Prävolution jetzt: mkk - meine krankenkasse fordert, Recht auf Gesundheit ins Grundgesetz aufzunehm

Prävolution jetzt: mkk - meine krankenkasse fordert, Recht auf Gesundheit ins Grundgesetz aufzunehmen / Vorständin Andrea Galle und Prof. Dr. Ingo Froböse reichen Petition ein

ID: 2233957

(ots) - Angesichts einer stetig steigenden Krankheitslast, wachsender Finanzierungslücken in der gesetzlichen Krankenversicherung und deutlicher Defizite in der Prävention setzt die mkk - meine krankenkasse ein klares gesundheitspolitisches Signal. In einem aktuellen Positionspapier plädiert sie für einen grundlegenden Perspektivwechsel: Gesundheit soll nicht länger primär im Kontext von Versorgung gedacht werden, sondern als verfassungsrechtlich verankerter Auftrag, Lebenswelten gesundheitsfördernd zu gestalten und Prävention systematisch zu stärken.

In ihrem Positionspapier "Prävolution jetzt: Gesundheit gehört ins Grundgesetz" fordert die Betriebskrankenkasse, das Recht auf Gesundheit ins Grundgesetz aufzunehmen und zeigt auf, dass Deutschland bislang eine verbindliche Richtung fehlt, die Schutz und Förderung von Gesundheit als Querschnittsaufgabe in allen politischen Entscheidungen verankert. Stattdessen herrscht ein "Flickenteppich" aus Zuständigkeiten und Regelungen zwischen Bund, Ländern und Kommunen - mit Konflikten, Einzelfallentscheidungen und ineffizienter Verteilung der Gelder als Folge.

Aktuell heißt es im Artikel 2 Absatz 2 des Grundgesetzes: "Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit." Gestützt auf ein verfassungsrechtliches Gutachten regt die Krankenkasse an, folgenden Passus zu verankern: "Jeder hat das Recht auf körperliche, geistige und seelische Gesundheit." Daraus ergibt sich der staatliche Auftrag, Gesundheit auch durch Aufklärung, Vorbeugung und Krankheitsvermeidung zu schützen. Eine solche Verankerung könnte Gesundheit in politischen Abwägungen stärker gewichten; bis hin zu Zielkonflikten mit anderen Grundrechten.

Vorständin der mkk - meine krankenkasse geht weiter und reicht Petition ein

Andrea Galle, Vorständin der mkk - meine krankenkasse, geht den nächsten konsequenten Schritt und reicht gemeinsam mit dem Universitätsprofessor für Prävention em. Dr. Ingo Froböse eine Petition ein. Mit der Einreichung dieser Petition wollen beide eine breite gesellschaftliche und politische Debatte anstoßen, die Gesundheit als zentrale Voraussetzung für Lebensqualität, Leistungsfähigkeit und soziale Stabilität neu bewertet. Ziel ist es, den Schutz und die Förderung der körperlichen, geistigen und seelischen Gesundheit künftig verbindlich im Grundgesetz zu verankern.



"Wir können nicht länger zusehen, dass es in der lauten Debatte nur um die Finanzierung von Krankheiten geht, statt um die Frage, wie sich Diabetes, Adipositas und Herzkrankheiten verhindern lassen", sagt Andrea Galle. "Wir brauchen eine grundlegende Neuausrichtung der Gesundheitspolitik, gerade mit Blick auf die angespannte finanzielle Lage. Wir brauchen mehr Prävention. Wir brauchen ein Grundrecht auf Gesundheit."

Der Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages wird sich in den kommenden Wochen mit der Initiative "Prävolution jetzt: Gesundheit gehört ins Grundgesetz" befassen, bevor sie zur öffentlichen Mitzeichnung freigeschaltet wird.

forsa-Umfrage: 61 Prozent wollen Gesundheit im Grundgesetz verankert sehen

Die Initiative stößt auf eine breite Zustimmung in der Bevölkerung. In einer aktuellen, repräsentativen forsa-Befragung im Auftrag der mkk - meine krankenkasse befürworten 61 Prozent der Befragten, den Schutz der Gesundheit im Grundgesetz zu verankern, damit Politik stärker Verantwortung übernimmt.

Co-Petent Prof. Ingo Froböse von der Kölner Denkfabrik Fisch im Wasser sagt: "Gesundheit entsteht nicht erst in der Arztpraxis, sondern im Alltag der Menschen - in Kitas, Schulen, Betrieben und Kommunen. Wer Prävention wirklich ernst meint, muss Strukturen verändern: durch gesundheitsfördernde Lebensverhältnisse und die systemische Stärkung der Gesundheitskompetenz von klein auf."

Deutschland leistet sich ein extrem teures Gesundheitssystem

2024 lagen die Ausgaben bei 538 Milliarden Euro, mit denen in erster Linie die Krankheitsversorgung finanziert wurde. Dabei ließen sich viele Krankheiten vermeiden. Das Deutsche Krebsforschungszentrum betont, dass etwa 40 Prozent aller Krebserkrankungen durch einen gesunden Lebensstil vermieden werden könnten. Das heißt aber nicht, dass Krebspatienten ihre Erkrankung selbst verschulden.

Staatliche Maßnahmen wie Zuckersteuer, Alkoholabgaben oder eine stärkere Regulierung gesundheitsschädlicher Lebens- und Genussmittel zeigen in den Ländern, die sie anwenden, Erfolge. "Eine kluge und mutige Politik fördert gesunde Lebensverhältnisse," so Andrea Galle weiter. "Dieser Ansatz ist für die Krankheiten der Gegenwart die beste Medizin."

Ein Perspektivwechsel ist fällig

Die mkk - meine krankenkasse fordert mit ihrem Positionspapier einen Perspektivwechsel. Prävention soll nicht länger als "nice to have" angesehen werden, sondern als zentrale Voraussetzung für Lebensqualität, gesellschaftliche Teilhabe und wirtschaftliche Stabilität. Prävention, so auch die Definition des Robert Koch-Instituts, umfasst Maßnahmen, die Krankheiten vermeiden, ihr Auftreten verzögern oder ihre Folgen reduzieren; sie setzt vor oder früh im Krankheitsprozess an und ergänzt die kurative Versorgung.

Andrea Galle und Ingo Froböse fordern mit ihrer Petition, eine präventive Ausrichtung des Gesundheitssystems strukturell zu stärken und politisch verbindlich zu verankern. Gesundheit darf nicht länger primär im Reparaturmodus gedacht werden, sondern muss zum handlungsleitenden Prinzip staatlicher Entscheidungen werden - über Ressort- und Zuständigkeitsgrenzen hinweg. Nur wenn gesundheitsfördernde Rahmenbedingungen konsequent mitgedacht werden, lässt sich die wachsende Krankheitslast wirksam und nachhaltig begrenzen.

Weitere Informationen und Bildmaterial: meine-krankenkasse.de/praevolution

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Annette Rogalla
Pressesprecherin
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