FiDA kommt: Warten ist keine Strategie
Von Andreas Everett, Sales Director DACH bei Fadata
Andreas Everett ist Sales Director DACH bei Fadata. (Quelle: Fadata)(firmenpresse) - 14. Januar 2026 – Die vier Buchstaben schweben seit einiger Zeit wie ein Damoklesschwert über der Versicherungsbranche. Klar ist: Die mit großem Ehrgeiz gestartete EU-Verordnung soll durch den breiten Austausch von Finanzdaten neue Wege für innovative Produkte, Services und neue Geschäftsmodelle ebnen. Weil das „Wie“ aber nach wie vor unbekannt ist, sind wir alle aktuell im gleichen Maße FiDA-Experten und -Expertinnen – niemand weiß es so genau.
Die Crux liegt für Versicherer darin, dass der Handlungsdruck für die Branche trotz dieser Unsicherheiten bereits jetzt steigt. Denn auch wenn es noch nicht viel Konkretes vorzuweisen gibt, zielt die EU mit der neuen Verordnung auf mehr Transparenz, mehr Datenaustausch und neue Anforderungen an die Zusammenarbeit mit Dritten ab. Allesamt keine Lappalien, sondern tiefgreifende Änderungen im technologischen Fundament, in den Arbeitsweisen und dem Compliance-Bereich von Versicherungen. Darauf zu warten, bis jedes Detail feststeht, ist riskant. Wer erst dann reagiert, verliert Zeit, die später kaum noch aufzuholen ist.
Hinzu kommt die nationale Umsetzung. Auch wenn FiDA auf europäischer Ebene beschlossen ist, wird die Verordnung nicht in jedem Land gleich umgesetzt. Länderspezifische Anpassungen und zusätzliche Vorgaben sind absehbar, was eine kurzfristige Umsetzung für international tätige Versicherungshäuser zeitlich noch weiter erschweren und den Aufwand erhöhen dürfte. Muss die Branche also tatenlos der Dinge harren, die aus Brüssel auf sie zukommen? Nein, ganz im Gegenteil: es ergeben sich große Chancen. Die Vorgaben der FiDA-Verordnung können der oftmals benötigte Anstoß sein, den die oftmals noch in traditionellen Denkmustern verhaftete Versicherungslandschaft gut gebrauchen kann. Der Markt verändert sich rasend, Kunden erwarten technologisch fortgeschrittene Plattformen und neue Produkte – warum also nicht FiDA zum Anlass nehmen, um die eigenen Systeme einmal genauer auf den Prüfstand zu stellen und für die Zukunft neu auszurichten? Wie flexibel und robust ist die eigene IT wirklich? Wo entstehen Probleme, die eine Umsetzung neuer Vorgaben teuer und langsam machen? Und welche Strukturen sind zukunftsfähig genug, um neue Anforderungen ohne große Reibungsverluste umzusetzen?
Wer diese Fragen beantwortet, nutzt die Zeit der Unklarheit sinnvoll. Versicherer sollten ihre Systeme daher jetzt bewerten, vereinfachen und gemeinsam mit spezialisierten Anbietern zeitnah FiDA- und zukunftssicher machen. Denn: Sollten die EU-Vorgaben konkret werden, dann geht es nicht mehr um Grundsatzentscheidungen, sondern um die Umsetzung. Die Weichen dafür wollen heute gestellt sein.
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