Tierversuche: Aktuelle Negativ-Rangliste der Bundesländer

Tierversuche: Aktuelle Negativ-Rangliste der Bundesländer

ID: 2225542

Ärzte gegen Tierversuche e.V. zeigt "Versuchstier"-Verbrauch in den Bundesländern auf.



Visual zur freien Nutzung (© Ärzte gegen Tierversuche e.V.)Visual zur freien Nutzung (© Ärzte gegen Tierversuche e.V.)

(firmenpresse) - Deutschlandweit die meisten Tierversuche in Bayern, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg

Bayern, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg führen auch 2024 die Negativ-Rangliste zu Tierversuchen an, die der bundesweite Verein Ärzte gegen Tierversuche (ÄgT) erstellt hat (1). Zwar ging die Gesamtzahl der erfassten Tiere im Vergleich zum Vorjahr um 12,5 % zurück, doch mit insgesamt 3.063.569 von der Bundesstatistik erfassten Tieren bleibt das Ausmaß weiterhin alarmierend.

Von den bundesweit erfassten Tieren wurden 1.954.469 in Tierversuchen eingesetzt oder für wissenschaftliche Zwecke getötet, etwa zur Organentnahme. Hinzu kommen 1.109.100 sogenannte Überschusstiere, die für Versuche gezüchtet, aber nicht verwendet und aus wirtschaftlichen Gründen getötet wurden (2). Zwar ging diese Zahl um 19 % zurück, doch bleibt unklar, ob tatsächlich weniger Tiere getötet wurden oder ob sie lediglich nicht mehr in der Statistik auftauchen, etwa durch die Verlagerung der Zucht in nicht meldepflichtige Bereiche.

An der Spitze der Negativ-Rangliste steht Bayern mit 618.022 Tieren (20,2 %), gefolgt von Nordrhein-Westfalen mit 549.555 Tieren (17,9 %) und Baden-Württemberg mit 457.229 Tieren (14,9 %). Damit entfallen erneut mehr als 50 % aller in der Statistik erfassten Tiere auf diese drei Bundesländer. Hessen, Berlin und Niedersachsen folgen mit einigem Abstand.

Von den bundesweit 1.146 eingesetzten Affen litten über 75 % in nordrhein-westfälischen Laboren. Der Großteil wurde für regulatorische Zwecke wie Giftigkeitsprüfungen verwendet. Hauptverantwortlich ist das Unternehmen Labcorp (ehemals Covance) in Münster, der größte Affenverbraucher Deutschlands.

Darüber hinaus wurden 38 Affen in der Grundlagenforschung eingesetzt, insbesondere in der Hirnforschung. Auffällig ist, dass in der offiziellen Statistik für Bremen - obwohl dort seit Jahrzehnten Affenhirnversuche an der Universität stattfinden - erneut keine Affen aufgeführt sind. Dies wirft Fragen nach der Transparenz und Vollständigkeit der Erfassung auf.



Neben Affen leiden auch Tiere anderer Arten in der Grundlagenforschung. In Nordrhein-Westfalen werden seit Jahrzehnten Tauben für Hirnexperimente verwendet, bei denen ihnen Elektroden implantiert werden - trotz fehlender Übertragbarkeit auf den Menschen (3).

Fast die Hälfte der in Tierversuchen verwendeten Tiere (49,6 %) war gentechnisch verändert, überwiegend Mäuse und Fische. Besonders gravierend: Die Genmanipulation ist mit einem hohen "Ausschuss" verbunden, da viele Tiere nicht die gewünschte genetische Veränderung tragen. Entsprechend waren 77 % der 1.109.100 als Überschuss getöteten Tiere gentechnisch verändert.

Bei den Überschusstieren liegen Bayern (222.408 Tiere; 20,1 %), Nordrhein-Westfalen (208.162 Tiere; 18,8 %) und Berlin (172.334 Tiere; 15,5 %) bundesweit vorn. In Berlin machen Überschusstiere 57,6 % der gesamten Tierzahl des Bundeslandes aus. Das bedeutet, dass in Berlin mehr Tiere ohne tatsächliche Verwendung als "Überschuss" getötet werden als in Tierversuchen und bei Tötungen zu wissenschaftlichen Zwecken zusammen. Auch Sachsen (42,2 %) und Niedersachsen (42,0 %) weisen einen hohen Anteil an Überschusstieren auf.

"Der leichte Rückgang der Tierversuchszahlen darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass weiterhin Millionen Tiere leiden und sterben - häufig sogar ohne tatsächliche Verwendung", erklärt Dr. Johanna Walter, wissenschaftliche Referentin bei Ärzte gegen Tierversuche. Der Verein fordert einen Paradigmenwechsel in der Forschung, bei dem der Tierversuch nicht länger der Standard ist, sondern ausschließlich moderne, tierversuchsfreie, für den Menschen relevante Forschungsmethoden zum Einsatz kommen.

ÄgT erstellt seit Jahren eine Negativ-Rangliste der Bundesländer zu Tierversuchen. Grundlage der Auswertung ist die Tierversuchsstatistik der Bundesländer, veröffentlicht vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) (2).

Quellen

(1) Bundesländervergleich - Negativ-Rangliste zu Tierversuchen, Ärzte gegen Tierversuche >>

(2) Verwendung von Versuchstieren im Berichtsjahr 2024, BfR >>

(3) Tauben leiden an der Ruhr-Universität Bochum in qualvollen und sinnlosen Tierversuchen. Ärzte gegen Tierversuche, Pressemitteilung, 12.01.2026 >>


Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:

Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:

"Medizinischer Fortschritt ist wichtig - Tierversuche sind der falsche Weg!" - Unter diesem Motto setzt sich Ärzte gegen Tierversuche e. V. seit 1979 für eine tierversuchsfreie Forschung ein, die auf dem Einsatz von modernen Methoden z.B. mit menschlichen Zellkulturen und Organchips sowie der Ursachenforschung und Vorbeugung von Krankheiten basiert. Ziel ist die Abschaffung aller Tierversuche und damit eine ethisch vertretbare, am Menschen orientierte Medizin - eine Wissenschaft, die durch moderne, tierversuchsfreie Testmethoden zu relevanten Ergebnissen gelangt.



Leseranfragen:

Lustheide 85, 51427 Bergisch Gladbach



drucken  als PDF  Vorsorge ist keine Frage des Alters: Notar Marius Hebebrand im Interview Frieden beginnt im Abteil am Rande der Welt
Bereitgestellt von Benutzer: Connektar
Datum: 20.01.2026 - 13:40 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 2225542
Anzahl Zeichen: 5003

Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: Gaby Neumann
Stadt:

Bergisch Gladbach


Telefon: 022049990232

Kategorie:

Politik & Gesellschaft


Meldungsart:

Diese Pressemitteilung wurde bisher 228 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Tierversuche: Aktuelle Negativ-Rangliste der Bundesländer"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Ärzte gegen Tierversuche e.V. (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

Niederlande treiben tierversuchsfreie Forschung weiter voran ...
Neue Datenbank macht Fördermöglichkeiten erstmals übersichtlich zugänglich Mit dem neu gestarteten NAMs Funding Compass stellt die niederländische Regierung eine öffentlich zugängliche Datenbank bereit, die Fördermöglichkeiten für tierversuchsfreie Forschungsprojekte auf niederländisc

Bochum gewinnt den Negativpreis "Absurdester Tierversuch 2026" ...
Mäusen die Ohren verbrannt Der bundesweite Verein Ärzte gegen Tierversuche hat heute das Ergebnis seiner Online-Abstimmung zum "Preis für den absurdesten Tierversuch 2026" bekannt gegeben. Der unrühmliche Sieg geht in diesem Jahr an einen Versuch der Ruhr-Universität Bochum, in dem

Das unfassbare Leid im Tierversuchslabor ...
Neue Aufnahmen aus britischen Laboren zeigen erschütternde Realität Schreiende Affen, denen gewaltsam ein Schlauch in den Magen gesteckt wird, Kaninchen in körperengen Plastikkästen, Mini-Schweine mit Löchern in der Rückenhaut, Beagle-Hunde, die verzweifelt versuchen, sich eine Inhalationsm


Weitere Mitteilungen von Ärzte gegen Tierversuche e.V.


Vorsorge ist keine Frage des Alters: Notar Marius Hebebrand im Interview ...
Vorsorgevollmachten sind ein Thema, das viele Menschen vor sich herschieben. Dabei kann es im Ernstfall bereits zu spät sein. Marius Hebebrand, Notar in Dortmund erklärt im Interview, warum jeder eine Vorsorgevollmacht braucht, welche Irrtümer es gibt und worauf man bei der Erstellung achten soll

König Mohammed VI. willigt ein, Gründungsmitglied des Friedensrats von Donald Trump zu werden ...
In einer am 19. Januar 2026 vom Ministerium für auswärtige Angelegenheiten, afrikanische Zusammenarbeit und im Ausland lebende Marokkaner veröffentlichten Erklärung wurde bekannt gegeben, dass Seine Majestät König Mohammed VI. eine Einladung des Präsidenten der Vereinigten Staaten, Donald J.

Flughäfen Leipzig/Halle und Dresden sollen mit weiteren 71 Millionen Euro gerettet werden ...
Die Regionalflughäfen Leipzig/Halle und Dresden kommen nicht aus der Krise. Trotz eines bis 2026 bewilligten Rettungspakets von 100 Millionen Euro sollen anschließend weitere Hilfen aus Steuergeld fließen. Nach Recherchen der in Halle erscheinenden Mitteldeutschen Zeitung (Dienstagausgabe) wollen

"nd.DerTag": Eigentor vor Davos - Kommentar zu den von US-Präsident Trump angedrohten Strafzöllen gegen acht europäische Nato-Staaten ...
Davos wird einmal im Jahr zur Festung. Zum überragenden Thema des diesjährigen Weltwirtschaftsforums sollten eigentlich Chancen und Risiken der Digitalisierung und der KI werden. Schließlich geben sich in dem Schweizer Bergort die Spitzenmanager vieler Weltkonzerne die Klinke in die Hand. Große


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z