Greenpeace-Rechtsgutachten zeigt: Bundesregierung kann staatenlose Schattenflotten-Tanker stoppen / Acht Tanker ohne Flaggenzugehörigkeit haben deutsche Gewässer seit Dezember unbehelligt durchfahren
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(ots) - 19. 2. 2026 - Die Bundesregierung verpasst es regelmäßig, flaggenlose Tanker der russischen Schattenflotte aufzubringen und hindert sie auch nicht an der Weiterfahrt. Dadurch steigt die Gefahr einer Havarie und Ölpest in der Ostsee. Greenpeace belegt mit einem neuen Rechtsgutachten (https://t1p.de/zdxc9), dass die Behörden falsch geflaggte und damit nach Seerecht staatenlose Schiffe nach eigenem Ermessen kontrollieren, stoppen und festsetzen können.
Seit dem 15. Dezember 2025 sind acht staatenlose Tanker (https://t1p.de/b5qyr) elf Mal durch die deutsche Ostsee gefahren. Die veralteten, schlecht gewarteten und unterversicherten Tanker bedrohen Meer und Küste bei einem Unfall mit einer Ölpest. Russland exportiert über diese Route den Großteil seines Rohöls und finanziert damit den Angriffskrieg gegen die Ukraine. Greenpeace hat seit Anfang dieses Jahres jedes dieser Schiffe vor der Durchfahrt den zuständigen Behörden und Bundesministerien gemeldet und aufgefordert, gegen die Tanker vorzugehen. "Die Faktenlage ist erdrückend, die Bundesregierung legt die Hände in den Schoß und lässt die Schattenflotte gewähren, dabei hätte sie längst handeln können", sagt Thilo Maack, Meeresbiologe von Greenpeace.
Die bestehenden Sanktionen, auch die der Europäischen Union, verhindern nicht den Export von russischem Öl mit maroden Tankern. Sogenannte Geistertanker fahren ohne Flaggenzugehörigkeit, wodurch auch jegliche Versicherung erlischt. Andere Tanker beziehen ihre Versicherung von russischen Firmen, die vermutlich nicht einspringen würden. Im Falle einer Ölpest würden deutsche Steuerzahlende die Kosten tragen. Mitte Dezember erklärte der EU-Rat mit Unterstützung der Bundesregierung, gegen flaggenlose Tanker vorgehen zu können, da sie als staatenlos gelten. Damit fallen sie auch nicht unter das internationale Seerecht und haben daher auch kein Recht auf friedliche Durchfahrt.
Veraltete Tanker bedrohen Ökosystem Ostsee
Simulationen des Helmholtz-Zentrums Hereon für Greenpeace zeigen, wie stark die Havarie eines Öltankers der russischen Schattenflotte die Küsten der Ostsee und das Meeresökosystem entlang der Tankerroute schädigen würde. Von Finnland über Schweden und Deutschland bis nach Dänemark wären im Falle einer Ölpest Meeres- und Küstenschutzgebiete betroffen, die für das Überleben von Seevögeln, Meeressäugern und als Kinderstube vieler Fischbestände entscheidend sind.
Zudem wären durch einen Unfall gleichzeitig die beliebtesten Urlaubsgebiete auf Jahre belastet (Simulationen: https://t1p.de/stcov). Insgesamt wurden acht verschiedene Unfallorte simuliert entlang der Tankerroute vom russischen Ölhafen Primorsk bis zum dänischen Skagen am Ausgang der Ostsee. "Das Letzte, was die ohnehin schwer bedrohte Ostsee braucht, ist eine Ölpest. Die Simulationen zeigen, wie dadurch das Ökosystem für Jahrzehnte belastet wird", sagt Greenpeace-Meeresbiologe Thilo Maack.
Achtung Redaktionen: Rückfragen bitte an Thilo Maack, Tel. 0171-8780841, oder Pressesprecher Björn Jettka, Tel. 0171-8780778. Das Rechtsgutachten finden Sie hier: https://t1p.de/zdxc9 Die Liste der staatenlosen Tanker finden Sie hier: https://t1p.de/b5qyr Die Computersimulation der Ölunfälle finden Sie hier: https://t1p.de/stcov Pressestelle: Tel. 040-30618-340, presse@greenpeace.de; www.greenpeace.de (http://www.greenpeace.de/)
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Datum: 19.02.2026 - 05:00 Uhr
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