Neue Ausbaupläne für Gasförderung vor Borkum: Deutsche Umwelthilfe fordert Stopp des Unitarisieru

Neue Ausbaupläne für Gasförderung vor Borkum: Deutsche Umwelthilfe fordert Stopp des Unitarisierungsabkommens und konsequenten Meeresschutz

ID: 2233580

(ots) -
- Niederländischer Gaskonzern plant zusätzliche Bohrplattformen und Pipelines direkt an und möglicherweise auch in deutschen Meeresschutzgebieten
- Unitarisierungsabkommen könnte deutsche Behörden faktisch entmachten und Weg für weitere fossile Projekte in Schutzgebieten freimachen
- DUH fordert von der Bundesregierung den umgehenden Stopp des Unitarisierungsabkommens und ein Meeresschutzgesetz ohne Schlupflöcher

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) warnt angesichts gestern bekannt gewordener, neuer Gasförderpläne vor einem drohenden Ausverkauf von Klima- und Meeresschutz in der Nordsee. Eine Investorpräsentation des kanadischen Energiekonzerns Tenaz Energy von Ende Januar belegt, dass der niederländische Gaskonzern One-Dyas das umstrittene GEMS-Gasprojekt vor der Insel Borkum neben dem UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer massiv ausweiten will. Die DUH fordert angesichts dieser neuen Erkenntnisse von der Bundesregierung, das aktuell diskutierte deutsch-niederländische Unitarisierungsabkommen zu stoppen. Durch das Abkommen würden die Handlungsmöglichkeiten deutscher Behörden massiv eingeschränkt. Zudem muss der Gesetzesentwurf zum Verbot von Öl- und Gasförderung unter Meeresschutzgebieten laut DUH dringend nachgebessert werden, um diese lückenlos auszuschließen.

Dazu Sascha Müller-Kraenner, DUH-Bundesgeschäftsführer: "Die Pläne von One-Dyas und Tenaz in der Nordsee sind ein Frontalangriff auf Klima- und Meeresschutz: Direkt neben und möglicherweise auch in hochsensiblen Schutzgebieten sollen neue Plattformen, Bohrungen und Pipelines entstehen - für vergleichsweise geringe Gasmengen, die unsere Versorgungssicherheit kaum erhöhen, stattdessen aber das Ökosystem Nordsee dauerhaft schädigen. Die Bundesregierung darf sich mit dem Unitarisierungsabkommen und einem löchrigen Meeresschutzgesetz nicht selbst entmachten, sondern muss endlich klarstellen: In Meeresschutzgebieten hat der Schutz von Schweinswal, Robbe und Riffen ausnahmslos Vorrang vor den Geschäftsinteressen der Gasindustrie."



Laut Analyse der DUH planen One-Dyas und Tenaz neben der bereits aufgestellten Plattform N05-A eine zusätzliche "Satellitenplattform" N04-A inklusive neuer Pipeline unmittelbar an der deutschen Grenze. Außerdem sollen mutmaßlich bis zu zwei weitere Gasförderplattformen auf deutschem Hoheitsgebiet errichtet werden. Das wirtschaftlich wichtigste neue Gasfeld und zahlreiche weitere Lagerstätten liegen direkt unter dem deutschen Meeresschutz- und Natura-2000-Gebiet "Borkum Riffgrund" und bräuchten zur Ausbeutung zusätzliche Plattformen, voraussichtlich direkt im Schutzgebiet.

Constantin Zerger, Bereichsleiter Energie und Klimaschutz: "Deutschland hat sich längst über Jahre mit LNG-Langzeitlieferverträgen bevorratet, während der Gasverbrauch durch Wärmewende, Effizienz und den Ausbau erneuerbarer Energien sinkt. Die Wahrheit ist: Das Gas von One-Dyas brauchen wir schlicht nicht. Angesichts des bereits schlechten Zustands der Nordsee wäre eine Mehrfachbelastung der deutschen Nordsee durch bis zu vier Bohrplattformen in unmittelbarer Nähe und teilweise direkt in Schutzgebieten verheerend. So würden Riffe und Lebensräume des Schweinswals für ein fossiles Auslaufmodell geopfert. Diese Pläne sind energiepolitisch unnötig und ökologisch fatal."

Hintergrund:

Tenaz Energy ist im Oktober 2025 mit einem Anteilskauf in Höhe von 244 Millionen US-Dollar in das von One-Dyas geführte GEMS-Projekt eingestiegen. Diese Mittel erhöhen nach Einschätzung der DUH die Wahrscheinlichkeit weiterer Bohrungen und sogar Plattformen in deutschen Meeresschutzgebieten erheblich und beschleunigen die Ausweitung der Gasförderung in der Nordsee. Noch für dieses Jahr wird laut Investorunterlagen eine Investitionsentscheidung für die Erschließung der Gasfelder N04-A und N04-C in unmittelbarer Nähe zur bestehenden Förderung in N05-A erwartet. Bereits 2027 soll eine neue Satellitenplattform N04-A errichtet werden. Des Weiteren könnten die Erschließung der Felder L1-Alpha und L2-Alpha, die mitten im Meeresschutzgebiet "Borkum Riffgrund" liegen, durch neue Plattformen folgen.

Die neuen Ausbaupläne werfen ein Schlaglicht auf das geplante deutsch-niederländische Unitarisierungsabkommen zur grenzüberschreitenden Gasförderung, zu dessen Ratifizierung am heutigen Mittwoch die öffentliche Anhörung im Bundeswirtschaftsausschuss stattfindet. Das Abkommen, das erst mit einem Vertragsgesetz von Bundestag und Bundesrat in Kraft treten kann, ist bereits in der Kritik, da es bestehende Genehmigungen selbst dann absichern würde, wenn sie aus Naturschutzgründen geändert oder widerrufen werden müssten.

Links:


- Investorenpräsentation von Tenaz Energy: https://share.google/oJxueZ3ErZApG9eXp
- DUH-Karte des GEMS-Projekts und neu geplanter Gasfelder: https://l.duh.de/p260225

Pressekontakt:

Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer
0160 90354509, mueller-kraenner@duh.de

Constantin Zerger, Bereichsleiter Energie und Klimaschutz
0160 4334014, zerger@duh.de

DUH-Newsroom:
030 2400867-20, presse@duh.de

www.duh.de


Original-Content von: Deutsche Umwelthilfe e.V., übermittelt durch news aktuellWeitere Infos zu dieser Pressemeldung:

Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  Herzstück der Gebäudepolitik ausgehöhlt und Absage an Klimaschutz in Gebäuden: Deutsche Umwelthilfe warnt vor Scheitern der Klimaziele und steigenden Kosten Deutsche Umwelthilfe erhöht mit neuem Antrag Druck für rechtmäßiges Klimaschutzprogramm
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 25.02.2026 - 07:30 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 2233580
Anzahl Zeichen: 5440

Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: ots
Stadt:

Berlin



Kategorie:

Bundesregierung



Diese Pressemitteilung wurde bisher 256 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Neue Ausbaupläne für Gasförderung vor Borkum: Deutsche Umwelthilfe fordert Stopp des Unitarisierungsabkommens und konsequenten Meeresschutz"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Deutsche Umwelthilfe e.V. (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

Hochwasser-Check 2026 der Deutschen Umwelthilfe: Ein Viertel aller Landkreise hat hohen Hochwasser-Risikograd ...
- Karten und Berechnungen zeigen potenziell betroffene Fläche und gefährdete Adressen für alle 400 Landkreise und kreisfreien Städte - Hohes Risiko für schwere Schäden bei Jahrhunderthochwasser: Hochwasser-Risikograd auf Landkreisebene zeigt deutlichen Handlungsdruck im gesamten Bundesgebi

Pressezitat: Fast drei Viertel der Biogasanlagen in Deutschland mit erheblichen Mängeln: Deutsche Umwelthilfe warnt vor klimaschädlichen Methan-Lecks und Behördenversagen ...
Ein Bericht der Kommission für Anlagensicherheit (KAS) zeigt, dass Sicherheits- und Umweltstandards für Biogasanlagen vielerorts nicht eingehalten werden: Rund 71 Prozent der überprüften Anlagen weisen erhebliche Mängel auf. Dazu zählen undichte Gassysteme, fehlende oder überfällige Dichthei

Katastrophales Gebäudemodernisierungsgesetz: Deutsche Umwelthilfe bereitet Verfassungsbeschwerde vor ...
Trotz breiter Kritik hat der Bundestag heute das Gebäudemodernisierungsgesetz verabschiedet. Statt auf wirksamen Klimaschutz wird auf teure sogenannte grüne Gase gesetzt und damit fossile Gasinfrastruktur weiter verfestigt. Das Gesetz widerspricht aus Sicht der Deutschen Umwelthilfe (DUH) den gese


Weitere Mitteilungen von Deutsche Umwelthilfe e.V.


Herzstück der Gebäudepolitik ausgehöhlt und Absage an Klimaschutz in Gebäuden: Deutsche Umwelthilfe warnt vor Scheitern der Klimaziele und steigenden Kosten ...
Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) kritisiert die heute bekannt gewordene Einigung zwischen den Koalitionspartnern zum Gebäudemodernisierungsgesetz aufs Schärfste. Die vorgestellten Eckpunkte ignorieren die breit vertretene Kritik von Sozialverbänden, Industrievertretern und Umweltorganisationen und

MEDIC GUARDIAN 2026 - Militärkonvoi in Deutschland ...
Anteile des Sanitätsregiments 2 werden am 25. Februar 2026 in Kolonne in Richtung Litauen marschieren. Der Konvoi besteht aus mehreren Marschgruppen mit rund 50 Fahrzeugen und fährt über 600 Kilometer durch die Bundesländer Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Bremen, Hamburg un

Wolf ins Jagdgesetz: Begründung der Bundesregierung ist unsachlich, irreführend, suggestiv ...
Auf einer halben DIN A4-Seite begründet die Bundesregierung die Aufnahme des Wolfes in das Bundesjagdgesetz. Ein Faktencheck durch Wildtierschutz Deutschland macht deutlich, dass die als Drucksache des Bundestages veröffentliche Begründung an vielen Stellen nicht durch Fakten belegt werden kann,

Peter Boehringer: CDU-CSU-SPD-Regierung will freie Internetnutzung unter Jugendschutz-Vorwand abschaffen ...
Die schwarz-rote Regierung plant Einschränkungen der Nutzung von Sozialen Medien [offiziell nur] für Minderjährige. Nach dem Vorstoß zu Beginn der Woche durch SPD-Minister schlossen sich heute auch Kanzler Merz (CDU) und Kanzleramtsminister Frei (CSU) an. Der Kanzler begründet den Plan damit, s


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z