Geplante Streichung von Pflegegrad 1: "Ein Sparplan auf dem Rücken der Schwächsten"

Geplante Streichung von Pflegegrad 1: "Ein Sparplan auf dem Rücken der Schwächsten"

ID: 2201501
Pflege in Sorge: Die geplante Streichung gefährdet dringend benötigte Unterstützung (KI generiert). (Die Bildrechte liegen bei dem Verfasser der Mitteilung.)Pflege in Sorge: Die geplante Streichung gefährdet dringend benötigte Unterstützung (KI generiert). (Die Bildrechte liegen bei dem Verfasser der Mitteilung.)

(firmenpresse) - In der aktuellen Diskussion um die Reform der Pflegeversicherung wird über die Streichung von Pflegegrad 1 nachgedacht. Offiziell soll damit das System finanziell entlastet werden. Der Verbund Pflegehilfe warnt jedoch eindringlich: Eine solche Maßnahme hätte dramatische Folgen für Betroffene, Angehörige und die gesamte Pflegeinfrastruktur.



"Pflegegrad 1 abzuschaffen, bedeutet, Menschen die Unterstützung zu nehmen, die gerade am Anfang ihrer Pflegebedürftigkeit stehen", sagt Johannes Haas, Geschäftsführer Verbund Pflegehilfe. "Das ist kein Einsparen, sondern das bewusste Verschieben von Problemen in die Zukunft, wo sie ungleich größer, teurer und belastender zurückkommen."



Pflegegrad 1 wurde 2017 eingeführt, um Menschen mit ersten Einschränkungen niedrigschwellige Hilfen zu ermöglichen. Dazu zählen Beratungsleistungen, Hilfsmittel oder auch Entlastungsangebote für Angehörige. Gerade diese Unterstützung verhindert oft, dass die Pflegebedürftigkeit schnell zunimmt und ein höherer Pflegegrad nötig wird.



Zahlen und Fakten verdeutlichen die Bedeutung:



- Über 1,6 Millionen Pflegebedürftige nutzen den Entlastungsbetrag, der eng mit Pflegegrad 1 verbunden ist.

- Mehr als 3 Millionen Angehörige profitieren, weil sie durch diese Mittel den Alltag stemmen können.

- Der Entlastungsbetrag von 131 Euro monatlich ist für rund 80 % der Betroffenen entscheidend, da sie sich Alltagshilfen sonst nicht leisten könnten.

- Frühzeitige Unterstützung verhindert nachweislich unnötige Heimeintritte und spart dem System Milliarden: rund 18 Mrd. Euro pro Jahr, davon allein 4,1 Mrd. Euro für die Pflegekassen.

- Gleichzeitig machen diese Leistungen nur etwa 5 % der jährlichen Ausgaben der Pflegeversicherung aus - also einen Bruchteil der Gesamtkosten.





Eine Streichung würde daher nicht nur die unmittelbar Betroffenen treffen, sondern langfristig die gesamte Pflegeversicherung belasten. Ohne frühe Hilfen steigen die Risiken: mehr Krankenhausaufenthalte, schnellerer Verlust von Selbstständigkeit und eine höhere Belastung für Angehörige.



"Frühe Hilfe wirkt. Wenn wir an dieser Stelle kürzen, gefährden wir nicht nur den Alltag tausender Familien, sondern treiben auch die gesamtgesellschaftlichen Kosten in die Höhe", so Haas. Darüber hinaus steht die Branche schon jetzt unter massivem Druck. Pflegepersonal kämpft mit Überlastung, Einrichtungen mit Personalmangel, und Familien mit bürokratischen Hürden. Eine Streichung von Pflegegrad 1 würde diesen Druck verschärfen, anstatt ihn zu lindern.



"Statt den Rotstift bei den Schwächsten anzusetzen, brauchen wir mutige Reformen: eine nachhaltige Finanzierung der Pflege, digitale Entlastung im Alltag und bessere Rahmenbedingungen für Fachkräfte", betont Haas. "Alles andere ist Symbolpolitik, die niemandem hilft."



Weitere Daten und Fakten finden sich im Positionspapier von Ali Abderrahmane, Founder & CEO JUHI.



Hier geht es direkt zu seiner Petition.Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:

Der Verbund Pflegehilfe unterstützt Pflegebedürftige und Angehörige telefonisch bei der Suche nach passenden Versorgungsangeboten und
finanziellen Hilfen. Für Kliniken bietet er mit dem Entlass-Manager und dem Anfragen-Manager digitale Lösungen, um Entlassungen effizient zu
organisieren und Anfragen gezielt zu koordinieren.



PresseKontakt / Agentur:

Verbund Pflegehilfe
Samantha Ackermann
Inge-Reitz-Straße 5-7
55120 Mainz
presse(at)pflegehilfe.de
01760 21420249
https://www.pflegehilfe.org/



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Datum: 29.09.2025 - 20:45 Uhr
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Politik & Gesellschaft



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