Studie: 85 Prozent der Firmenkunden wenden sich künftig an Nicht-Banken, Private Capital verschärf

Studie: 85 Prozent der Firmenkunden wenden sich künftig an Nicht-Banken, Private Capital verschärft den Wettbewerb

ID: 2238261

(ots) -
- Banken wollen ihre KI-Kompetenz durch externe Neueinstellungen (40 Prozent) stärken, da die Weiterqualifizierung sich als herausfordernd erweist
- Nur 29 Prozent der IT-Budgets fließen derzeit in transformative Technologien
- Führungskräfte von Corporate Investment Banken setzen auf tokenisierte Produkte (51 Prozent), um die Performance zu verbessern

Steigende Kundenerwartungen und enttäuschende Tech-Initiativen bringen Corporate und Investmentbanken (CIBs) in härteren Wettbewerb mit Nicht-Banken. Der erste World Corporate und Investment Banking Report (https://www.capgemini.com/de-de/insights/research/world-corporate-and-investment-banking-report/) von Capgemini zeigt, dass 85 Prozent der Firmenkunden innerhalb der nächsten 12 Monate auf Nicht-Bank-Finanzinstitute ausweichen wollen für transparentere und reaktionsschnellere Dienstleistungen.

"Nicht-Banken schließen die Wettbewerbslücke zu etablierten Corporate und Investmentbanken. Die Kundenanforderungen haben sich dramatisch verändert, und obwohl Corporate und Investmentbanken stark in KI investiert haben, tun sich viele schwer, über die Pilotphase hinauszukommen. Ein wichtiger Grund dafür ist Governance - nur 26 Prozent der Banken arbeiten mit einer zentralisierten KI-Governance, was Teams zögern lässt, geschäftskritische Prozesse zu automatisieren", sagte Andreas von Kahlen, Leiter Corporate and Investment Banking bei Capgemini Invent in Deutschland. "Um erfolgreich zu sein, müssen die Banken einen disziplinierten Ansatz verfolgen: Sie müssen unternehmensweit skalierbare Plattformen schaffen und ein Ökosystem aus vertrauenswürdigen Partnern aufbauen. Frühe Anwender werden konkrete Vorteile in Form einer stärkeren Kundenbindung, höherer Gebühreneinnahmen und deutlich geringerer Kosten erzielen."

CIB-Kunden erwarten Echtzeit-Reaktionsfähigkeit (58 Prozent), personalisierte Betreuung (49 Prozent) und innovative Lösungen (40 Prozent) - aber weniger als jeder Vierte (23 Prozent) ist der Meinung, dass CIBs diese Anforderungen derzeit erfüllen. Stattdessen bemängeln viele, dass CIBs nur eine begrenzte Integration mit ERP- und Treasury-Systemen bieten. Das macht manuelle Workarounds erforderlich (92 Prozent) und es fehlt ihnen an Personalisierung und Flexibilität (89 Prozent). Zudem sind ihre Fähigkeiten im Bereich der fortgeschrittenen Analytik und Prognose unzureichend (68 Prozent).



Zu diesen Herausforderungen kommt hinzu, dass Führungskräfte im CIB-Bereich berichten, dass aktuelle Innovationsprogramme nicht die erwarteten Ergebnisse liefern. Eine große Mehrheit (82 Prozent) gibt an, dass diese Bemühungen nicht zu Umsatzsteigerungen durch neue Produkte führen, während 51 Prozent der Befragten sagen, dass sie nicht die erwarteten Kosteneinsparungen gebracht haben.

Angesichts steigender Kundenerwartungen stellen Banken fest, dass sie nur über begrenzte Möglichkeiten verfügen, darauf zu reagieren. Führungskräfte geben an, dass derzeit nur 29 Prozent ihrer IT-Budgets für transformative Technologien aufgewendet werden, während 43 Prozent für den Betrieb und die Wartung von Altsystemen verwendet werden. Darüber hinaus geben 61 Prozent der Führungskräfte im CIB-Bereich an, dass sie durch hohe Compliance-Kosten eingeschränkt sind.

Die Ergebnisse stehen im Einklang mit einer Analyse von Capgemini, wonach sich das Umsatzwachstum im CIB-Bereich verlangsamt und für die nächsten fünf Jahre eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate (CAGR) von 5,4 Prozent prognostiziert wird - nach 6,5 Prozent zwischen 2022 und 2024.

Trotz struktureller Herausforderungen erweitern die Banken weiterhin ihr Produkt- und Dienstleistungsportfolio, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Führungskräfte im CIB-Bereich legen den Schwerpunkt auf Echtzeit-Treasury-Funktionen für grenzüberschreitende Zahlungsströme (77 Prozent) und Marktprodukte der nächsten Generation mit Künstlicher Intelligenz für den algorithmusbasierten Handel, wie z. B. KI-gesteuertes Hedging sowie Research- und Analyse-Insights (65 Prozent). Mehr als die Hälfte untersucht tokenisierte Produkte (51 Prozent), um durch digitale Verwahrung, Token-Ausgabe und Premium-Dienstleistungen neue Einnahmequellen zu erschließen.

Förderung von CIB-Innovationen durch Technologie und Unternehmenskultur

Der Studie zufolge müssen CIBs an mehreren Fronten gleichzeitig vorgehen, um sich dem Wettbewerbsdruck anzupassen. Banken müssen ihre Betriebsmodelle kritisch hinterfragen, um eine reibungslosere Customer Journey zu ermöglichen, ihre Daten- und Technologiegrundlagen neu aufbauen, um die Geschwindigkeit zu verbessern und KI-Governance in alle wichtigen Entscheidungen einbetten. Ebenso wichtig ist das Vertrauen der Kunden, das sich CIBs durch jahrzehntelange regulatorische Verlässlichkeit aufgebaut haben. Dies stellt jedoch im Hinblick auf KI-getriebener Innovationen weiterhin eine zentrale Herausforderung dar. Viele Kunden (89 Prozent) stellen die Verlässlichkeit KI-generierter Ergebnisse für Bankdienstleistungen infrage. Dies unterstreicht, warum Transparenz der Schlüssel zu Vertrauen ist.

Die Umsetzung dieser Veränderungen erfordert mehr als nur Technologie. Die Studie zeigt, dass kulturelle Aspekte ein bedeutendes Hindernis für die Einführung von KI darstellen können. So gaben 39 Prozent der Befragten an, dass eine konservative Kultur die Erprobung neuer Technologien verlangsamt. Darüber hinaus haben Banken Schwierigkeiten, ihre Mitarbeiter weiterzubilden: 40 Prozent der Befragten sagen, dass sie externe Fachkräfte einstellen wollen, um ihre KI-Kompetenzen zu stärken, während nur 23 Prozent in interne Umschulungen investieren.

Der World Corporate and Investment Banking Report 2026 stützt sich auf die Perspektiven von 750 Führungskräften aus dem Bereich Corporate und Investment Banking mit einem Jahresumsatz von mindestens 1 Milliarde US-Dollar.

Lesen Sie die vollständige Studie: The great inflection point: Why CIBs must pivot now to adapt to the new paradigm (https://www.capgemini.com/de-de/insights/research/world-corporate-and-investment-banking-report/)

Methodik der Studie

Der Capgemini World Corporate and Investment Banking Report 2026 stützt sich auf Daten aus drei Hauptquellen: der Global CIB Executive Survey, der Global Corporate Executive Survey und der Global Non-Bank Financial Institution Executive Survey. Im Rahmen dieser Untersuchungen wurden 150 Führungskräfte aus Unternehmens- und Investmentbanken sowie 600 Führungskräfte aus globalen Unternehmen und Nichtbanken-Finanzinstituten mit einem Jahresumsatz von mindestens 1 Milliarde US-Dollar zu den Themen digitale Transformation, Wettbewerbsdruck und Innovationsherausforderungen im Corporate- und Investmentbanking befragt. Die Führungskräfte repräsentieren wichtige Märkte in drei globalen Regionen: Amerika, Europa und Asien-Pazifik.

Über Capgemini

Capgemini ist ein globaler Partner für die KI-gestützte Geschäfts- sowie Technologietransformation. Das Unternehmen schafft messbaren Mehrwert für seine Kunden, indem es die Zukunft von Organisationen gestaltet und im Zusammenspiel von KI, Technologie sowie dem Mensch Realität werden lässt. Seit fast 60 Jahren steht Capgemini für Verantwortung wie auch Vielfalt und beschäftigt über 420.000 Mitarbeitende in mehr als 50 Ländern. Das End-to-End-Leistungsspektrum gründet auf einer umfangreichen Branchenexpertise, einem starken Partner-Ökosystem sowie Kompetenzen in den Bereichen Strategie, Technologie, Design, Engineering und Operations. Die Gruppe erzielte 2025 einen weltweiten Umsatz von 22,5 Milliarden Euro.

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Über das Capgemini Research

Das Capgemini Research Institute ist ein unternehmensinterner Think Tank, der sich mit Themen aus den Bereichen Digitalisierung, Innovation und Technologie befasst, einschließlich deren Auswirkungen auf Banken, Vermögensverwaltungsgesellschaften, Zahlungsdienstleister und Versicherer. Das Institut veröffentlicht jährlich seine renommierte Reihe "Financial Services World Reports", die sich auf Kundenbefragungen, CxO-Interviews und Partnerschaften mit Technologieunternehmen sowie akademischen Einrichtungen stützt, um neue Trends aufzudecken und zu untersuchen, wie KI, Cloud, Daten und Digitalisierung transformative Geschäftsergebnisse vorantreiben. Unterstützt durch globale Zeitreihendaten bieten unsere Branchenexperten umsetzbare Erkenntnisse, Trendanalysen und innovative Lösungen, um den dynamischen Herausforderungen von Finanzinstituten in einer sich schnell verändernden Weltwirtschaft zu begegnen.

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Datum: 17.03.2026 - 09:32 Uhr
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