Sudan-Konferenz am 15. April in Berlin - Johanniter fordern Unterstützung für die Nachbarländer
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(ots) - Seit dem Ausbruch des Kriegs im Sudan im April 2023 sind bereits über 865.000 Menschen in den Südsudan geflohen. Während die Geflüchteten an großen Grenzübergängen wie Joda im äußersten Nordosten des Südsudan, humanitär versorgt werden, bleiben viele kleinere, schwer zugängliche Grenzpunkte an der rund 2000 Kilometer langen Grenze unbeachtet. Dort sind zehntausende Geflüchtete weitgehend auf sich gestellt.
Die Johanniter unterhalten in der Provinz Raja, im Nordwesten des Landes, Ernährungszentren in elf Gesundheitsstationen. Zwei davon in schwer erreichbaren Gebieten, wie Boro Medina. In dem inoffiziellen Flüchtlingslager leben rund 18.000 Menschen, meist Frauen und Kinder. Die Mangel- und Unterernährungsrate im Lager ist bereits alarmierend hoch.
Große Sorge bereitet den Menschen die nun startende Regenzeit. "Die Märkte sind leer, die Vorräte aufgebraucht. Bis zur Ernte ab August ist der Hunger am größten. Außerdem kommt es in der Regenzeit zum Ausbruch von wasserbedingten Krankheiten wie Malaria oder Cholera", erklärt Birte Kötter, Johanniter-Kommunikationsreferentin. Sie hatte vor einigen Wochen das Flüchtlingslager besucht. "Die Region ist bereits in der Trockenzeit schwer zugänglich, wird jedoch in der Regenzeit fast vollständig von der Außenwelt abgeschnitten sein." Lieferungen von Hilfsgütern sind dann nicht mehr möglich. Die Johanniter haben deshalb bereits jetzt Zusatznahrung, Medikamente und dringend benötigte Hygieneartikel geliefert.
Mittelkürzungen führen zu Versorgungsengpässen
Doch viele westliche Staaten inklusive Deutschland haben die Mittel für humanitäre Hilfe stark reduziert. Die Folgen sind bereits spürbar. "Es herrscht Mangel an Medikamenten und Zusatznahrung, Ernährungsprogramme wurden zurückgefahren und viele medizinische Einrichtungen geschlossen. Ganze Regionen verlieren den Zugang zur medizinischen Grundversorgung", sagt Cephas Munjeri, Johanniter-Regionaldirektor für Afrika.
Schon jetzt sind rund sieben Millionen Menschen von akuter Ernährungsunsicherheit betroffen. Mehr als zwei Millionen Kinder unter fünf Jahren unterernährt. "Es braucht dringend mehr finanzielle Unterstützung in den Bereichen Gesundheit, Ernährung, Wasser und sanitären Anlagen", appelliert Munjeri. Deshalb begrüßen die Johanniter die Initiative der Bundesregierung zu einer Sudan-Konferenz und fordern, hier auch Nachbarländer wie den Südsudan mit in den Blick zu nehmen.
Die Johanniter im Südsudan
Seit 2012 sind die Johanniter mit einem Büro in der Landeshauptstadt Juba sowie Projektbüros in Torit (Eastern Equatoria State) und Wau (Western Bahr el Ghazal) vertreten. Durch das langfristige Engagement und die gute Vernetzung im Land sind sie in der Lage, auch in schwer zugänglichen Regionen tätig zu sein. Derzeit werden Projekte in Torit, Wau und Raja mit dem Schwerpunkt Gesundheit und Ernährungssicherung durchgeführt.
Die Menschen im Südsudan sind dringend auf Hilfe angewiesen. Bitte spenden Sie.
Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.
Stichwort: "Südsudan"
IBAN: DE94 3702 0500 0433 0433 00 (Bank für Sozialwirtschaft)
Hinweis für Redaktionen:
Johanniter-Regionaldirektor Afrika, Cephas Munjeri, war von 2021-2025 Landesbüroleiter der Johanniter im Südsudan. Johanniter-Kommunikationsreferentin, Birte Kötter, reiste in den letzten beiden Jahren mehrfach in den Südsudan, zuletzt im Februar diesen Jahres. Beide stehen für Interviews zur Verfügung. Umfangreiches Bild- und Videomaterial aus dem Flüchtlingslager Boro Medina stellen wir gern zur Verfügung.
Pressekontakt:
Sandra Lorenz
Fachbereichsleiterin Kommunikation Auslandshilfe
Tel.: 0172 / 563 87 40
Email: sandra.lorenz@johanniter.de
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Datum: 13.04.2026 - 11:24 Uhr
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