Überwältigende Mehrheit von Psychotherapeuten fordert Altersgrenze für soziale Medien
ID: 2232604
Von 1.000 Teilnehmern einer aktuellen Umfrage sind 92,3 % für eine gesetzliche Altersgrenze bei der Nutzung von Social Media.
Kinder an Handys(firmenpresse) - Bonn, 19. Februar 2026 - Eine neue Umfrage des Deutschen Psychotherapeuten Netzwerks (DPNW) unter genau 1.000 psychotherapeutischen Fachkräften sendet ein klares Signal an die Politik: 92,3 % der Befragten halten eine gesetzliche Altersgrenze für die Nutzung von sozialen Medien für dringend notwendig. Die Ergebnisse zeigen einen breiten Konsens darüber, dass ein unregulierter Zugang für Kinder und Jugendliche ein erhebliches Risiko für die psychische Gesundheit darstellt.
Die Umfrage (26.01.26-18.02.26) geht auf ein gemeinsames Treffen des CDU-
Bundestagsabgeordneten Pascal Reddig, stellvertretendes Mitglied im Gesundheitsausschuss und Berichterstatter für das Thema mentale Gesundheit ist, mit Vertreterinnen und Vertretern des Deutschen Psychotherapeuten Netzwerks zurück, bei dem die Auswirkungen sozialer Medien auf Kinder und Jugendliche ausführlich diskutiert wurden.
Die zentrale Erkenntnis der Studie ist der starke Wunsch nach einer klaren Regelung. Eine Mehrheit von 65,5 % der Befürworter spricht sich für ein Mindestalter von 16 Jahren aus. Weitere 18,8 % plädieren sogar für eine Freigabe erst ab 18 Jahren.
Als Hauptgründe für diese Forderung nennen die Fachkräfte massive negative Auswirkungen auf die psychische, soziale und kognitive Entwicklung von Jugendlichen. Aus der täglichen Praxis berichten die Therapeuten von einer Zunahme von Depressionen, Angst- und Essstörungen sowie einem sinkenden Selbstwertgefühl durch ständigen sozialen Vergleich auf den Plattformen. Das Design der Apps wird als hochgradig süchtig machend beschrieben, während die reale soziale Kompetenz der Jugendlichen verkümmere.
"Die Ergebnisse sind ein unmissverständliches Alarmsignal aus unserer täglichen Praxis", so der 1. Vorsitzende des Deutschen Psychotherapeuten Netzwerks Dieter Adler. "Soziale Medien sind für die Psyche von Jugendlichen oft eine toxische Umgebung. Wir können nicht länger zusehen, wie die gesunde Entwicklung einer ganzen Generation den kommerziellen Interessen von Tech-Konzernen überlassen wird."
"Für die Planung der kommenden Gesetzesvorhaben setzen wir ganz bewusst auf die Rückmeldungen aus der Praxis und den Dialog mit Fachleuten", betont der CDU-Bundestagsabgeordnete Pascal Reddig. "Die Einschätzungen der Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten sind für uns ein wichtiger Kompass bei der Frage, wie wir Kinder und Jugendliche besser vor den Risiken sozialer Medien schützen können, ohne ihre Rechte massiv einzuschränken."
Aus der Umfrage ergeben sich aus Sicht des DPNW zwei Forderungen:
1.Die Forderung nach politischer Regulierung: Ein Appell an die Politik, einen robusten gesetzlichen Schutzrahmen zu schaffen und Plattformbetreiber stärker in die Verantwortung zu nehmen.
2.Die Notwendigkeit einer gesamtgesellschaftlichen Bildungsoffensive, die in den Bildungseinrichtungen ansetzt: Schulen zuerst - flankiert von Kitas und Jugendhilfe -, personell stark, fachlich fundiert und alltagstauglich. Eltern werden systematisch begleitet, fachübergreifende Netzwerke sichern die Umsetzung.
Die Umfrage macht deutlich, dass aus fachlicher Sicht ein gesamtgesellschaftlicher Ansatz nötig ist, um die digitale Umwelt für Heranwachsende aktiv und schützend zu gestalten.
Über das Deutsche Psychotherapeuten Netzwerk (DPNW):
Das DPNW ist ein Berufs- und Interessenverband für psychotherapeutisch Tätige und dient als professionelles Netzwerk zur Förderung der psychotherapeutischen Versorgung und des fachlichen Austauschs.
Das "Deutsche Psychotherapeuten Netzwerk" (DPNW) wurde am 02.05.2019 in Bonn gegründet. Es hat rund 2.800 Mitglieder und 13.500 Abonnenten seines Freitags-Newsletters. Damit ist das DPNW drittgrößter Berufsverband im Bereich Psychotherapie. Der Vorstand besteht aus: 1. Vorsitzender: Dipl.-Psych. Dieter Adler, 2. Vorsitzende: Dipl.-Päd. Sevgi Meddur-Gleissner und Dipl.-Soz.Päd. Tania Ghosh. Mehr unter: www.dpnw.de
Kontakt: Deutsches Psychotherapeuten Netzwerk Karmeliterstr. 1c, 53229 Bonn Telefon: 0228-76382030 E-Mail: post@dpnw.info
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Leseranfragen:
Konstantinstraße 31, 53179 Bonn
Datum: 19.02.2026 - 18:00 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 2232604
Anzahl Zeichen: 4436
Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: Ulrich Hanfeld
Stadt:
Bonn
Telefon: 01751819772
Kategorie:
Politik & Gesellschaft
Meldungsart:
Diese Pressemitteilung wurde bisher 360 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Überwältigende Mehrheit von Psychotherapeuten fordert Altersgrenze für soziale Medien"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Deutsches Psychotherapeuten Netzwerk - DPNW (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Bonn, 02.02.26 - Die gesetzlichen Krankenkassen planen eine deutliche Abwertung psychotherapeutischer Leistungen. Nach einem Antrag des GKV-Spitzenverbandes im Bewertungsausschuss vom 21. Januar 2026 sollen die Honorare für psychotherapeutische Leistungen pauschal um zehn Prozent gesenkt werden. Di
Psychotherapeuten mahnen zur Solidarität mit kranken Menschen und nicht zu deren Verurteilung als "Blaumacher" ...
Bonn, 29.01.26 - Gesundheits-Statistiken der letzten Jahre zeigen, so das DPNW, dass sich der Krankenstand in Deutschland auf hohem Niveau befindet. Laut Statistischem Bundesamt kamen Beschäftigte in Deutschland durchschnittlich auf 14,8 Krankentage im Jahr 2024. Verglichen mit 2021 stellt dies ein
Justizministerium: elektronische Patientenakte observationsfrei bei E-Evidence-Verordnung - Erfolg des DPNW ...
Bonn, 23.01.26 - Das Deutsche Psychotherapeuten Netzwerk (DPNW) begrüßt die Zusage des Bundesjustizministeriums (BMJV), dass die elektronische Patientenakte (ePA) bei der Umsetzung der E-Evidence-Verordnung als "observationsfreier Raum" festgesetzt werden soll, wie golem.de berichtete. D
Weitere Mitteilungen von Deutsches Psychotherapeuten Netzwerk - DPNW
Vier Jahre Kriegseskalation in der Ukraine: Ziviles Leid darf nicht zur Normalität werden ...
Zahl der Todesfälle und Verletzungen in der Zivilbevölkerung stieg 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 31 Prozent / Millionen Menschen ohne lebenswichtige Unterstützung Am 24. Februar jährt sich die Eskalation des Krieges in der Ukraine zum vierten Mal. Die internationale Hilfsorganisation CARE wa
"nd.DieWoche": Standards unter Beschuss - Kommentar zu beabsichtigten Neuregelungen bei der US-Arzneimittelzulassung ...
Nicht mehr zwei Studien, sondern nur noch eine soll bald reichen, um für ein neues Medikament die Zulassung in den USA zu erhalten. Noch sind es nur Äußerungen in der medizinischen Fachpresse, aber es scheint so, als sollten durch die Leitung der US-Arzneibehörde FDA die Zulassungsvoraussetzunge
Deutschland liefert durch aggressive Bildsprache Nahrung für Propaganda ...
Es gab eine Zeit vor Putin, es gibt jetzt die Zeit mit Putin - und es wird eine Zeit nach Putin geben! Ist es gut für uns, wenn die Menschen in Russland gelernt haben, dass wir ihre Feinde sind? Ist es gut für uns, wenn sich Boris Pistorius mit einer Drohne ablichten lässt, die im Krieg Russlands
Offener Brief an Cem Özdemir ...
Sehr geehrter Herr Özdemir, Sie wollen, dass Baden-Württemberg die Grünen wählt - und damit Sie. Doch auf Ihren Plakaten verschweigen Sie Ihre Parteizugehörigkeit. Sie präsentieren sich als Markenzeichen. Das erinnert an Merkels "Sie kennen mich!" im Wahlkampf 2013: Die eigene Per




