Biotechnologie und Medizintechnik "Made in Regensburg"
ID: 2210312
Die Jury um BioPark-Geschäftsführer Dr. Thomas Diefenthal, Patentanwalt Dr. Florian Rückerl, Prof. em. Dr. Bernhard Weber von der Universität Regensburg und Prof. Dr. Karsten Weber von der OTH Regensburg hatten es mal wieder nicht einfach, aus den Bewerbungen mit hoher Qualität die diesjährigen Preisträger zu bestimmen. Ausschlaggebend waren die Kriterien Innovationskraft, sowie Anwendungs- und Gründungspotential der Arbeiten.
Einen BioPark Innovationspreis 2025 erhielt Frau Jessica Kloiber für ihre Forschungsarbeit zur Entwicklung eines Elektropoliturverfahrens für Magnesium (Mg) basierte medizinische Implantate. Diese bieten den enormen Vorteil sich nach ihrem Einsatz im menschlichen Körper mit der Zeit wieder aufzulösen, was eine zweite Operation zur Entfernung unnötig macht. Sie werden bisher aber nur in einem geringen Umfang eingesetzt, da der inhomogene Degradationsprozess im Körper das Risiko eines frühen Implantatversagens beinhaltet. Im Labor für Biomaterialien im Regensburg Center of Biomedical Engineering (RCBE) der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) Regensburg von Prof. Dr. Helga Hornberger, konnte Frau Kloiber im Rahmen ihrer kooperativen Promotion mit der Universität Regensburg, ein reproduzierbares Elektropoliturverfahren für Mg-Materialien entwickeln, welches das Korrosionsverhalten deutlich optimierte. Das Verfahren ist biokompatibel und verbessert bei verminderter Keimhaftung die Sterilisation von Mg-Implantaten. Die Anbahnung einer wissenschaftlichen Zusammenarbeit mit einem Medizintechnikunternehmen zur weiteren Testung an einer konkreten Implantatgeometrie wird derzeit initiiert.
(Kontakt: jessica.kloiber@oth-regensburg.de)
Einen weiteren BioPark Innovationspreis 2025 erhielten die Herren Dr. Konstantin Scholz und Dr. Florian Pielnhofer für die Identifikation von Samariumsalzen als mögliche neuartige Wirkstoffe zur Kariesprävention. Karies ist global die häufigste Erkrankung die durch bakteriellen Biofilm und mangelnde Mundhygiene stark beeinflusst wird. Weltweit geschätzte 2 Mrd. betroffene Menschen, und das trotz weit verbreiteter Mundhygieneprodukte, zeigen den besonders hohen Bedarf an neuartigen Therapeutika. Dr. Scholz (Klinik für Zahnerhaltungskunde und Parodontologie Freiburg und Poliklinik für Zahnerhaltung und Parodontologie Regensburg) und Dr. Pielnhofer (Institut für Anorganische Chemie der Universität Regensburg) konnten in ihrer Forschungsarbeit erstmals zeigen, dass Samariumsalze günstige Eigenschaften haben, um als Kariostatikum eingesetzt werden zu können. Dabei konnte im Labor demonstriert werden, dass die Anreicherung von Samarium aus verabreichten Salzen am menschlichen Dentin und Zahnschmelz stattfinden kann und die Substanzen antibakterielle Effekte gegenüber oralen Bakterien zeigen. Die Anreicherung funktioniert auch in Anwesenheit einer Schmierschicht und einer sogenannten Speichelpellikel, einer natürlichen, dünnen schützenden Schicht aus Speichelproteinen auf dem Zahnschmelz, die viele Kariostatika in ihrer Wirkung beeinflussen. Derzeit wird ein Einsatz zur Therapie und Prävention der Wurzelkaries und in Kosmetika geprüft, was eine Voraussetzung für eine mögliche Ausgründung darstellt.
(Kontakt: Zahnmedizin Konstantin.Scholz@ukr.de,
Anorganische Chemie Florian.Pielnhofer@chemie.uni-regensburg.de).
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Datum: 07.11.2025 - 11:57 Uhr
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