Zum Welternährungstag: Menschheit ernähren und Erde schützen? Fisch und Meeresfrüchte spielen Schlüsselrolle
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(ots) -
- Neuer EAT-Lancet-Bericht fordert Transformation der globalen Ernährungssysteme
- Fisch ist das einzige tierische Lebensmittel, dessen Konsum in bestimmten Regionen steigen sollte
- Empfehlung: Rund 30g Fisch pro Tag, Deutschland liegt mit 14,7g deutlich darunter
- Umsetzung der Planetary Health Diet würde eine jährliche Steigerung der globalen Fischproduktion um 46% erfordern
- MSC ruft zu verantwortungsbewussten Fischkonsum und Zusammenarbeit für gesunde Ozeane auf
Wie kann die Weltbevölkerung gesund ernährt werden, ohne die ökologischen Grenzen des Planeten zu sprengen? Der neue Bericht der EAT-Lancet-Kommission [1] fordert nichts weniger als eine grundlegende Transformation der weltweiten Ernährungssysteme. Denn die Art, wie wir Lebensmittel heute produzieren und konsumieren, gefährdet nicht nur unsere Gesundheit und die weltweite Ernährungssicherheit, sondern treibt auch Klimawandel und Artenverlust massiv voran.
30 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen durch Nahrungsmittelproduktion
Laut der Kommission entstehen rund 30 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen durch die Nahrungsmittelproduktion. Die aktualisierte Planetary Health Diet (PHD) [2] zeigt Wege auf, wie eine gesunde Ernährung innerhalb ökologischer Grenzen möglich ist: Sie ist überwiegend pflanzenbasiert, erlaubt aber gezielten, nachhaltigen Konsum tierischer Produkte.
Besonders Fisch und Meeresfrüchte nehmen dabei eine zentrale Rolle ein. Laut dem Bericht sind sie die einzigen tierischen Lebensmittel, deren Konsum in bestimmten Regionen zunehmen sollte (Siehe Graphik "Globale Vieh- und Fischproduktion: Unterschiedliche Zukunftsszenarien im Vergleich" für Details). Empfohlen wird der Verzehr von etwa 30 Gramm pro Tag - das entspricht etwa zwei Portionen pro Woche - ein Wert, der in vielen Teilen der Welt derzeit nicht erreicht wird. Auch Deutschland liegt mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von 14,7 Gramm täglich [3], deutlich unter dieser Empfehlung. Eine Ernährung, die der Planetary Health Diet entspricht, würde eine jährliche Steigerung der globalen Fischproduktion um 46% erfordern.
Fisch: gesund, ökologisch vorteilhaft - gefährdet
Die EAT-Lancet-Empfehlung zum Fischkonsum beruht auf seinen gesundheitlichen Vorteilen - reich an Omega-3-Fettsäuren, hochwertigen Proteinen und Mikronährstoffen - sowie auf den ökologischen Vorzügen, die insbesondere bei Wildfisch auf der Hand liegen: eine natürlich nachwachsende Ressource, die weder Land, Dünger, Pestizide noch zusätzliches Futter benötigt.
Doch die Nahrungsgewinnung aus dem Meer stößt, allen positiven Aspekten zum Trotz, bereits heute an ihre Grenzen: Laut aktuellen FAO-Daten gelten 37,7 % aller Meeresfischbestände als überfischt - ein alarmierender Trend, der sich in den letzten Jahren noch verschärft hat.
Ernährung der Zukunft braucht gesunde Ozeane
"Ozeane, Flüsse und Seen bedecken 71 Prozent unseres Planeten, liefern laut FAO aber nur rund fünf Prozent unserer Nahrungsmittel", sagt Kathrin Runge, Programmleiterin DACH beim Marine Stewardship Council (MSC). "Der EAT-Lancet-Bericht zeigt, welch enormes Potenzial in unseren Meeren liegt, um die Weltbevölkerung zu ernähren. Doch das gelingt nur, wenn wir verantwortungsvoll handeln: Nicht nachhaltige Fischerei und Aquakultur gefährden die Meeresökosysteme. Damit Fisch und Meeresfrüchte die ihnen zugedachte Rolle erfüllen können, müssen unsere Ozeane gesund und widerstandsfähig bleiben. Fischbestände sind produktiv und können Millionen von Menschen ernähren, aber nur, wenn wir verantwortungsvoll mit Ihnen umgehen," resümiert Runge.
Eine gerechte und nachhaltige Fischversorgung erfordert klare Regeln, politische Entschlossenheit und Zusammenarbeit von Fischerei, Handel, Wissenschaft, NGOs und Verbraucherinnen und Verbrauchern. Wer beim Einkauf auf das blaue MSC-Siegel achtet, unterstützt nachweislich umweltverträglich arbeitende Fischereien und leistet damit einen Beitrag zum Schutz der Ozeane und zur Sicherung der globalen Ernährung.
ANMERKUNGEN
[1] Die Eat-Lancet-Kommission, der Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen aus mehr als 35 Ländern auf sechs Kontinenten angehören, will Entscheidungsträgern Wege zu gesunder, nachhaltiger und gerechter Lebensmittelproduktion und Ernährung weisen. Am 03. Oktober 2025 hat sie einen neuen Bericht veröffentlicht. Nach Angaben des beteiligten Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) handelt es sich dabei um die bislang umfassendste wissenschaftliche Analyse globaler Ernährungssysteme. Der Bericht modelliert die Veränderungen in der Lebensmittelproduktion, die weltweit notwendig wären, um das Ernährungssystem so umzugestalten, dass es der Planetary Health Diet entspricht - einer Ernährungsweise, die sowohl gesund für den Menschen als auch nachhaltig für den Planeten ist. The 2025 EAT-Lancet Commission Report Launches - EAT (https://eatforum.org/update/the-2025-eat-lancet-commission-report-launches/)
[2] Die Planetary Health Diet ist eine von der EAT-Lancet-Kommission entwickelte, vorwiegend pflanzliche Ernährungsempfehlung, die darauf abzielt, eine gesunde Ernährung für die Weltbevölkerung bis 2050 zu ermöglichen, ohne die ökologischen Grenzen des Planeten zu überschreiten. The Planetary Health Diet - EAT (https://eatforum.org/eat-lancet/the-planetary-health-diet/)
[3] Der Pro-Kopf-Verbrauch von Fisch und Meeresfrüchten lag in Deutschland im Jahr 2024 bei 12,8 Kilogramm Fanggewicht und 5,4kg Produktgewicht. Das sogenannte Fanggewicht umfasst den gesamten Fisch - also auch Kopf, Gräten, Haut, Innereien und andere nicht essbare Bestandteile - sowie Anteile, die bei der Verarbeitung, etwa durch Filetieren oder Kochen, verloren gehen. Das Produktgewicht spiegelt den tatsächlichen essbaren Anteil. Marktdaten Archive - FIZ (https://www.fischinfo.de/kategorie/marktdaten/)
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Datum: 16.10.2025 - 07:00 Uhr
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