"Hände weg von Therapiehonoraren" - Psychotherapeuten wehren sich gegen geplante Kürzung um 10 Prozent
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GKV-Spitzenverband fordert Absenkung psychotherapeutischer Honorare trotz Inflation und steigendem Versorgungsbedarf.
Psychotherapie(firmenpresse) - Bonn, 02.02.26 - Die gesetzlichen Krankenkassen planen eine deutliche Abwertung psychotherapeutischer Leistungen. Nach einem Antrag des GKV-Spitzenverbandes im Bewertungsausschuss vom 21. Januar 2026 sollen die Honorare für psychotherapeutische Leistungen pauschal um zehn Prozent gesenkt werden. Die Entscheidung darüber soll bereits am 11. März 2026 fallen und ab dem 1. April 2026 wirksam werden. Das Deutsche Psychotherapeuten Netzwerk (DPNW) schlägt Alarm.
"Was hier passiert, ist kein technischer Automatismus, sondern ein vorsätzlicher Sparbeschluss auf dem Rücken psychisch erkrankter Menschen", erklärt Dieter Adler, Vorstandsvorsitzender des DPNW. "Während der Bedarf an Psychotherapie steigt, wollen die Krankenkassen die Vergütung zusammenstreichen. Das ist unverantwortlich."
Im offiziellen Beschluss des Bewertungsausschusses wird lediglich von einer "Überprüfung" der Bewertungen gesprochen. Dem DPNW liegt allerdings ein Schreiben der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen vor. In diesem wird dokumentiert, dass die Kassenseite ausdrücklich eine pauschale Absenkung um zehn Prozent vorschlägt. Hiervon wären quasi alle psychotherapeutischen Leistungen betroffen.
"Hier wird nicht über Qualität, Bedarf oder Versorgung gesprochen - hier wird schlicht und einfach gekürzt", so Adler. "Das ist ein fatales Signal an alle Therapeutinnen und Therapeuten, die ihr Bestes geben." Adler befürchtet, dass dann noch weniger Kassenpatienten einen Psychotherapieplatz bekommen werden: "Wenn 10 Prozent der Einkünfte wegfallen, werden viele Kolleginnen und Kollegen lieber Privatpatienten nehmen."
Aus DPNW-Sicht ist der Vorstoß angesichts der Inflation der vergangenen Jahre besonders ärgerlich. Zwischen 2022 und 2024 ist die Inflation in Deutschland kumuliert um rund 16 Prozent gestiegen. Um die Kaufkraft von 2021 zu erhalten, wäre daher eine entsprechende Honoraranhebung um 16 Prozent notwendig. Stattdessen fordern die Krankenkassen eine Kürzung um zehn Prozent.
Dieter Adler kommentiert: "Das ist eine verkehrte Welt. Statt zu prüfen, wie eine Anpassung um 16 Prozent nach oben aussehen könnte, wird pauschal ein Minus von zehn Prozent nach unten vorgeschlagen. Nehme ich beide Zahlen zusammen, so komme ich auf einen Realverlust von 25 Prozent. Die Krankenkassen versuchen erneut unsere Arbeit zu entwerten. Wir sagen: Hände weg von den Therapiehonoraren."
Über den Verband
Das "Deutsche Psychotherapeuten Netzwerk" (DPNW) wurde am 02.05.2019 in Bonn gegründet. Es hat über 2.800 Mitglieder und 13.500 Abonnenten seines Freitags-Newsletters. Damit ist das DPNW drittgrößter Berufsverband im Bereich Psychotherapie. Der Vorstand besteht aus: 1. Vorsitzender: Dipl.-Psych. Dieter Adler, 2. Vorsitzende: Dipl.-Päd. Sevgi Meddur-Gleissner und Dipl.-Soz.Päd. Tania Ghosh. Mehr unter: www.dpnw.de
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Datum: 02.02.2026 - 17:30 Uhr
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