Die Krise im Nahen Osten weitet sich weiter aus / Massenflucht im Libanon könnte 1 Million Menschen

Die Krise im Nahen Osten weitet sich weiter aus / Massenflucht im Libanon könnte 1 Million Menschen betreffen

ID: 2235281

(ots) - Nach den völkerrechtswidrigen militärischen Angriffen auf den Iran am Samstag, weiten sich die Luftangriffe seit gestern auch auf den Libanon aus. Mitarbeitende der Hilfsorganisation Islamic Relief im Land berichten von Massenpanik und Vertreibung. Familien suchen Zuflucht in Schulen, um den tödlichen Luftangriffen und Zwangsevakuierungen zu entkommen. Angesichts der Eskalation der Krise im gesamten Nahen Osten wird befürchtet, dass bis zu einer Million Menschen im Libanon vertrieben werden könnten - was zu einer schweren humanitären Krise führen würde, warnt Islamic Relief Deutschland. Die Luftangriffe seien schlimmer als 2024, berichtet Landesdirektor Akram Sadeq vor Ort.

Die Lage im Libanon spitzt sich dramatisch zu. Gestern wurden bei Luftangriffen auf Beirut (einschließlich der südlichen Vororte), das Bekaa-Tal, Tyros, Nabatieh und zahlreiche Dörfer im Süden mindestens 31 Menschen getötet und 149 weitere verletzt.

Hunderttausende Zivilisten haben keinen sicheren Ort, an den sie sich begeben können, da das israelische Militär die Bevölkerung aufgefordert hat, weite Teile des Südlibanon zu verlassen. Tausende von Familien sind dadurch gezwungen, nach Norden in Richtung Beirut zu fliehen, wo schwere Luftangriffe dutzende Menschen getötet und verletzt haben.

Die Straßen sind überfüllt mit flüchtenden Familien, die alles, was sie können, in Autos und Lastwagen gepackt haben. Einige Familien berichten, dass sie für eine Strecke von nur 48 Kilometer sechs oder sieben Stunden gebraucht haben. Die libanesische Regierung hat Hunderte von Schulen in Beirut, im Libanongebirge und anderen Teilen des Nordens als Notunterkünfte für vertriebene Familien ausgewiesen. Teams von Islamic Relief vor Ort planen, Hilfe in Form von Lebensmitteln, Wasser, Decken, Matratzen und Hygieneartikeln zu leisten.

Akram Sadeq, Landesdirektor von Islamic Relief im Libanon, sagt, die Luftangriffe seien noch schlimmer als während des Krieges von 2024, der im ganzen Land massive Zerstörungen und zivile Opfer verursacht habe:



"Die Luftangriffe begannen mitten in der Nacht und weckten Familien, die nach einem Tag des Fastens im heiligen Monat Ramadan schliefen. Die heutigen Angriffe sind noch stärker und umfangreicher als die, die wir 2024 erlebt haben."

"Es wird erwartet, dass bis zu eine Million Menschen aus ihren Häusern fliehen werden, und der Zustrom von Menschen aus dem Süden des Libanon in den Norden ist massiv. Die Lage ist sehr angespannt. Die Menschen fliehen aus dem Süden wegen der israelischen Luftangriffe und der Evakuierungsbefehle, aber was sie noch mehr fürchten, ist die Möglichkeit einer Bodeninvasion."

"Die libanesische Regierung verfügt nicht über die Ressourcen, um eine derart massive Vertreibung alleine zu bewältigen. Islamic Relief arbeitet mit der Regierung und anderen Hilfsorganisationen zusammen, um sicherzustellen, dass vertriebene Familien mit Lebensmitteln und Hilfsgütern versorgt werden."

Teams von Islamic Relief stehen im Irak, Jordanien, Syrien und Jemen bereit, um Hilfe zu leisten

Durch die anhaltende Eskalation der Angriffe im Nahen Osten stehen die Teams von Islamic Relief in der gesamten Region bereit, um auf die wachsenden humanitären Bedürfnisse zu reagieren - darunter im Jemen, im Irak, in der Türkei, in Jordanien, in Syrien, in den besetzten palästinensischen Gebieten sowie im Libanon.

Als humanitäre Hilfsorganisation ist Islamic Relief Deutschland zutiefst besorgt, dass eine weitere Destabilisierung der Region Millionen von Zivilisten in der gesamten Region beeinträchtigen und vertreiben könnte. Sie fordert alle Parteien auf, eine diplomatische Lösung anzustreben, ihre Verpflichtungen gemäß dem humanitären Völkerrecht einzuhalten, das Leben der Zivilbevölkerung zu schützen und sicherzustellen, dass humanitäre Organisationen weiterhin sicher arbeiten können.

Islamic Relief als globales Hilfsnetzwerk ist seit 2006 im Libanon tätig und unterstützt auch in der aktuellen Krise Menschen in Not. Islamic Relief Libanon hat bisher vertriebene Familien und lokale Aufnahmegemeinschaften in Nabatieh, Tyros und Bekaa unterstützt, die nun wieder flüchten müssen.

Pressekontakt:

Sara Ahmed Martinez, Pressereferentin
Telefon: 01512 205 05 77
E-Mail: presse@islamicrelief.de


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Datum: 03.03.2026 - 14:53 Uhr
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