WEISSER RING: Bundesgeschäftsführerin Bianca Biwer wechselt zum Festspielhaus Baden-Baden
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(ots) - In der Bundesgeschäftsführung des WEISSEN RINGS, Deutschlands größter Hilfsorganisation für Kriminalitätsopfer, kommt es zu Veränderungen: Nach mehr als zwölf Jahren verlässt Bianca Biwer Ende Mai den Verein, um sich einer neuen Herausforderung als Geschäftsführerin des Festspielhauses Baden-Baden zu stellen.
"Die Arbeit für den WEISSEN RING war immer ausgesprochen erfüllend. Betroffenen von Straftaten zu helfen, ihnen eine Stimme zu geben und Druck auf die Politik zu machen, um Opferschutz zu verbessern - das ist heute ebenso wichtig wie vor 50 Jahren, als der Verein gegründet wurde", sagt Bianca Biwer. "Die Entscheidung, den WEISSEN RING zu verlassen, ist mir daher nicht leichtgefallen. Ich gehe mit vielen guten Erinnerungen und großer Dankbarkeit für über zwölf wundervolle Jahre mit vielen großartigen hauptamtlichen wie ehrenamtlichen Kolleginnen und Kollegen."
"Ich bedauere den Weggang von Bianca Biwer sehr", sagt Barbara Richstein, Bundesvorsitzende des WEISSEN RINGS. "Bianca Biwer ist eine der treibenden Kräfte des WEISSEN RINGS. Ihr unermüdliches Engagement, gepaart mit enormem Sachverstand und menschlichem Einfühlungsvermögen, haben den Verein nachhaltig geprägt. Für ihren jahrelangen Einsatz danke ich ihr sehr und wünsche ihr für die Zukunft beruflich wie privat alles erdenklich Gute."
In Biwers Zeit als Bundesgeschäftsführerin fallen viele Erfolge des WEISSEN RINGS, an denen sie maßgeblich mitgewirkt hatte:
Beispielsweise ist es auch dem ständigen Druck des Vereins zu verdanken, dass die Bundesregierung die elektronische Fußfessel gegen häusliche Gewalt auf den Weg gebracht hat. Für diesen wichtigen Schritt zum Schutz von Opfern haben sich der WEISSE RING und Biwer jahrelang eingesetzt.
Auch die Opferentschädigung wurde in dieser Zeit grundlegend reformiert, seit Januar 2024 ist sie im Sozialgesetzbuch XIV geregelt. Die Reform sieht unter anderem höhere Entschädigungssummen und ein "Fallmanagement" vor, das Betroffene besser begleiten soll. Der WEISSE RING hatte sich für eine Gesetzesnovelle eingesetzt und daran maßgeblich mitgearbeitet. "Worauf der Verein auch weiterhin achten wird, ist allerdings die Umsetzung dieses eigentlich sehr guten Gesetzes. Bisher läuft diese nämlich mangelhaft", sagt Biwer.
Die Ausarbeitung eines Leitfadens für Opferschützer nach Großereignissen fand ebenfalls unter Biwers Führung statt. Unter dem Eindruck des Terroranschlags am Berliner Breitscheidplatz 2016 entstand dieser Leitfaden, damit die ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nach solchen Gewalttaten schnell und unbürokratisch helfen können.
Auch hat der Verein in dieser Zeit seine Position gegenüber Extremisten gestärkt: Dass die Unvereinbarkeit von extremistischen Ansichten und der Arbeit für den WEISSEN RING in der Satzung der Organisation verankert wurde, ist ein starkes Signal für demokratische Werte. Auch im Kampf gegen Hass und Hetze wurde Biwer nicht müde, hielt unter anderem zahlreiche Vorträge dazu. "In einer freiheitlichen Gesellschaft können und dürfen wir nicht akzeptieren, dass Gewalt zum Alltag gehört", sagt Biwer.
Die Nachfolge an der Spitze des WEISSEN RINGS steht noch nicht fest. "Wir befinden uns aber in einer guten Position, um bei der weiteren Planung mit der notwendigen Ruhe und Sorgfalt vorgehen zu können", sagt Barbara Richstein. Für die Übergangsphase ist der Verein mit den Geschäftsleitern und langjährigen Führungskräften sehr gut aufgestellt.
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Der WEISSE RING wurde 1976 in Mainz gegründet als "Gemeinnütziger Verein zur Unterstützung von Kriminalitätsopfern und zur Verhütung von Straftaten e. V.". Er ist Deutschlands größte Hilfsorganisation für Opfer von Kriminalität. Der Verein unterhält ein Netz von rund 3.000 ehrenamtlichen, professionell ausgebildeten Opferhelferinnen und -helfern in bundesweit 400 Außenstellen, beim Opfer-Telefon und in der Onlineberatung. Der WEISSE RING hat mehr als 100.000 Förderer und ist in 18 Landesverbände gegliedert. Er ist ein sachkundiger und anerkannter Ansprechpartner für Politik, Justiz, Verwaltung, Wissenschaft und Medien in allen Fragen der Opferhilfe. Der Verein finanziert seine Tätigkeit ausschließlich aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden und testamentarischen Zuwendungen sowie von Gerichten und Staatsanwaltschaften verhängten Geldbußen. Der WEISSE RING erhält keinerlei staatliche Mittel.
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