Unfallrisiko bei der Arbeit 2009 deutlich zurückgegangen - Zahl der Berufskrankheiten nimmt zu - leichter Anstieg beim BG-Beitrag
ID: 222327
Unfallrisiko bei der Arbeit 2009 deutlich zurückgegangen - Zahl der Berufskrankheiten nimmt zu - leichter Anstieg beim BG-Beitrag
"In der 125-jährigen Geschichte der gesetzlichen Unfallrisiko war das Unfallrisiko am Arbeitsplatz noch nie so niedrig", sagt DGUV-Hauptgeschäftsführer Dr. Joachim Breuer. "Die Befürchtung, dass die Arbeitgeber in der Krise am Arbeitsschutz sparen, hat sich damit nicht bewahrheitet." Der Tiefstand reihe sich in den langjährigen Trend rückläufiger Unfallzahlen ein. Seit den 1960er Jahren sei die Quote meldepflichtiger Arbeitsunfälle in Deutschland um fast 80 Prozent zurückgegangen. "Zu dieser Entwicklung hat unsere intensive Zusammenarbeit mit Arbeitgebern und Versicherten in der Prävention einen wesentlichen Beitrag geleistet", so Breuer. Die Unfallversicherung investiere seit ihren Anfängen konsequent in die Prävention von Unfällen und Krankheiten.
Die absolute Zahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle lag 2009 bei 886.122 und damit um 8,8 Prozent niedriger als im Vorjahr. Die Zahl der meldepflichtigen Wegeunfälle stieg leicht um 1,1 Prozent auf 178.590. Die Zahl der neuen Renten aufgrund eines Arbeits- oder Wegeunfalls belief sich auf 22.534. Die Unfallversicherung verzeichnete 456 tödliche Arbeitsunfälle und 362 tödliche Wegeunfälle.
Zahl der Toten infolge einer Berufskrankheit erreicht neuen Höchststand Deutliche Zunahmen gab es im Berufskrankheiten-Geschehen (BK). Die Zahl der Verdachtsanzeigen stieg um über 10 Prozent auf 66.951. Bei 25.570 Versicherten bestätigte sich der BK-Verdacht. Davon wurde in 16.078 Fällen die Berufskrankheit anerkannt - ein Plus von 23,9 Prozent. 6.643 Versicherte erhielten 2009 erstmals eine BK-Rente. "Diese Zunahme erklärt sich vor allem durch rechtliche und gesetzliche Änderungen", so Breuer. "Diese haben es uns ermöglicht, mehrere hundert Fälle von Emphysem-Bronchitis bei Bergleuten anzuerkennen, die wir zuvor nicht entschädigen durften."
Die Zahl der Menschen, die infolge einer Berufskrankheit ihr Leben verloren, stieg auf 2.767 und erreichte damit einen neuen Höchststand. In der Mehrzahl der Fälle waren anorganische Stäube, vor allem Asbest, die Ursache.
Aufwendungen für Rehabilitation und Renten steigen
2009 mussten Berufsgenossenschaften und Unfallkassen rund 300 Millionen Euro mehr für Rehabilitation und Entschädigung ausgeben als im Jahr zuvor. In der gewerblichen Wirtschaft mussten die Arbeitgeber insgesamt rund 9,5 Milliarden für das Umlagesoll der Berufsgenossenschaften aufbringen. Der durchschnittliche Beitragssatz zu den Berufsgenossenschaften stieg daher auf 1,31 Prozent je 100 Euro beitragspflichtiges Entgelt. Breuer: "Das erklärt sich zum einen aus den höheren Ausgaben. Vor allem sind aber die Lohnsummen in Deutschland infolge der Kurzarbeit um mehr als 13 Milliarden Euro zurückgegangen - und damit das beitragspflichtige Entgelt." Im Gegensatz zu den anderen Sozialversicherungszweigen erhalte die gesetzliche Unfallversicherung bei Kurzarbeit zudem keine Zuschüsse aus der Staatskasse.
Die öffentliche Hand zahlte für die Versicherung ihrer Beschäftigten und die Schüler-Unfallversicherung einen Umlagebeitrag von 1,2 Milliarden Euro an die Unfallkassen.
Weniger Unfälle in der Schüler-Unfallversicherung
2009 registrierten die für die Schüler-Unfallversicherung zuständigen Unfallkassen und Gemeindeunfallversicherungsverbände weniger Unfälle in Kindertageseinrichtungen, Schulen und Hochschulen. Die Zahl der Schulunfälle ging um über 6 Prozent auf 1.250.552 zurück. 115.534 Versicherte hatten einen Unfall auf dem Schulweg. In 1.065 Fällen erhielten Versicherte erstmals eine Rente aufgrund eines Schul- oder Schulwegunfalls. Insgesamt 59 Unfälle endeten tödlich, 45 davon auf dem Schulweg.
Hintergrund: gesetzliche Unfallversicherung Die gesetzliche Unfallversicherung ist ein Zweig der Sozialversicherung. Ihre Träger - die Berufsgenossenschaften und Unfallkassen - versichern rund 75 Millionen Menschen in Deutschland gegen Arbeits-, Schul- und Wegeunfälle, Unfälle im Ehrenamt sowie Berufskrankheiten.
Pressekontakt:
Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) Pressestelle Stefan Boltz
Tel.: 030 288763768
Fax: 030 288763771
E-Mail: presse@dguv.de
Bereitgestellt von Benutzer: pressrelations
Datum: 05.07.2010 - 13:47 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 222327
Anzahl Zeichen: 5226
pressrelations.de – ihr Partner für die Veröffentlichung von Pressemitteilungen und Presseterminen, Medienbeobachtung und Medienresonanzanalysen
Diese Pressemitteilung wurde bisher 332 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Unfallrisiko bei der Arbeit 2009 deutlich zurückgegangen - Zahl der Berufskrankheiten nimmt zu - leichter Anstieg beim BG-Beitrag"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
"Resilienz entsteht nicht erst in der Krise. Sie entsteht dort, wo Menschen geschützt, Risiken früh erkannt und verlässliche Strukturen aufgebaut werden", erklärt Dr. Stephan Fasshauer, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV), anlässlich des Forums
Hörgeräte für lärmbelastete Arbeitsplätze / mehr Auswahl, mehr Inklusion ...
In Deutschland tragen knapp 1,2 Millionen Berufstätige ein Hörgerät. Bei der Arbeit in Lärmbereichen kann das kompliziert werden, denn das Gerät muss auch als Gehörschutz funktionieren. Dafür gibt es - oft teure - Komplettsysteme, die beides können. Aber inzwischen dürfen auch geeignete Kom
Tag der Arbeitssicherheit: Psychische Anforderungen bei der Arbeit gut gestalten ...
Störungen im Arbeitsablauf, hohe Arbeitsintensität oder ein schlechtes zwischenmenschliches Klima wirken sich negativ auf das Wohlbefinden von Beschäftigten aus und können auch die Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit beeinträchtigen. Anlässlich des Tags der Arbeitssicherheit am 28. April
Weitere Mitteilungen von Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV)
Bundesfamilienministerin Kristina Schröder beauftragt Sachverständigenkommission für Achten Familienbericht ...
Die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Kristina Schröder hat heute in Berlin eine Sachverständigenkommission mit der Erstellung des Achten Familienberichts beauftragt. Die acht Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erstellen bis Sommer 2011 den Bericht, der unter der Ü
Eine neue Chance für die Hepatitis-C-Forschung ...
schaftler des TWINCORE entwickeln neue Modellansätze für die HCV Forschung. Das Hepatitis-C-Virus ist hochspezialisiert. Wir Menschen sind seine natürlichen Wirte. Die einzigen anderen Lebewesen, die das Hepatitis-C-Virus im Labor noch infizieren kann, sind Schimpansen. Dennoch ist es ? aus Si
Start für Programm "Stipendien für Medizinstudierende / Minister Bischoff: Förderung soll ärztliche Niederlassung attraktiver machen ...
Ärztinnen und Ärzte sind im ländlichen Raum in Sachsen-Anhalt dünn gesät. Das soll sich jetzt ändern. Am Montag unterzeichneten das Ministerium für Gesundheit und Soziales, die AOK und die Kassenärztliche Vereinigung eine Vereinbarung zur finanziellen Unterstützung von Medizinstudierenden
Bundeskanzlerin Merkel in FDP-Fraktionssitzung (05.07.2010) ...
BERLIN. Zu Medienberichten über einen Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel in der kommenden Sitzung der FDP-Bundestagsfraktion erklärt der Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion Marc JUNGNICKEL: Die FDP-Fraktionsvorsitzende Birgit Homburger hatte vor mehreren Wochen Bundeskanzlerin Angela Me




