Deutsches KI-Unternehmen LiveEO startet eigene Satellitenkonstellation zur Überwachung kritischer I

Deutsches KI-Unternehmen LiveEO startet eigene Satellitenkonstellation zur Überwachung kritischer Infrastruktur

ID: 2227392
(ots) - Das deutsche Technologieunternehmen LiveEO startet eine eigene Satellitenkonstellation zur Überwachung kritischer Infrastruktur und setzt damit einen Meilenstein für den kommerziellen Raumfahrtstandort Deutschland. Mit der Mission schließt das Unternehmen eine zentrale Lücke im europäischen Markt für hochauflösende Erdbeobachtungsdaten.

Die Konstellation mit dem Namen Twinspector ermöglicht eine großflächige, hochauflösende Erfassung der Erde in drei Dimensionen und ist speziell auf die Überwachung kritischer Infrastruktur ausgelegt. Trotz eines leistungsfähigen Raumfahrt-Ökosystems verfügte Deutschland bislang über keinen kommerziellen Anbieter, der sehr hochauflösende 3D-Satellitenbilder im großen Maßstab bereitstellen kann.

"Deutschland hat alle Voraussetzungen, um im Weltraum eine führende Rolle einzunehmen", sagt Sven Przywarra, Mitgründer von LiveEO. "Mit Twinspector bauen wir eine kommerzielle Satellitenfähigkeit auf, die Europas technologische Unabhängigkeit stärkt."

Aus dem Markt heraus im Stealth-Modus entwickelt

Mit Twinspector positioniert sich LiveEO so als global erste vollständig vertikal integrierte Satelliten-Lösung, welche speziell für die Bedarfe kritischer Infrastruktur entwickelt wurde.

Die Entscheidung für eine eigene Satellitenkonstellation ist das Ergebnis der starken Nachfrage nach den KI-gestützten Analyseprodukten von LiveEO. Bereits vor über drei Jahren begann das Unternehmen, Twinspector im Hintergrund zu entwickeln. Der wachsende Bedarf an satellitengestütztem Monitoring kritischer Infrastruktur - insbesondere im Energie- und Verkehrsbereich und nun auch im Sicherheitskontext - machte schnell deutlich, dass bestehende Systeme die Anforderungen nicht ausreichend erfüllen.

LiveEO hat bei der Umsetzung unter anderem Unterstützung von Manfred Krischke, welcher Ende der 90er Jahre bereits mit RapidEye eine Satellitenkonstellation gestartet hat, die heute als erste wirklich kommerzielle Konstellation gilt.



"Ich war an vielen kommerziellen Raumfahrtmissionen beteiligt, aber Twinspector hebt sich aus einem entscheidenden Grund ab: Die Mission ist vom Kundenbedarf getrieben - nicht von der Technologie.", so Manfred Krischke "Wir übersetzen bewährte Nachfrage in ein Konstellationsdesign, das von Anfang an operativen Mehrwert liefert."

Satellitenfertigung entlang der deutschen Wertschöpfungskette

Produziert wird die Konstellation entlang einer starken deutschen Wertschöpfungskette. Zu den Partnern zählen unter anderem Reflex Aerospace, Engineering Minds Munich sowie KTO.

"Wir haben mehr als zehn internationale Hersteller sowohl für den Satellitenbau als auch für die Kameraherstellung evaluiert", sagt Daniel Seidel, Mitgründer von LiveEO. "Am Ende hat uns die Qualität der Lieferkette hierzulande überzeugt - von der Satellitenplattform bis zur Optik. Deutschland verfügt über eine beeindruckende, oft unterschätzte Raumfahrtkompetenz. Wir bündeln diese Kraft nun in der Realisierung der global performantesten 3D-Kamera."

"Für die technologische Souveränität und die Resilienz der europäischen Verteidigungs- und Weltrauminfrastruktur ist entscheidend, dass wir in Deutschland und Europa die Fähigkeit behalten, selbst zu produzieren und zu innovieren", sagt Walter Ballheimer, CEO Reflex Aerospace. "Wir freuen uns deshalb sehr, dass LiveEO mit Reflex Aerospace auf einen starken Partner Made in Europe setzt."

Unabhängiger Zugang zu Satellitendaten gewinnt an Bedeutung

Auch geopolitisch gewinnt der unabhängige Zugang zu hochauflösenden Satellitendaten zunehmend an Bedeutung. In vielen Fällen hängt die Verfügbarkeit entsprechender Daten bislang vom Wohlwollen anderer Staaten ab. Eigene, kommerziell betriebene Kapazitäten gelten daher als wichtiger Baustein strategischer Souveränität - nicht zuletzt auch für unabhängigen Journalismus und die verlässliche Überprüfung von Informationen in Krisenregionen.

Vor diesem Hintergrund vertieft LiveEO in diesem Zuge auch seine seit 2019 bestehende Zusammenarbeit mit der WirtschaftsWoche. Im Rahmen einer exklusiven Medienpartnerschaft kann die Redaktion Aufnahmen der Twinspector-Konstellation beauftragen und in Print- und Digitalformaten nutzen. Im Format "Wirtschaft von oben" erklärt das Magazin seit inzwischen über 370 Folgen wirtschaftliche Zusammenhänge mithilfe von Satellitenbildern in Zusammenarbeit mit LiveEO. "Zu unserem 100-jährigen Jubiläum machen wir so unser Motto greifbar: Weiterdenken. Weiterkommen", sagt Martin Dowideit, stellvertretender Chefredakteur der WirtschaftsWoche.

Technologie für den großen Maßstab

Die Kamera eines Twinspector-Satelliten alleine hat eine Größe von über 1000 Cubesats, welche für besonders gute Aufnahmen sorgt. Technologisch setzt Twinspector auf moderne Datenverarbeitung direkt im Orbit. Durch den Einsatz mehrerer GPUs in jedem Satelliten können KI-gestützte Analysen bereits im Weltraum durchgeführt werden, was die Auswertung beschleunigt und große Datenmengen effizient nutzbar macht.

So ist die Konstellation beispielsweise in der Lage, die Höhe von 1,1 Millionen Bäumen mit einer Genauigkeit von rund einem Meter in weniger als einer Sekunde zu erfassen - ein Maßstab, der neue Anwendungen für Infrastruktur-, Umwelt- und Risikobewertungen eröffnet. Zu LiveEOs langjährigen Kunden gehören heute bereits die Deutsche Bahn und E.ON, dessen Klimaresilienz und Sicherheit durch Twinspector weiter verbessert werden können.

Pressekontakt:

Patrick Hollenbeck
patrick.hollenbeck@live-eo.com
+49 162 497 4313


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