Postbank Wohnatlas 2026: Trendwende: Immobilienpreise in Deutschland 2025 wieder gestiegen
ID: 2244844

(ots) - Fachleute des HWWI analysieren die Kaufpreise für Eigentumswohnungen im Bestand
Durchschnittspreise für Wohneigentum real um 0,6 Prozent gestiegen
Mittel- und Großstädte besonders vom Preisanstieg betroffen
Nachdem die Immobilienpreise in Deutschland drei Jahre lang inflationsbereinigt gesunken sind, zogen sie 2025 wieder leicht an: Im Durchschnitt aller Landkreise und kreisfreien Städte stiegen die Preise für Eigentumswohnungen im Bestand gegenüber dem Vorjahr real, also nach Abzug der Inflationsrate von 2,2 Prozent, um 0,6 Prozent. Zum Vergleich: Im Jahr 2024 lagen die Preise real noch 2,8 Prozent, 2023 sogar 10,1 Prozent unter dem jeweiligen Vorjahresniveau. Dies sind zentrale Ergebnisse der Studie "Postbank Wohnatlas 2026". Im Auftrag der Postbank berechneten Expertinnen und Experten des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI), in welchen Regionen die Preise besonders stark gestiegen beziehungsweise gefallen sind und wie hoch der durchschnittliche Quadratmeterpreis im Jahr 2025 war.
"Wir sehen aktuell eine Trendwende auf dem deutschen Immobilienmarkt. In vielen Regionen sind die Preise für Eigentumswohnungen im vergangenen Jahr inflationsbereinigt erstmals seit 2021 wieder gestiegen", sagt Manuel Beermann, Leiter Produktmanagement Immobilien der Privatkundenbank in Deutschland. "Die Nachfrage zieht langsam wieder an, auch weil sich viele Kaufinteressierte auf das neue Zinsumfeld eingestellt haben. Gleichzeitig bleibt das Angebot knapp, vor allem aufgrund der geringen Bautätigkeit. Nach der Korrektur der vergangenen Jahre stabilisiert sich der Markt nun Schritt für Schritt."
Preisanstieg fällt in Mittelstädten besonders groß aus
Der Aufwärtstrend ist in den Städten mit bis zu 100.000 Einwohnern besonders stark zu spüren. Im Durchschnitt über alle diese Mittelstädte stiegen die Preise 2025 real um 1,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr an. In den Großstädten mit mehr als 100.000 Einwohnern wurden Eigentumswohnungen um real 0,8 Prozent teurer, in den Landkreisen um 0,5 Prozent. Weniger stark betroffen waren die sieben größten deutschen Städte ("Big 7"), hier stieg der Preis im Schnitt um 0,2 Prozent.
Unter den Mittelstädten sticht vor allem Pirmasens heraus: In der am Westrand des Pfälzerwaldes gelegenen Stadt in Rheinland-Pfalz stiegen die Preise für Eigentumswohnungen 2025 real um 11,4 Prozent. Allerdings lagen sie mit durchschnittlich 1.482 Euro pro Quadratmeter immer noch auf niedrigem Niveau. In Cottbus, der zweitgrößten Stadt Brandenburgs, stiegen die Preise ebenfalls deutlich an. Dort zogen einige besonders hochpreisige Angebote den Schnitt nach oben.
Unter den Großstädten ist vor allem Potsdam ein noch kostspieligerer Wohnort geworden. Die Preise für Eigentumswohnungen stiegen in der Hauptstadt Brandenburgs real durchschnittlich um 14,3 Prozent auf 5.897 Euro pro Quadratmeter.
"Mittel- und Großstädte mit guter Infrastruktur stehen schon länger im Fokus vieler Wohnungskäuferinnen und -käufer, besonders im Umland der sogenannten Big 7. Denn die Immobilienmärkte in den Metropolen sind seit Jahren überhitzt", sagt Beermann.
Große Unterschiede in den Metropolen
In den für den Immobilienmarkt bedeutendsten sieben Metropolen entwickelten sich die Preise sehr unterschiedlich. In Berlin und Stuttgart sanken sie real im Vergleich zum Vorjahr - in der baden-württembergischen Landeshauptstadt sogar um 1,4 Prozent. In Frankfurt am Main blieben die Preise real nahezu unverändert. Den höchsten inflationsbereinigten Anstieg gegenüber dem Vorjahr verzeichnete dagegen Hamburg mit durchschnittlich 1,0 Prozent, dicht gefolgt von München mit gerundet ebenfalls 1,0 Prozent. Beide bleiben ein teures Pflaster: Eine Eigentumswohnung im Bestand kostete hier im vergangenen Jahr 9.070 beziehungsweise 6.394 Euro pro Quadratmeter. In der im Vergleich günstigsten Metropole Stuttgart lag der Quadratmeterpreis 2025 bei 4.737 Euro.
Tabelle: Die Big 7 im Vergleich
Durchschnittliche Quadratmeterpreise für Eigentumswohnungen im Bestand in den sieben größten deutschen Städten
Stadt/ Quadratmeterpreis 2025 in Euro/ Kaufpreisveränderung 2024-2025 in Prozent (inflationsbereinigt)
1. Hamburg/ 6.394/ +1,05
2. München/ 9.070/ +1,00
3. Düsseldorf/ 5.164/ +0,93
4. Köln/ 5.029/ +0,82
5. Frankfurt am Main/ 6.293/ -0,04
6. Berlin/ 5.796/ -1,24
7. Stuttgart/ 4.737/ -1,37
Wohnungen im Bestand in Euro
Quellen: VALUE AG (empirica-systeme Marktdatenbank), Statistisches Bundesamt, Berechnungen HWWI
Auch im Umland der Big 7 sind die Kaufpreise inflationsbereinigt nur teilweise wieder gestiegen. Das betrifft vor allem das Umland von Hamburg mit Ausnahme des Landkreises Herzogtum-Lauenburg (-1,9 Prozent) und den Speckgürtel von Köln mit Ausnahme der Stadt Leverkusen (-0,8). Im Umland von Stuttgart sanken die Preise dagegen weit überwiegend, nur im Landkreis Göppingen stiegen sie real um 1,8 Prozent.
Steigende Preise in Sachsen, Rheinland-Pfalz und Bremen
Auf Ebene der Bundesländer fiel der durchschnittliche Preisanstieg für Eigentumswohnungen in Sachsen über alle Landkreise und kreisfreien Städte mit real 5,2 Prozent am stärksten aus. Im Vorjahr hatte es hier noch den stärksten Preisabfall (-4,4 Prozent) gegeben. Auch in Rheinland-Pfalz (+3 Prozent), Bremen (+2,9 Prozent) und Brandenburg (+2,4 Prozent) wurde Wohneigentum im Schnitt deutlich teurer. In Thüringen sanken die Preise dagegen um 5,2 Prozent und auch in Sachsen-Anhalt, Berlin, Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein wurden Eigentumswohnungen real günstiger.
In Ferienregionen Stagnation und leichter Preisrückgang
In den alpenländischen Ferienregionen zeigte sich zumeist noch keine Trendwende, die Preise für Eigentumswohnungen gingen 2025 weiter leicht zurück. Im Durchschnitt sanken sie real um 1,1 Prozent. Ein Beispiel ist der bayerische Landkreis Garmisch-Partenkirchen, in dem Eigentumswohnungen real 3,1 Prozent günstiger waren als im Vorjahr. Im Südwesten Bayerns stiegen die Preise dagegen inflationsbereinigt leicht an.
In den Ferienregionen an der Nord- und Ostsee lagen die Kaufpreise weiterhin auf einem hohen Niveau, allerdings verzeichneten einige besonders hochpreisige Kreise deutliche Einbußen: Nordfriesland mit den beliebten Urlaubsinseln Sylt, Föhr und Amrum hat mit 7.886 Euro pro Quadratmeter die zweithöchsten Preise für Eigentumswohnungen in ganz Deutschland, 2025 sanken sie jedoch real um 7,4 Prozent. Im niedersächsischen Landkreis Aurich, zu dem die Inseln Juist, Norderney und Baltrum gehören, gingen die Preise um 8,6 Prozent zurück. In den Landkreisen an der schleswig-holsteinischen Ostsee stiegen sie inflationsbereinigt dagegen an.
Top 10 der teuersten Regionen
Durchschnittliche Quadratmeterpreise für Eigentumswohnungen im Bestand in deutschen Landkreisen und kreisfreien Städten
Stadt/Kreis/ Quadratmeter-Preis 2025 in Euro/ Veränderung in Prozent (inflationsbereinigt)
1. München, Stadt/ 9.070/ +1,0
2. Nordfriesland, Lkr./ 7.886/ -7,4
3. Miesbach, Lkr./ 7.689/ -3,9
4. München, Lkr./ 6.865/ +0,1
5. Starnberg, Lkr./ 6.681/ -1,4
6. Hamburg, Stadt/ 6.394/ +1,0
7. Frankfurt am Main, Stadt/ 6.293/ -0,04
8. Garmisch-Partenkirchen, Lkr./ 6.073/ -3,1
9. Potsdam, Stadt/ 5.897/ +14,3
10. Aurich/ 5.818/ -8,6
Wohnungen im Bestand in Euro
Quellen: VALUE AG (empirica-systeme Marktdatenbank), Statistisches Bundesamt, Berechnungen HWWI
In Deutschlands teuerster Region, der Stadt München, mussten Käufer 2025 mehr als 9.000 Euro pro Quadratmeter ausgeben. Auch die umliegenden bayerischen Landkreise Miesbach, München und Starnberg blieben mit mehr als 6.500 Euro pro Quadratmeter hochpreisig.
Im Vergleich besonders niedrig liegen die Kaufpreise für Eigentumswohnungen nach wie vor in den meisten Regionen Mitteldeutschlands. Die günstigste Region war der Vogtlandkreis in Sachsen mit nur 900 Euro pro Quadratmeter. Auch im thüringischen Landkreis Greiz lagen die Preise mit durchschnittlich 944 Euro pro Quadratmeter im dreistelligen Bereich.
Hintergrundinformationen zum Postbank Wohnatlas 2026
Der Postbank Wohnatlas ist eine jährlich erscheinende, mehrteilige Studienreihe, die den deutschen Immobilienmarkt unter verschiedenen Aspekten regional bis auf Kreisebene beleuchtet. Für die vorliegende Preisanalyse, die den ersten Studienteil des diesjährigen Wohnatlas darstellt, wurde unter der Leitung von Dr. Dirck Süß, Geschäftsführer des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts (HWWI), die Immobilienpreisentwicklung in den 400 deutschen Landkreisen und kreisfreien Städten untersucht.
Pressekontakt:
Postbank
Oliver Rittmaier
+49 228 920 12126
oliver.rittmaier@db.com
Original-Content von: Postbank, übermittelt durch news aktuellWeitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 16.04.2026 - 10:00 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 2244844
Anzahl Zeichen: 9425
Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: ots
Stadt:
Bonn
Kategorie:
Banken
Diese Pressemitteilung wurde bisher 268 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Postbank Wohnatlas 2026: Trendwende: Immobilienpreise in Deutschland 2025 wieder gestiegen"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Postbank (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
- 77 Prozent der Eltern sehen sich als gutes Vorbild bei der Internetnutzung - 54 Prozent der Kinder erhalten ihr erstes Smartphone im Alter von 9 bis 12 Jahren TikTok, Instagram und Youtube üben eine große Anziehungskraft auf Minderjährige aus: 47 Prozent der unter 18-Jährigen verbringen nach
Postbank Wohnatlas 2026: Ranking der Regionen: Wo Wohnungskäufer gute Chancen auf Wertzuwachs haben ...
HWWI berechnet, wo sich gute Investitionschancen finden lassen In 284 von 400 Regionen vergünstigte sich der Wohnungskauf im Vergleich zur Miete 51 Regionen sind für Immobilieninvestitionen besonders interessant Die Bedingungen für Kaufende von Eigentumswohnungen aus dem Bestand haben sich hie
Deutsche sind weniger online - vor allem unter 40-Jährige wollen noch kürzertreten ...
- Rund 67 Stunden pro Woche im Internet, davon mehr als ein Drittel mit dem Smartphone - Messenger, Suchmaschinen und Social Media werden am häufigsten genutzt Die Deutschen verbringen viel Zeit im Internet, steuern ihre Aktivitäten aber bewusster. Mehr als 67 Stunden pro Woche ist jeder Bundesb
Weitere Mitteilungen von Postbank
J&T Direktbank erhöht Festgeldzinsen über alle Laufzeiten - jetzt bis zu 3,50% Zinsen ...
Die J&T Direktbank sendet erneut ein starkes Signal an Sparer: Mit sofortiger Wirkung erhöht die Bank ihre Zinssätze über alle Festgeldlaufzeiten - von 6 Monaten bis zu 10 Jahren. Das geschieht zu einem Zeitpunkt, an dem die Inflation im Euroraum im März 2026 wieder über das 2-Prozent-Ziel
Trade-Based Money Laundering: Seminar zur Erkennung, Risikobewertung und Umsetzung in Compliance-Prozessen ...
Wachsende Relevanz von TBML im regulatorischen Kontext Im Unterschied zu klassischen Geldwäschemethoden basiert Trade-Based Money Laundering auf der Nutzung von Handelsprozessen statt rein finanzieller Transaktionen. Dadurch erhöht sich die Komplexität der Risikobewertung, da neben Zahlungsstr
Anleger in Deutschland wollen Einfluss auf Konzerne nehmen ...
- Zwei Drittel halten aktives Engagement von Fondsgesellschaften für wichtig - Über die Hälfte sieht langfristig positive Auswirkungen auf den Aktienkurs - Für 40 Prozent ist das Engagement ein Kaufkriterium Zwei Drittel (66 Prozent) der Anlegerinnen und Anleger in Deutschland finden es
BVR senkt Konjunkturprognose anlässlich des Irankriegs - wachstumsstärkende Reformen wichtiger als kurzfristige Entlastungen ...
Angesichts des anhaltenden Irankriegs schraubt der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) seine Wachstumsprognose für Deutschland herunter und hebt die Inflationserwartungen an, wie aus seinem heute vorgelegten Konjunkturbericht hervorgeht. Seine Inflationsprognose erhö




