Trendanalyse 2025: Leben in Metropolen
ID: 2211412
In seiner langjährigen Reihe von "Trendanalysen" wendet sich der Fachverband Aussenwerbung (FAW) jetzt erneut dem Thema "Innenstadt" zu. 2021 drehte sich die Erhebung um die "Mobilität in der City" und die Rückkehr der Menschen ins öffentliche Leben nach Corona. Die aktuelle Untersuchung beschäftigt sich als Momentaufnahme nun explizit mit dem "Leben in Metropolen" – mit der Einstellung der dortigen Bevölkerung zu "ihrer" Innenstadt und der Intensität, mit der sie sie nutzt. Es geht um die Millionenstädte Berlin, Hamburg, München und Köln sowie alle weiteren Städte mit mehr als 500.000 Einwohnern, darunter Frankfurt, Stuttgart, Dortmund, Dresden, Nürnberg und Hannover.
Etwa 14,8 Millionen Personen leben derzeit in diesen 15 größten deutschen Städten, auf einer Fläche von insgesamt lediglich 5.100 Quadratkilometern. In diesem Ballungsraum gedeiht eine vielfältige Infrastruktur aus Einzelhandel, Gastronomie, Dienstleistungen, Kunst und Kultur. Welche Anziehungskraft hat die urbane Mixtur im Jahr 2025 auf die Bevölkerung der "Top 15"? Warum ist wer, wann und wie oft in der Innenstadt unterwegs? Und: Wie erleben sie die Aussenmedien im öffentlichen Raum? Rund 2.000 Einwohner der deutschen Metropolen haben im Rahmen einer Online-Befragung von Ergo-Data GmbH Auskunft gegeben.
Wertschätzung für die Vielfalt des Angebots vor Ort
Das daraus entstehende Bild macht deutlich, wie eng die Bevölkerung mit dem Zentrum ihrer Stadt verbunden ist. So werden die vielen Einkaufsmöglichkeiten direkt und live vor Ort von zwei Dritteln der Bevölkerung als Vorzug des Großstadtlebens ausdrücklich geschätzt und genutzt. Noch höher ist mit 75 Prozent der Anteil derer, die das große Angebot von Kultureinrichtungen und Gastronomie als Grund für einen Innenstadtbesuch anführen. Und fast die Hälfte der Befragten genießt es außerdem, in das pulsierende Leben mit vielen Menschen aus unterschiedlichen Nationen einzutauchen.
"Over all" ist die Großstadtbevölkerung regelmäßig in der City unterwegs, rund ein Drittel mindestens mehrmals pro Woche, ein weiteres rundes Drittel mehrmals im Monat. Dabei spielt sich die urbane Geschäftigkeit zu geregelten Zeiten ab – zwischen 9 Uhr und 18 Uhr ist der Großteil der Menschen hier unterwegs. Während es von New York zu Recht heißt, dass die City "never sleeps", kehrt in den deutschen Metropolen zwischen 23 Uhr abends und 6 Uhr morgens weitgehend Ruhe ein. Selbst junge Menschen im Alter zwischen 18 und 24 Jahren sind keineswegs Nachtschwärmer, sondern vor allem in der Zeit zwischen 16 und 18 Uhr im Kerngebiet ihrer Stadt anzutreffen.
Bei den Anlässen für einen Gang oder eine Fahrt in die City führt Einkaufen beziehungsweise Shopping unter allen Teilnehmern der Umfrage mit 77 Prozent die Rangliste an, wie schon in der Trendanalyse 2021. Auf den anschließenden Plätzen folgen Vergnügen wie der Besuch von Restaurant, Café oder Bar (64 Prozent), von Theater, Museum, Oper oder Kino (57 Prozent), ein Stadtbummel ohne besonderen Anlass oder ein Treffen mit Freunden. Dagegen führt der Weg zur oder von der Arbeit nur 36 Prozent der Befragten durch die Innenstadt.
Größte Affinität zur City in allen genannten Punkten zeigt die Altersgruppe der 25- bis 34-Jährigen. Vom Einkaufen (86 Prozent) über die Wahrnehmung des gastronomischen Angebots (76 Prozent) und den Besuch kultureller Einrichtungen (59 Prozent) bis zum Pendeln zum Arbeitsplatz: Die Metropole ist der Lebensraum dieser Gruppe, die teils der Gen Y, teils der Gen Z zugerechnet wird und sich – den gängigen Beschreibungen zufolge - durch ein hohes Bildungsniveau einerseits (Gen Y) und selbstverständliche Integration alles Digitalen andererseits (Gen Z) auszeichnet.
Urbane Partner: Out of Home and the City
Ein elementarer Teil des Lebensraums Großstadt sind die Aussenmedien, sind die Werbeträger im öffentlichen Raum. Sie erfahren im Rahmen der vorliegenden Trendanalyse deutliche Zustimmung, über alle Altersgruppen hinweg. Für 64 Prozent der Befragten gehören sie zum Stadtbild einer modernen Stadt, 65 Prozent sehen sie als Informationsquelle zu Warenangeboten oder Informationen ihrer Stadt. Dazu ist 61 Prozent auch bewusst, dass diese Werbeträger für die Stadt eine wichtige Einnahmequelle darstellen. Und mehr als die Hälfte sprechen von einem zusätzlichen Gefühl von Sicherheit, das ihnen die (beleuchteten) Aussenmedien geben.
Durchgehend überdurchschnittliche Werte kommen auch bei diesen Aspekten des urbanen Lebens von der Altersgruppe 25 – 34 Jahre. Für überzeugte Großstadtbewohner mit hoher Bildung und Aufgeschlossenheit gegenüber (digitalen) Veränderungen stellt Out of Home offensichtlich einen weiteren Pluspunkt beim Leben in einer Metropole dar.
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Datum: 12.11.2025 - 10:26 Uhr
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