Caritas: Eine Million Menschen könnten im Libanon vertrieben werden

Caritas: Eine Million Menschen könnten im Libanon vertrieben werden

ID: 2235400

(ots) - Caritas international kritisiert die Ausweitung des Iran-Kriegs auf den Libanon - 90.000 Menschen jetzt schon binnenvertrieben, syrische Flüchtlinge fliehen in ihre Heimat - Notunterkünfte erreichen Kapazitätsgrenze - Ganze Dörfer evakuiert - Caritas international stellt 250.000 Euro für Nothilfe bereit - Spenden dringend benötigt.

Caritas international verurteilt die Raketenangriffe der Hisbollah-Miliz auf Israel und die darauf erfolgte militärische Reaktion der israelischen Armee im Südlibanon scharf. "Wir sind tief besorgt über die Eskalation und die Ausweitung des Iran-Kriegs auf Teile des Libanons. Bereits die ersten Angriffe haben Tote, eine Vielzahl an Verletzten und eine massive Vertreibung der Bevölkerung im Süden und Osten des Libanons sowie in der Hauptstadt Beirut zur Folge gehabt", sagt Oliver Müller, Leiter von Caritas international und Vorstand Internationales, Migration und Katastrophenhilfe des Deutschen Caritasverbandes.

"Die humanitäre Situation ist dramatisch. Caritas Libanon schätzt, dass es zu mehr als einer Million Binnenvertriebenen kommen wird", berichtet Müller. "Selbst die Mitarbeitenden einer lokalen Partnerorganisation sind davon betroffen, auch sie mussten sich in Sicherheit bringen und haben die Arbeit vorerst eingestellt". Im Libanon lebende Syrerinnen und Syrer haben sich ebenfalls zur Flucht entschlossen und sind nach Syrien aufgebrochen, wo bereits Tausende die Grenze überschritten haben.

Für die Binnenvertriebenen wurden im Libanon bislang 325 Akutunterkünfte für rund 43.000 Menschen eingerichtet. Fast 200 von ihnen haben bereits Menschen aufgenommen, 53 erreichten schon ihre Kapazitätsgrenze. Auch die Caritas Libanon hat Notunterkünfte bereitgestellt. Zudem sind medizinische Teams mit Krankenfahrzeugen im Südlibanon unterwegs, um Familien und Flüchtlinge zu versorgen.

"Unsere libanesischen Partner beklagen nicht nur die aktuelle Vertreibung", sagt Müller, "vielmehr sind auch die Wunden des Krieges Ende Jahr 2024 längst nicht verheilt." 62.000 Vertriebene konnten noch nicht in ihre Heimatdörfer zurückkehren, da die israelische Armee diese Regionen auch nach dem vereinbarten Waffenstillstand immer wieder angriff. "Die Menschen im Libanon sind müde vom Krieg und dem jahrelangen wirtschaftlichen Niedergang. Sie brauchen endlich Frieden und eine Perspektive", fordert Müller.



Dagegen weitet die israelische Armee die Pufferzone zwischen dem Libanon und Israel aus und hat für den Südlibanon und der Bekaa-Ebene Evakuierungsanordnungen erlassen. 56 Dörfer sind aus Sicherheitsgründen geräumt worden, Bodentruppen rücken vor. "Der Bedarf an humanitärer Hilfe steigt an. Schon jetzt, berichtet uns Caritas Libanon, sind die Mittel knapp. Caritas international stellt daher in einem ersten Schritt 250.000 Euro für Nothilfe bereit", verspricht Oliver Müller. Das Geld wird besonders für Nahrungsmittel und Hygieneartikel gebraucht sowie für die Unterbringen der Menschen. Es fehlen Matratzen, Kissen und Decken. "Wir werden den Menschen und unseren Partnern zur Seite stehen, aber dazu sind wir auf Spenden dringend angewiesen."

Caritas international bittet um Spenden:

CY02251 Nahost-Konflikt

Deutscher Caritasverband e.V.

IBAN: DE88 8802 0500 0202 0202 02

BIC: BFSWDE33XXX

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Caritas international ist das Hilfswerk des Deutschen Caritasverbandes. Dieser gehört zum weltweiten Netzwerk der Caritas mit 162 nationalen Mitgliedsverbänden.

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0761/200-0. Oliver Müller (verantwortlich -292), Reiner Fritz
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Datum: 04.03.2026 - 08:59 Uhr
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