagnostik für den gesamten Gazastreifen gewesen. Es war auch das einzige Zentrum des Gazastreifens, das auf nicht übertragbare Krankheiten spezialisiert war, und hatte täglich hunderte Patient:innen mit allgemeiner und fachärztlicher Betreuung, Labordiagnostik, einer zentralen Apotheke sowie psychosozialer Unterstützung versorgt. 52 Mitarbeitende sowie zahlreiche Patient:innen befinden sich in akuter Gefahr. Es handelt sich bereits um den vierten Angriff auf PMRS-Einrichtungen innerhalb von zwei Wochen. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) hat die PMRS-Einrichtungen maßgeblich finanziert.
Riad Othman, Nahostreferent von medico international, sagt: "Die Bombardierungen der israelischen Armee auf die Gesundheitseinrichtungen unserer Partnerorganisation sind Teil der genozidalen Kriegsführung, die darauf abzielt, für die palästinensische Bevölkerung überlebensnotwendige Infrastruktur systematisch zu zerstören. Indem die deutsche Bundesregierung ihrem israelischen Gegenüber weiterhin Rückendeckung gibt und gemeinsame Maßnahmen auf europäischer Ebene zu blockieren versucht, macht sie sich mitschuldig an den Menschheitsverbrechen gegen die palästinensische Bevölkerung."
Zum Hintergrund von PMRS
PMRS, 1979 gegründet, ist eine der führenden Gesundheitsorganisationen in den besetzten palästinensischen Gebieten. Seit Beginn des Krieges im Gazastreifen leistet sie dort medizinische humanitäre Hilfe. Die nun zerstörten Einrichtungen waren das Ergebnis jahrelanger Zusammenarbeit zwischen medico international und der Palestinian Medical Relief Society. Selbst nach ersten Angriffen auf das große Zentrum hatte es auch nach Oktober 2023 weiterhin als Zufluchtsort für die medizinische Grundversorgung und die stark marginalisierte Gruppe der Patient:innen mit nicht übertragbaren Krankheiten fungiert.
Bundesweite Großkundgebung All Eyes on Gaza am 27. September in Berlin
Um gegen die Komplizenschaft der Bundesrepublik Deutschland zu protestieren, ruft ein Bündnis, das neben medico international unter anderem von Eye4Palestine, der Palästinensischen Gemeinde Deutschland und amnesty international getragen wird, zur Großkundgebung "All Eyes on Gaza - Stoppt den Genozid!" auf. Sie findet am kommenden Samstag, den 27. September, ab 17:00 Uhr am Großen Stern, Straße des 17. Juni, in Berlin statt und wird mittlerweile von knapp 50 Organisationen, Vereinen und Initiativen sowie von Dutzenden namhaften und international renommierten Persönlichkeiten unterstützt. Bei der Veranstaltung treten Bands und Musiker:innen wie K.I.Z., Pashanim und Ebow auf. Im Zentrum stehen Redebeiträge, die die Stimmen der Betroffenen hörbar machen und die menschenunwürdigen Zustände in Gaza thematisieren. Mehr Infos unter: https://all-eyes-on-gaza.de
Für Rückfragen & Interviewwünsche:
Timo Dorsch, Pressereferent medico international, +49 160 4066331, presse@medico.de
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Datum: 24.09.2025 - 14:25 Uhr
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